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Ein Vater vor Gericht

Hamelner soll Sohn niedergestochen haben

HAMELN/HANNOVER. Ein Vater sticht seinen Sohn nieder – die scharfe Klinge des Küchenmessers dringt laut Anklage zweimal in den Oberköper des Mannes ein. Der 29-Jährige überlebt nur knapp. Nun muss sich Wilhelm N. am 15. Juni vor dem Schwurgericht verantworten.

veröffentlicht am 08.06.2017 um 15:49 Uhr
aktualisiert am 08.06.2017 um 18:10 Uhr

Spurensicherung am Tatort: Im Treppenhaus wurde der 29 Jahre alte Hamelner lebensgefährlich verletzt. Kriminalisten haben Blutspritzer mit Pfeilen markiert. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Der 29 Jahre alte Hamelner ist in den Minuten danach dem Tod nahe. Ein Stichkanal verläuft vom Bauch bis in die Herzgegend. Der Schwerstverletzte wird wenig später auf der Treppe eines Mehrfamilienhauses an der Morgensternstraße gefunden. Zum Glück hatte eine Frau frühzeitig einen Notruf abgesetzt. Dieser Umstand und die ärztliche Kunst haben dem Opfer das Leben gerettet. Das Verbrechen hat sich am 11. Januar gegen 20.30 Uhr ereignet.

Am 15. Juni muss sich Wilhelm N. (58) vor dem Schwurgericht in Hannover verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hamelner versuchten Totschlag vor. Strafverteidiger Burkhard Papendick hat Zweifel daran, dass sich alles so zugetragen hat, wie es in der Anklageschrift beschrieben wird. „Die Stiche sind unstreitig“, sagt der Rechtsanwalt. „Die Frage ist aber: Warum ist die Tat passiert – und wo?“ Hat sich Wilhelm N. womöglich gegen die Schläge seines Sohnes gewehrt und deshalb zum Messer gegriffen? Dann könnte die Tat als Notwehr gewertet werden. „Wir werden diesen Punkt im Zuge der Beweisaufnahme herausarbeiten“, kündigt Papendick.

Die Stiche sind unstreitig. Die Frage ist aber: Warum ist die Tat passiert – und wo?

Burkhard Papendick, Verteidiger von Wilhelm N.

Nach Angaben des Landgerichts hat Wilhelm N. am Nachmittag des Tattages in seiner Wohnung mit seinem Sohn Alkohol getrunken. Am Abend soll es zu einem heftigen Streit gekommen sein, der dann eskaliert ist. Zu den Hintergründen der Attacke teilte Richter und Medienmanager Hans-Christian Rümke nichts mit. Blutspuren an den Wänden des Treppenhauses waren seinerzeit stumme Zeugen des Gewaltverbrechens. Seinerzeit hieß es, der Vater stehe im Verdacht, seinen Sohn zunächst die Treppe hinabgestoßen zu haben. Dann soll er ihm ein Messer in den Bauch gerammt haben. Der Verdächtige seil nach der Tat zurück in seine Wohnung gegangen. Polizisten nahmen ihn dort wenig später vorläufig fest. Wilhelm N. leistete keinen Widerstand, machte wenig später eine Aussage. Nach Informationen der Dewezet waren Vater und Sohn betrunken. Der Verdächtige hatte 1,5 Promille, das Opfer 2 Promille intus.

Der Prozess beginnt am kommenden Donnerstag um 9 Uhr im Saal 127. Die 13. Große Strafkammer setzt die Verhandlung am 22. Juni fort.

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