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Stefan Oevermann gibt seinen Laden „MOM“ in der Wendenstraße auf

Hamelns letztes Musikgeschäft schließt

HAMELN. Vier Jahre lang hat er es versucht. Das erste Jahr sei noch ganz gut gewesen, erzählt Stefan Oevermann, danach habe sich immer stärker angedeutet, dass diese Verbindung nichts für die Ewigkeit ist. Jetzt hat er seinen Musikladen „MOM“ in der Wendenstraße wieder geschlossen.

veröffentlicht am 07.01.2019 um 11:36 Uhr

Testphase beendet – das Musikgeschäft MOM in der Wendenstraße ist nicht mehr geöffnet. Der Inhaber Stefan Oevermann konzentriert sich wieder auf sein Geschäft in Minden. FOTO: DANA
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Bis Ende Januar läuft der Mietvertrag noch, die Zeit bis dahin wird fürs Ausräumen und Zurückbauen genutzt. „Das Konzept ließ sich in Hameln schwer durchsetzen“, resümiert Oevermann.

Das Konzept – das bedeutet keine Massenware der Großen, sondern Gitarren von Herstellern mit kleinerem, unbekannterem Namen. Obwohl die Gitarre der Deutschen meistgekauftes Instrument ist (15,9 Prozent der Deutschen spielen laut dem Fachverband SOMM Gitarre), hat sich das Geschäft damit in Hameln für Oevermann offenbar nicht gelohnt. Auf etwa 130 Quadratmeter Fläche hatte er in der Wendenstraße Haus Nummer 8 akustische und E-Gitarren und – durch einen Bekannten – Keyboards angeboten.

In Minden, wo Oevermann seit 1993 sein Hauptgeschäft betreibt, steht ihm nach eigener Aussage das Vierfache an Fläche und somit eine wesentlich größere Auswahl an Instrumenten zur Verfügung. Der Umsatzanteil durch „Kauf im Laden“, wächst laut Oevermann, doch der Online-Handel und -Versand mache nach wie vor viel aus. Von Minden aus liefert er Instrumente unter anderem nach Frankreich, Großbritannien, Österreich. Der Internet-Gigant Thomann, an dem kaum ein Weg vorbeiführt, wenn sich jemand nach Instrumenten und Zubehör erkundigt, zähle dabei nicht zu seinen Wettbewerbern, so Oevermann, eben weil er auf die Nischenanbieter gesetzt habe.

Ob sich die Hamelner, die auf der Suche nach einer Gitarre sind, auf den Weg nach Minden machen, muss sich zeigen. Dass er überhaupt weseraufwärts investiert hatte, lag zum einen an der räumlichen Nähe. „Die hat es uns ermöglicht, die Kontrolle über das Konzept zu haben“, erzählt Oevermann. Und privat seien er und seine Frau gerne in Hameln, weil die Stadt sehr schön sei. Die Wendenstraße allerdings „ist quasi tot“, meint Oevermann und bedauert, dass die Seitenstraßen zum Beispiel bei Stadtfesten außen vor sind. Vor allem seit die Kaffeestuben – ein Garant für Laufkundschaft – geschlossen sind.

Die Miete, die er gezahlt habe, „war o.k.“, nur über die künftige Höhe der Nebenkosten habe es Meinungsverschiedenheiten gegeben. Zunächst habe er auch noch überlegt, in die Hauptfußgängerzone zu ziehen, um von Laufkunden zu profitieren, doch dort seien die Mieten zu hoch. Einen Mitarbeiter hatte er extra für Hameln eingestellt, erzählt Oevermann, und der habe bereits einen neuen Job. „In die Arbeitslosigkeit geht deswegen keiner“, sagt er über das Aus in Hameln. Die vier Jahre seit Öffnung hatte er als Testphase angesehen, jetzt ist der Test beendet.

Information

Schicke Wendenstraße

Die Hamelner Wertmanagement GmbH verwaltet an der Wendenstraße zwei Gebäude und hat auch an Stefan Oevermann vermietet. Christoph Ziercke, Geschäftsführer des Unternehmens, sagt, er „glaube ganz fest daran, dass die Wendenstraße ein großes Potenzial hat“ aufgrund ihrer Fachwerkhäuser. Allerdings sieht auch er Handlungsbedarf: Wenn man nicht über die Straße spreche, so Ziercke, gehe dort auch keiner hin. Die Attraktivität der Wendenstraße und anderer Nebenstraßen würde von der Hameln Marketing- und Tourismus GmbH „nicht groß angesprochen“. Aber auch die Gemeinschaft der Händler könnte hinsichtlich der Vermarktung aktiver werden, so Zierckes Einschätzung. Als positives Beispiel nennt er die Emmernstraße – „die reden da alle miteinander“.bha



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