weather-image
11°
×

Hamelner schaffen sich "Freiraum"

veröffentlicht am 03.06.2011 um 15:00 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:35 Uhr

Hameln (pk). Sie wollen sich Hameln ein Stück weit zurückerobern: Freiräume schaffen. Orte, an denen man nicht nur konsumieren, sondern selbst was auf die Beine stellen kann, zum Beispiel Konzerte, Theater, Musik, Bildungsangebote, Politik oder auch Kindergeburtstage, weil es zu Hause vielleicht zu eng ist. Einen Freiraum haben sie schon geschaffen: auf 220 Quadratmetern in der von der Stadt vermieteten Walkemühle 1a.
Hier ist seit Mittwoch der „Freiraum Hameln“ zu Hause, ein erst im April gegründeter Verein von derzeit 34 Mitgliedern; Männer und Frauen, die wieder ein bisschen alternatives Leben ins Hamelner Leben bringen wollen. Am Mittwochabend trafen sich in dem geräumigen Saal von Freiraum knapp 50 Leute zum ersten offenen Plenum. Die Idee für den Freiraum ist über die Jahre mit einer zunehmenden Unzufriedenheit gewachsen. Die alternativen Kulturangebote oder Familienprojekte von Sumpfblume oder Regenbogen seien über die Jahre immer weniger geworden. Infolgedessen zog es viele, die sich woanders nicht wohlfühlen, eher ins Grüne, an die Promenade, oder man traf sich eben mit Freunden zu Hause, erzählt Petra Erdmann. „Unser Ansatz ist der der Sumpfe von 1979“, wirft Olli Richter augenzwinkernd ein.

Petra Erdmann, Mitbegründerin und nebst Detlef Steins, Alexander Remmel und Ulrich Röper im Vorstand des Vereins haben ihren Ansatz bereits geklärt:„Auseinandersetzung mit Problemen ist durchaus gewollt. Anders als in Konsumeinrichtungen, wo Türsteher Probleme ,lösen‘, wollen wir, dass jeder selbst Verantwortung übernimmt“, erklärt Remmel. Freiraum bedeute nicht, hier könne jeder machen, was er wolle: Die eigene Freiheit höre da auf, wo die des anderen anfange.

Diejenigen, die mitgestalten wollen, sollen es im Freiraum tun können. „Wir wollen nicht nur still meckern, sondern versuchen, etwas zu tun. Dafür bieten wir anderen gern Hilfestellungen an, aber am Ende müssen die Leute hier selbst aktiv werden – anders wird das hier auch nicht klappen“, meint Detlef Steins.
Angedacht ist bereits einiges: eine Wand für Graffiti, Disco, Bildungskurse, Kochen, eine Fahrradwerkstatt, Kino, Computerkurse, Flohmarkt, Gitarrenkurse und so weiter. Einen Proberaum für Musikbands gibt es bereits.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige