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Stadtwerke haben Alkoholverbot am Rondell-Kiosk erlassen

Hamelner nach Bierkauf des Platzes verwiesen

HAMELN. Haben die Stadtwerke und ein Kioskbetreiber zwei Hamelner im Regen stehen lassen? Nach Auffassung zweier Männer ist ihnen genau das am Sonntag widerfahren, wie sie dem „Kümmerer“-Portal der Dewezet-Redaktion gegenüber schildern.

veröffentlicht am 18.03.2019 um 17:20 Uhr
aktualisiert am 19.03.2019 um 11:41 Uhr

Bier kaufen ist am Rondell-Kiosk möglich, es dort zu trinken, ist verboten. Foto: Dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite

Demnach waren die beiden Männer mittleren Alters per pedes auf dem Weg in die Innenstadt. Beim Kiosk am Rondell-Parkhaus kauften sie sich Zigaretten und zwei Dosen Bier, für jeden eine, für später. Dann kam es mal wieder zu einem Wolkenbruch, wie es am vergangenen Sonntag öfter der Fall war. Es regnete also in Strömen, die beiden Herren stellten sich vor dem Kiosk unter das Dach des Rondells, um den Regen abzuwarten und öffneten derweil ihre Bierdosen. Daraufhin sei der Kioskbetreiber auf sie zugekommen und habe sie darauf hingewiesen, dass das Biertrinken dort verboten sei, und sie deshalb des Platzes verwiesen.

Wieso das?, hätten die Männer gefragt. Anweisung der Stadtwerke Hameln, die den Kiosk verpachteten, habe die Antwort gelautet. Wenn sie also nicht sofort gehen würden, dann würde er die Polizei alarmieren. Doch dazu kam es nicht mehr. Die Männer seien durch den Regen marschiert, um sich dann an der Erichstraße unter einem Vordach unterzustellen und nach dem Regen weiterzuziehen.

Die Stadtwerke Hameln, die als Eigentümerin des Rondell-Parkhauses den dazugehörigen Kiosk verpachten, bestätigen den Vorfall auf Anfrage der Dewezet, weichen in einem Punkt aber von der Schilderung der beiden Männer ab. „Nach Rücksprache mit dem Kioskbetreiber wurde den beiden Männer angeboten, sich anstatt im Eingang des Parkhauses an einem anderen Bereich unterzustellen“, teilt Sprecherin Natalie Schäfer mit. „Unser Ansatz ist nicht, jemanden im strömenden Regen stehen zu lassen.“

Eine Erklärung, die bei den Betroffenen jedoch nur Kopfschütteln auslöst, hätten sie dem Kioskbetreiber doch genau das angeboten. Nein, habe der mit Blick auf die zwei Bierdosen erwidert, am Rondell dürfe nirgends „gesoffen“ werden.

Doch der Kioskbetreiber hat wohl tatsächlich lediglich auf Anweisung der Stadtwerke gehandelt. „Wir wollen vermeiden, dass größere Gruppen vor oder an beziehungsweise in unseren Parkanlagen Alkohol verzehren, zumal es in der Vergangenheit hierüber auch Beschwerden gab“, führt Sprecherin Natalie Schäfer aus. „Insofern haben wir mit dem Kioskbetreiber vereinbart, dass zwar Alkohol verkauft werden kann, aber ein Verzehr unmittelbar am oder im Parkhaus nicht erlaubt ist.“ Ein Hinweisschild darauf findet sich an dem Kiosk allerdings nicht.

Mein Standpunkt
Philipp Killmann
Von Philipp Killmann

Seine Kunden in den Regen zu schicken, weil sie sich die Wartezeit mit einem gerade gekauften Bier versüßen wollen, geht gar nicht. Und wenn das verboten ist, dann muss darauf schon beim Verkauf des Bieres hingewiesen werden. Aber anscheinend hat sich die einen Stadtteil belebende Kioskkultur, in welcher ein Kiosk als Treffpunkt für die Nachbarschaft dient, noch nicht bis zu den Stadtwerken rumgesprochen. Schade eigentlich. Denn wer sich nicht benimmt, der kann immer noch des Platzes verwiesen werden.



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