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Jetzt will Bekir Çelik deutsche Staatsangehörigkeit beantragen

Hamelner Türke wieder zuhause

HAMELN. Auf einmal ging alles ganz schnell: Nur einen Tag nach dem Dewezet-Bericht am vergangenen Mittwoch hat Bekir Çelik sein Visum für die Rückreise in seine Heimat, Deutschland, erhalten. Drei Tage später, am Sonntag, war er wieder zuhause: in Hameln. Das Erste, was er am Montag unternahm, war der Gang zum Rathaus.

veröffentlicht am 19.03.2018 um 15:01 Uhr
aktualisiert am 19.03.2018 um 16:20 Uhr

Bekir Çelik am Montagvormittag vor dem Hamelner Rathaus. Foto: Bekir Çelik/pr
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Der Grund: Nach diesen Unannehmlichkeiten möchte Çelik nun die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen.

In der Türkei hatte der 24-Jährige seinen deutschen Aufenthaltstitel verloren, konnte deshalb die Rückreise nicht antreten und saß tagelang in Izmir fest. Das Verfahren, neue Papiere zu bekommen, entpuppte sich sowohl als aufwendig als auch als zeitintensiv und kostspielig. Er musste von seinem Urlaubsort in Antalya nach Izmir reisen und dort das deutsche Generalkonsulat aufsuchen, einen Dolmetscher und eine neue Unterkunft bezahlen (wir berichteten) . Erst nach zwei Wochen hatte er alle Papiere beisammen, erhielt sein Visum und konnte wieder zurück nach Deutschland.

In dem sozialen Netzwerk Facebook erfuhr Çelik unterdessen viel Beistand. Viele Hamelner drückten ihm die Daumen, dass er schnell wieder zurückkehren könne. Doch manche schlugen einen anderen Ton an, was Çelik verstörte: von der Frage, wieso er keinen deutschen Pass habe, bis zu dem Kommentar, er solle doch in der Türkei bleiben. „Da wurde viel dramatisiert“, sagt Çelik, zurück in Hameln, im Gespräch mit der Dewezet. „Aber so ein Pass ist doch nur ein Stück Papier, das hat doch nichts mit der Identität zu tun oder damit, ob ich Deutschland mag.“

Bekir Çelik ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Hier ist sein Lebensmittelpunkt, hier fühlt er sich zuhause. In Hameln betreibt er eine Shisha-Bar. Bislang habe er nie die Notwendigkeit für einen deutschen Pass gesehen. Ausschlaggebend dafür, diesen Schritt jetzt doch zu tun, sei die Erfahrung in der Türkei gewesen. „Hauptsache, ich kann in Zukunft unbeschwert reisen“, sagt er.

Gestern habe er nun zunächst seinen Aufenthaltstitel – eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung für die Bundesrepublik – erneuern müssen. Die Bearbeitung dauere etwa vier Wochen. Danach, sei ihm im Rathaus gesagt worden, könne er dann die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen.

Infolge der Berichterstattung war das zähe bürokratische Verfahren für die neuen Papiere beschleunigt worden. So war es möglich, dass Çelik schließlich am Samstag die Rückreise antreten konnte und am Sonntag – zwei Wochen später als geplant – wieder zuhause war. Andernfalls hätte sich das Prozedere bis zu vier Wochen hinziehen können.



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