weather-image
17°
Parallel zur Notaufnahme im Sana-Klinikum bieten niedergelassene Ärzte Praxis am Bahnhof

Hamelner Notfallversorgung auf zwei Säulen

Hameln (fp). Gerade dann, wenn es schnell gehen soll, kann es dauern. Wartezeiten in der Krankenhaus-Notfallaufnahme möchte niemand. Doch Notfälle sind nicht planbar und die Abfolge der Versorgung richtet sich nach der Schwere. Und diese Einschätzung ist im Sana-Klinikum nicht willkürlich, sondern folgt einem wissenschaftlich festgelegten, international gebräuchlichen Verfahren, dem sogenannten Manchester Triage System (MTS). „Im Sana- Klinikum sind die Mitarbeiter der Notfallaufnahme in diesem Verfahren geschult“, erläutert Dr. Bernd Miele, leitender Arzt der Zentralen Notfall- und Patientenaufnahme. MTS gehe von Leitsymptomen aus. Innerhalb kurzer Zeit würden Indikatoren wie „Schmerzen“, „Blutverlust“, „Bewusstsein“, „Temperatur“ und „Krankheitsdauer“ eingeschätzt und entsprechend dieser Einschätzung der Patient in eine von fünf Gruppen eingeordnet.

veröffentlicht am 01.10.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 11:21 Uhr

270_008_5865135_hm205_0110.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Zur Orientierung gäbe es einen Farbcode, ähnlich einer Ampel, so Dr. Miele. Rot für lebensbedrohlich, Orange und Gelb für dringlich. Grün für einen weniger gravierenden medizinischen Notfall und Blau ist kein dringlicher Notfall. In die Gruppe von Grün und Blau fallen beispielsweise grippale Infekte, mäßige oder leichte Schmerzen, entzündete Pickel oder bereits länger bestehende Gelenkbeschwerden, die plötzlich die Bewegung erschweren. Wartezeiten in der Notfallaufnahme des Klinikums sind für diese Patientengruppen oft unausweichlich.

Doch das muss nicht sein, denn die niedergelassenen Ärzte halten bereits seit Jahren eine gut ausgestattete Notfallpraxis in den Räumen des „Centralen Krankentransportes“ am Bahnhof vor. Der KV-Kreisstellenvorsitzende, Dr. Jens Mosel, erläutert die rechtlichen Bedingungen der Notfallpraxis Hameln: „Die Kassenärztliche Vereinigung hat im Rahmen der ihr vom Gesetzgeber übertragenen Aufgaben die Pflicht, für die ausreichende Notfallversorgung der Bürger außerhalb der Praxisöffnungszeiten zu sorgen und organisiert daher den Notfalldienst bzw. ärztlichen Bereitschaftsdienst.“ Zu den sprechstundenfreien Zeiten stellten die Vertragsärzte den Notfalldienst sicher. Dessen Aufgabe sei es, bei dringender Behandlungsbedürftigkeit durch Sofortmaßnahmen die Zeit bis zum Einsetzen der normalen ärztlichen Versorgung zu überbrücken. „Er ist abzugrenzen vom Rettungsdienst“, betont Mosel. Dessen Aufgabe sei es unter anderem, unverzüglich Maßnahmen zur Lebenserhaltung oder zur Verhinderung schwerer gesundheitlicher Schäden einzuleiten. „In der Vergangenheit haben viele Hilfesuchende nicht gewusst, dass es in Hameln zwei Säulen der Notfallversorgung gibt“, bedauert Mosel. Wendeten sich Patienten an die jeweils am besten geeignete Stelle, könnten Wartezeiten vermieden werden. Aktuell stünden etwa 6000 Notfallversorgungen in der Notfallpraxis den rund 28 000 Versorgungen im Sana-Klinikum gegenüber. „Eine Wartezeitverringerung ist ein großes Anliegen in unserer Notfallaufnahme im Klinikum“, betont Dr. Miele, „darum haben wir uns mit den Koordinatoren der Notfallpraxis zusammengesetzt um einerseits die medizinischen Schnittstellen, andererseits aber auch den Bekanntheits- und Nutzungsgrad beider Möglichkeiten der Notfallversorgung zu optimieren“. Dazu gehöre auch, Patienten aus der Notfallaufnahme des Klinikums an die Notfallpraxis Hameln weiterzuleiten. Erste Schritte für bessere Information seien bereits getan, so Dr. Mosel. So sei eine Internetseite entwickelt worden, auf der Informationen zu finden sind. Die Notfallpraxis ist unter 05151/22222 zu erreichen, im Internet unter www.notfallpraxis-hameln.de, das Sana-Klinikum in Notfällen unter 05151/97 2233 oder im Internet unter www.sana-hm.de.

Ein gebrochenes Bein –ein typischer Fall für die Notaufnahme.

Foto: Bildebox



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare