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Schule in Kenia soll dabei helfen

Hamelner wollen Hoffnung in kleine Herzen pflanzen

Hameln (CK). „Shalom“ – das ist hebräisch und bedeutet „Frieden“. Und Frieden möchten Anne-Kathrin und Kay Schubert von Hameln aus Kindern in Afrika bringen. Neben der Hoffnung auf ein besseres Leben und den Glauben an Gott. Denn das Ehepaar – sie eine gebürtige Hamelnerin, er Berliner – hat in Uthiru, einem Vorort von Nairobis Hauptstadt Kenia, eine Vor- und Grundschule aufgebaut, die vor allem von Flüchtlingskindern aus dem Sudan besucht wird.

veröffentlicht am 22.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 18:21 Uhr

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Dabei war den beiden dieser Weg zunächst keineswegs vorgezeichnet: Kay Schubert, ein gelernter Zimmermann, zog gemeinsam mit seiner Ehefrau Anne-Kathrin (38), geborene Retzlaff, 1997 von Berlin nach Hameln; er fand Arbeit in Hannover, während seine Frau als Krankenschwester im Pflegedienst arbeitete. Doch der Glaube, so sagt der 45-Jährige, habe das Ehepaar Schubert geleitet. „Gott hat uns irgendwann gesagt, dass wir nach Kenia gehen sollen“, sagt Schubert, der wie seine Ehefrau einer Freikirche nach protestantischem Muster angehört.

Also suchten sich die zwei eine Missionsgesellschaft und einen privaten Spenderkreis, die halfen, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. 2001 war es dann so weit: Schuberts machten sich auf den Weg. Lernten innerhalb eines halben Jahres Kisuaheli, die Hauptsprache Afrikas, die in neun Ländern gesprochen wird. Und arbeiteten währenddessen mit afrikanischen Kindern, vorwiegend mit Straßenkindern, zum Teil drogenabhängig.

Nachdem die Hamelner eine theologische Ausbildung mit dem Bachelor abgeschlossen hatten, gründeten sie eine Gemeinde aus südsudanesischen Flüchtlingen. „Viele Kinder dort leben ohne Hoffnung, sind missbraucht worden, sind vom Krieg traumatisiert. Denen wollten wir helfen“, sagt der 45-Jährige. So starteten sie zunächst eine Hausaufgabenhilfe, denn in Kenia besteht durchaus Schulpflicht. Da die meisten Flüchtlinge aber keine Arbeitserlaubnis und auch kein Geld haben, sind Schule und Ausbildung das Hauptproblem dieser Bevölkerungsgruppe. „Und so entstand aus unserer Hilfe nach und nach einer richtigen Schule, die derzeit bis zur sechsten Klasse geht. Wir möchten sie gern bis zur achten aufstocken, denn eine abgeschlossene Schulausbildung ist der wichtigste Schritt heraus aus dem Elend“, so Schubert.

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Derzeit tourt er für mehrere Wochen durch Deutschland, um mit Vorträgen auf sein Projekt aufmerksam zu machen und dafür Spenden einzuwerben, während Ehefrau Anne-Kathrin mit den Söhnen David (4) und Maurice (5) in Kenia geblieben ist. „Unsere eigenen Kosten sind dort gedeckt, aber was fehlt, sind Mittel für einen Ausbau der Schule oder eine weitere Lehrerin“, sagt der Mann, der sich als Schulmanager versteht und gleichzeitig als Pastor arbeitet. Aber direkt missionieren will er die kenianischen oder sudanesischen Kinder nicht: „Wir drücken denen nichts auf, sondern respektieren deren Traditionen, die ja auch Gutes haben. So gilt stehlen oder lügen auch bei den meisten von ihnen als Sünde, genau wie bei uns.“

Was Schuberts in Afrika vor allem anderen umtreibt: „Die Kinder sollen eine lebendige Hoffnung haben.“ Glauben, an Gott oder Jesus, das sollen sie nach Möglichkeit auch, sollen lernen, dass es Vergebung und gute Nachrichten gebe, die man das Evangelium nenne. Aber: „Gott weiß selbst, wie er mit diesen Kindern umgeht“, so der 45-Jährige. Für ihn selbst sei es wichtig, dass er wisse, „wie die Kinder ticken“, dass man sensibel mit ihnen und ihren Bräuchen umgehen müsse.

In der Schule werden die Kinder übrigens nach dem kenianischen System unterrichtet. Da sie aufgrund ihres sozialen Hintergrundes oft mehr Aufmerksamkeit brauchen, werden die Klassen klein gehalten. In Zusammenarbeit mit der Missionsgesellschaft „Globe Europe“ kommen immer wieder mal Praktikanten aus dem fernen Deutschland nach Kenia, FSJler, also junge Menschen, die ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren und sich vor allem der traumatisierten Kinder annehmen. Das Fernziel der Schuberts: „Kinder, die in unsere Schule gehen, sollen später in ihrer Heimat Sudan leichter Arbeit finden und etwas von dem, was sie hier bekommen haben, weitergeben.“

Kontakt: shalomafricajc@swissmail.org.

Kay Schubert (li.) mit seinen Schützlingen beim Sportunterricht – die meisten kommen aus dem Sudan.



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