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Im letzten Jahr wurden 3,1 Millionen Euro verdient

Hamelner Stadtwerke planen weitere Zukäufe

HAMELN. Die Stadtwerke Hameln haben im Geschäftsjahr 2015 mehr Strom und Gas verkauft, jedoch aufgrund von gesunkenen Verbraucherpreisen unter dem Strich nicht mehr verdient als im Vorjahr. So lagen der Umsatz mit 85 Millionen Euro sowie das Jahresergebnis nach Steuern mit 3,1 Millionen Euro jeweils auf Vorjahresniveau. Von dem Ergebnis schüttet die 100-prozentige Tochter der Stadt Hameln zwei Millionen Euro an ihren Eigentümer aus – bezogen auf das Eigenkapital von 50,5 Millionen Euro beträgt die Ausschüttungsrendite 3,96 Prozent.

veröffentlicht am 24.08.2016 um 21:28 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:56 Uhr

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Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Die restlichen 1,1 Millionen Euro aus dem Ergebnis des letzten Jahres wollen die Stadtwerke in Netzkäufe investieren. Denn für Stadtwerke-Chefin Susanne Treptow ist der Plan für die Zukunft klar: „Wir werden weiter wachsen.“ So will der Hamelner Energieversorger das Gasnetz in Minden übernehmen sowie sechs Netzkonzessionen im Landkreis Hameln-Pyrmont kaufen. Diese Konzessionen beschäftigen immer mal wieder auch die Gerichte, weil der bisherige Netzbetreiber Westfalen Weser Netz sie nicht abgeben will.

Die Bilanzsumme der Stadtwerke Hameln betrug zum Jahresende 99,6 Millionen Euro. An Schulden standen 13,5 Millionen Euro in den Büchern – rechnet man das Stadtwerke-Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von 6,9 Millionen Euro gegen, bleibt unter dem Strich eine Nettoverschuldung von 6,6 Millionen Euro.

Schon seit einigen Jahren legt Treptow den Fokus auf Wachstum durch Zukäufe, Gründungen und Netz-Übernahmen. So beschränken sich die Hamelner schon lange nicht mehr nur auf das Geschäft vor der eigenen Haustür. 2009 sind die hiesigen Stadtwerke mit 16,5 Prozent bei den Stadtwerken Springe eingestiegen, haben im selben Jahr die Stadtwerke Weserbergland gegründet und sind seit April 2013 auch in Minden aktiv. „Mit unserer 49-prozentigen Tochtergesellschaft Mindener Holding, die die Gesellschaftsanteile der Mindener Wasser und der Mindener Stadtwerke hält, haben wir insgesamt schon ein Ergebnis von über einer Million Euro erzielt. Zum Juli 2015 übernahm die Mindener Wasser die Wasserversorgungsanlagen in der Stadt Minden. Zum Januar 2017 erfolgt die Übernahme der Gasversorgungsanlagen. Somit haben wir in kurzer Zeit ein solides Stadtwerk mit Vertrieb, Wasser- und Gasversorgung aufgebaut.“ Die Stadtwerke Weserbergland haben derweil bei einem Umsatz von 7,7 Millionen ein Ergebnis von 255 000 Euro ausgewiesen. Das seien alles lukrative Geschäfte, sagt Treptow: „Das macht richtig Spaß.“ Deshalb ist für die Geschäftsführerin auch für die kommenden Jahre klar: „Die Reise geht für uns weiter in Richtung Vergrößerung.“

Der Wasserabsatz der Stadtwerke ist mit drei Millionen Kubikmetern seit Jahren stabil. Foto: Dana

Einziger Schatten auf der Bilanz: Das Stadtwerke-Engagement im Kohlekraftwerk Lünen, das im vergangenen Jahr die Hamelner Kasse mit 500 000 Euro belastet hat (wir berichteten). Treptow gesteht ein: „Lünen müsste ich heute nicht mehr haben.“ Die Entscheidung dafür sei im Jahr 2008 getroffen worden, als die Bedingungen in der großen Politik und auf den Energiemärkten noch ganz andere gewesen seien. Aktuell bleibe die Hoffnung, dass dieses „Invest auf lange Sicht“ sich irgendwann auszahle.

Im Plus lagen bereits 2015 die gelieferten Mengen an Strom (240 Millionen Kilowattstunden) sowie an Erdgas (385 Millionen Kilowattstunden). Dies sind jedoch die Werte der sogenannten Stromnetzabgabe, also aller durch die Netze der Stadtwerke geleiteten Energiemengen, auch jene von Fremdanbietern. Die tatsächlichen eigenen Absatzzahlen an Strom und Gas verschweigen die Stadtwerke aus Wettbewerbsgründen – wie das in der Branche gerne mal üblich ist. Allerdings nennt Treptow eine andere Zahl, die zumindest grobe Rückschlüsse zulässt: „Fast 90 Prozent der Hamelner Haushalte beziehen ihren Strom und Erdgas von den Stadtwerken Hameln.“ Der Wasserabsatz ist übrigens mit drei Millionen Kubikmetern seit Jahren stabil.

Eine Besonderheit des Jahres 2015 war die Vergrößerung des Stromnetzes um fast 50 Prozent aufgrund der Übernahme der Stromnetze der Hamelner Ortsteile – damit wurden erstmals in der Geschichte der Stadtwerke Stromnetze gekauft. Zum 1. Januar 2016 erfolgte im Übrigen auch die Übernahme der Wasserversorgung der Ortsteile Haverbeck und Halvestorf. Die Stadtwerke haben damit im vergangenen Jahr auch kräftig investiert: 3,1 Millionen Euro in die Stromversorgung, 700 000 Euro in die Gasversorgung und 600 000 Euro in die Wasserversorgung. Die Netze sind mittlerweile recht lang: 717 Kilometer für Strom, 291 Kilometer für Gas und 286 Kilometer für Wasser.



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