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Wortartistin Bettina Bormann

Hamelnerin kehrt heim für „Autum Moon“

veröffentlicht am 29.09.2016 um 16:25 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:24 Uhr

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Dass ihre Heimatstadt so ein „tolles schwarzes Festival für sich gekapert hat“, lobt die Künstlerin. Sie freut sich auf ihren ersten Auftritt in Hameln. Bormanns Passion ist deutsch gesprochene Endzeitlyrik, entstanden aus der spontane Liebe zu den unheimlichen Geschichten von Edgar Allan Poe, die sie schon in ihrer Jugend prägten.

Inspirierend empfindet sie Geschichten, die Zeitungen schrieben, denn diese beschreiben das Schreckliche aus dem realen Leben um uns herum: die grausamen, gemeinen alltäglichen Begebenheiten, die Unterdrückung, den Kriegszustand der Welt. Mit ihren Worten malt sie Bilder dunkel-morbider Welten. Und weil für sie „das gesprochene Wort rockt“, singt sie nicht, sondern rezitiert düstere Geschichten. Und manchmal schreie sie auch, sagt Bormann.

Warum sie nicht singt, erklärt die Frontfrau so: „Wo OT stattfindet, ist Gesang schon längst verstummt“. Gesang vielleicht, doch nicht die Musik, denn Synthesizer, Bass und Schlagwerk pressen ihre pechschwarzen Kurzgeschichten und Märchen in ein minimalistisches Klangkorsett, unterlegen sie mit tanzbaren Rhythmen. So entsteht avantgardistische Elektronik, mit Elementen aus Minimal, EBM und Hip-Hop. Auf der Bühne unterstützt ein Theremin ihre hypnotische Sprachperformance mit elektronisch erzeugten Tönen. Das Musikinstrument ist typisch für experimentelle Musik und wird berührungslos nur durch Handbewegungen gespielt.

Woher aber stammt der Name für das Musikprojekt „Oberer Totpunkt“? In der Maschinentechnik beschreibt der Begriff den Zeitpunkt, der entscheidet, ob der Motor zündet oder abwürgt; die entscheidende Gratwanderung, ob man versagt oder gewinnt, sagt Bormann. Das Musikprojekt besteht seit 10 Jahren und der „Experimentierprozess“ läuft noch. Aktuell arbeitet das Duo an einem neuen Album, zwei Stücke daraus stellen sie beim Hamelner Konzert vor.

Zwei Performances sind geplant: Das Konzert, verstärkt durch Angelus R. Bleischwitz (Percussion, Key, Vocals) und Stefan Frost (Bass, Gitarre), am Freitag, 14. Oktober, um 18.15 Uhr im Papa Hemingway, sowie eine musikalische Lesung mit ruhigeren, textlastigen Stücken, begleitet von Krügers Drums, am Samstag, 15. Oktober, ab 19.15 Uhr auf dem Schiff.



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