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Halima Boubacar (37) sammelt Spenden für Waisen in einem der ärmsten Länder der Welt

Hamelnerin will Straßenkindern in Niger helfen

HAMELN. Halima Boubacar will helfen. Den Waisenkindern in Niger. So heißt auch der Verein, den sie eigens dafür gegründet hat: „Verein zur Unterstützung der Waisenkinder im Niger“. Schon seit Ende 2016 machten Aufkleber im Schaufenster eines ehemaligen Geschäfts in der Emmernstraße auf den Verein aufmerksam.

veröffentlicht am 11.07.2017 um 10:00 Uhr
aktualisiert am 11.07.2017 um 11:55 Uhr

Halima Boubacar (37) vor den Räumen des „Vereins zur Unterstützung der Waisenkinder im Niger“ in der Thietorstraße. Foto: pk
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Seit wenigen Wochen befinden sich die Vereinsräume in der Thietorstraße.

Halima Boubacar (37) stammt selbst aus Niger. Das afrikanische Land zählt laut Weltentwicklungsindex der Vereinten Nationen zu den ärmsten Ländern der Welt. Von den dort 188 aufgeführten Staaten steht Niger an vorletzter Stelle. Die 37-Jährige, die seit 2007 in Hameln lebt, weiß um die Not der Kinder vor Ort. In regelmäßigen Abständen sucht die deutsche Staatsbürgerin ihr erstes Heimatland auf.

Boubacar wuchs in Niger selbst zwar im Mittelstand auf, wie sie im Gespräch mit der Dewezet sagt. Aber dieses Glück hätten viele Kinder in Niamey, der Hauptstadt des Niger, nicht. Sie lebten auf der Straße. „Wenn man sieht, wie die Kinder dort leben, ist das einfach nur traurig“, sagt Boubacar. Wann immer sie dort zu Besuch sei, lasse sie nahezu alle ihre Sachen, die sie bei sich hat, dort.

Waisenkinder in Niger, erklärt Boubacar, seien nicht nur Kinder, die beide Elternteile verloren hätten. Viele hätten zwar noch ihre Mutter. Doch da viele Männer nach islamischem Recht mehrere Frauen heirateten, die entsprechend große Familie aber nicht ernähren könnten, lebten viele der aus diesen Ehen entstehenden Kinder spätestens mit dem Tod ihres Vaters mehr oder weniger auf der Straße. Es fehle ihnen an Kleidung, Essen, Schulsachen und Bildung.

Um wenigstens ein bisschen Abhilfe zu leisten, habe die Hamelnerin gemeinsam mit sechs Nigerern und einer Deutschen diesen Verein gegründet und beim Amtsgericht Hannover unter dem französischsprachigen Namen „Association Aide Aux Orphelins e.V.“ registrieren lassen.

„Kleidung, Spielzeug, Medikamente, Reis …“, zählt Boubacar die Utensilien auf, die der Verein für die Kinder in Niger sammeln will und teilweise schon gesammelt habe. Unterstützung habe sie bereits vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Weserbergland bekommen, für das sie im Rahmen der Flüchtlingsbetreuung tätig war. Im Zuge der Auflösung der Flüchtlingsunterkunft in der Linsingen-Kaserne habe sie vom DRK Möbel und Stofftiere übernommen, wie Lieselotte Sievert vom DRK-Kreisverband im Gespräch mit der Dewezet sagt.

Auf ihrem Smartphone zeigt Boubacar Fotos und Videos, in denen Männer in Ikea-Tragetaschen verpackte Kleidung, die sie ebenfalls vom DRK bekommen habe, an Kinder, augenscheinlich sogar Kleinkinder ausgeben. Mit diesen Aufnahmen wolle sie zeigen, dass die Spenden auch wirklich dort ankommen, wo sie hinsollen, erklärt Boubacar. Spendenquittungen stelle sie selbstverständlich ebenfalls aus. Den Raum, in dem die Männer die Kleidung ausgeben, habe sie in Niamey gemietet.

Boubacars Wunsch sei es, dass es den Kindern in Niger eines Tages so gut gehe, dass sie ihre Zukunft nicht mehr in Europa sähen, sondern „dort glücklich sind“.

Der Vereinsraum in der Thietorstraße ist montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Die Website findet sich hier, Telefon: (0 51 51) 9 19 37 86.



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