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Größter Fall von Heroin-Handel in der heimischen Kriminalgeschichte / Sabine W. ab heute vor Gericht

Hamelnerin soll Großdealerin sein

Hameln/Hannover. Wenn sich vor Gericht nachweisen lässt, was die Staatsanwaltschaft der Hamelnerin Sabine W. (46) vorwirft, handelt es sich nach Polizeiangaben um den größten Fall von Heroin-Handel in der heimischen Kriminalgeschichte. Schon jetzt steht fest: Noch niemals zuvor ist im Landkreis Hameln-Pyrmont eine größere Menge Heroin beschlagnahmt worden. Die Frau soll zwischen Oktober 2013 und Mai 2014 pro Monat jeweils ein Kilogramm relativ reines Heroin für je 45 000 Euro von einem 28 Jahre alten Mann aus Hameln gekauft haben. Im Juni, so die Anklageschrift, soll sie sogar zwei Kilogramm für 80 000 Euro geordert haben. Als Polizisten am 14. Juni ihr Haus durchsuchten, fanden sie etwa 2,3 Kilo einer Substanz, bei der es sich um relativ unverschnittenes Heroin handeln dürfte. Ein Vortest habe eindeutig diese Hartdroge angezeigt, sagte seinerzeit der Erste Kriminalhauptkommissar Dietmar Hasewinkel, Leiter des 2. Fachkommissariats, das monatelang akribisch ermittelt hatte. Sollte sich bewahrheiten, dass der beschlagnahmte Stoff rein ist, hätte man ihn nach Angaben von Drogenfahndern auf die zehnfache Menge strecken können. Anders ausgedrückt: Im Straßenverkauf wären es 23 Kilogramm gewesen. Bei zehn Kilogramm – das ist die Gesamtmenge, die Sabine W. für 440 000 Euro gekauft haben soll – wären das 100 Kilo gestreckte Ware.

veröffentlicht am 11.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 16:37 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Heute um 13 Uhr beginnt der Prozess in Hannover. Sabine W. ist vorbestraft und bereits als Dealerin in Erscheinung getreten. Auf der Anklagebank sitzt ein ehemaliger Kunde von ihr: Oliver H. (31) soll in den Jahren 2012 bis 2013 regelmäßig kleine Mengen Rauschgift von der Frau bezogen haben. Laut Anklageschrift 104-mal 2,5 Gramm zu je 40 Euro und 35mal jeweils 15 Gramm für je 195 Euro. Stellt sich der regelmäßige Einkauf als wahr heraus, belastet das Sabine W. Es wäre dann bewiesen, dass sie gewerbsmäßig mit Drogen gehandelt hat.

Fast ein Jahr lang hatten die Hamelner Drogenfahnder Fakten zusammengetragen und Vertriebswege aufgedeckt – dann holten die Ermittler zu einem Schlag gegen die mutmaßliche Rauschgift-Connection aus. An der Thietorstraße, an der Hunoldstraße, am „Kuckuck“ und am Hottenbergsfeld wurden zeitgleich vier Wohnungen durchsucht. Polizisten nahmen Sabine W., Oliver H. und zwei weitere Männer (28, 28) vorläufig fest.

Bei der „großangelegten Aktion“ (O-Ton Polizei) wurden die heimischen Beamten von Sondereinheiten aus Göttingen und von Hundeführern unterstützt. Neben einem auf Observationen spezialisierten Mobilen Einsatzkommando (MEK) war auch die Beweissicherungs- und Festnahme-Einheit der Bereitschaftspolizei im Einsatz. Sabine W. wurde seinerzeit zur Last gelegt, die Drogen selbst oder über die beiden anderen Tatverdächtigen an Süchtige in Hameln verkauft und damit maßgeblich ihren Lebensunterhalt bestritten zu haben. Angeblich hat sie an den Drogengeschäften nichts verdient.

Unklar ist derzeit, warum der mutmaßliche Lieferant von Sabine W. später wieder auf freien Fuß gesetzt wurde.

Für den Prozess gegen Sabine W. und Oliver H. hat die 4. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Monika Thiele sieben Tage angesetzt. Spätestens am 19. Januar sollen die Urteile gesprochen werden.

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