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Hüseyin Albayrak überzeugt auf Kreuzfahrt

Hamelner zieht bei „Mr. Gay Germany“ ins Finale ein

HAMELN. Hüseyin Albayrak hat es geschafft – zumindest fürs Erste. Der gebürtige Hamelner, der inzwischen in Norwegen lebt, ist seinem großen Ziel einen Schritt näher gekommen. Er steht bei der Schwulen-Wahl „Mr. Gay Germany“ im Finale. Auf einer Kreuzfahrt hat er mit seiner Kampagne „Hass macht hässlich“ überzeugt.

veröffentlicht am 11.10.2018 um 12:50 Uhr
aktualisiert am 11.10.2018 um 21:20 Uhr

Vor dem Gala-Abend: Hüseyin Albayrak hat es als einer von sieben Kandidaten ins Finale geschafft. Auf einem Kreuzfahrtschiff musste sich der Hamelner mehreren Aufgaben stellen. Foto: pr
Muschik, Moritz

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In der norwegischen Hafenstadt Kristiansund fährt Hüseyin Albayrak täglich mit der Fähre zur Arbeit. Mit seinem Lebensgefährten betreibt er dort zwei Optiker-Filialen. Doch die Tour über das Mittelmeer war seine erste Kreuzfahrt überhaupt. „Es war echt schön, neben den Challenges gab es einige Partys“, erzählt er am Telefon. Warum er die Kreuzfahrt von Barcelona über Korsika, Südfrankreich und Ibiza aber besonders gut in Erinnerung behalten wird, hat auch einen anderen Grund. Als einer von sieben Kandidaten steht er nun im Finale bei der Wahl zum neuen „Mr. Gay Germany“ – und hat dadurch die große Chance, Botschafter der Schwulenszene zu werden. Das ist sein Ziel.

Auf der Mittelmeerkreuzfahrt musste sich Albayrak als einer von zwölf Kandidaten verschiedenen Aufgaben stellen. Es gab Foto-Shootings für das Label „Kings of Fashion“, Laufsteg-Challenges, Präsentationen und Tests. Gleich bei der ersten Herausforderung, der Vorstellung der eigenen Kampagne, konnte Albayrak die Juroren von sich überzeugen – und sich mit voller Punktzahl den ersten Platz sichern. „Meine Kampagne heißt ‚Hass macht hässlich‘“, erzählt er. „Ich möchte gerade konservative Familien und Menschen, die nicht so tolerant sind, über Homosexualität aufklären.“ Albayrak, der selbst türkische Wurzeln hat, will auch Menschen mit Migrationshintergrund erreichen. So habe seine Kampagne auch eine politische Dimension.

Er selbst hat häufig schlechte Erfahrungen gemacht, nachdem er sich vor acht Jahren geoutet hat. „Wenn manche Leute erst im Nachhinein erfahren haben, dass ich schwul bin, waren sie viel offener“, meint er. „Dabei sind wir ganz normale Menschen, die Arbeitnehmer oder Arbeitgeber sind, mittlerweile Familien gründen können.“ Nun will er seine Kampagne ausarbeiten, Kontakte mit Psychologen, Verbänden und Kulturkreisen knüpfen, um in den Dialog zu kommen. Beim Finale am 30. November und 1. Dezember in Köln wird die Ausarbeitung der Kampagne dann erneut bewertet.

Erinnerungsfoto am Hafen: Hüseyin Albayrak steht vor Schiffen an der südfranzösischen Mittelmeerküste in Toulon. Foto: pr
  • Erinnerungsfoto am Hafen: Hüseyin Albayrak steht vor Schiffen an der südfranzösischen Mittelmeerküste in Toulon. Foto: pr

Die verschiedenen Aufgaben und Aktionen zeigen, dass hinter dem Contest mehr steckt als ein Schönheitswettbewerb. Wer der neue „Mr. Gay Germany“ werden möchte, braucht mehr als ein hübsches Gesicht und einen durchtrainierten Körper. Über den Wettbewerb wird jährlich ein Repräsentant der Schwulenszene gesucht, der sich sozial engagiert und eine Vorbildfunktion einnimmt. Der aktuelle Titelträger Enrique Doleschy aus Mainz wurde danach sogar „Mr. Gay Europe“. Doleschy war ebenfalls auf dem Kreuzfahrtschiff, gab seinen potenziellen Nachfolgern in einem Workshop Tipps. Auch Travestiekünstler und Sänger Thomas Neuwirth, der hinter der Kunstfigur Conchita (früher Conchita Wurst) steckt, war neben anderen Stars der Szene dabei.

Hüseyin Albayrak ist schon jetzt stolz auf das, was er erreicht hat: „Dass meine Kampagne gut angekommen ist, macht mich stolz und happy“, sagt der 27-Jährige, der etwas bewegen will. „Ich möchte mich für Akzeptanz, Toleranz und Vielfalt einsetzen“, meint der Hamelner. Das könnte er als neuer „Mr. Gay Germany“ besonders gut.



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