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Projekt „Anica“ soll zum dauerhaften Programm werden

Hamelner Klinik erklärt dem Brustkrebs den Krieg

Mit dem Bewilligungsbescheid von Helga Kappmeyer (re.) geht Anica in die nächste Runde. Chefarzt Dr. Thomas Noesselt, Anica-Mitarbeiterin Andrea Hahne und Ex-Patientin Manuela Steding freuen sich. Foto: hx

veröffentlicht am 09.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 06:41 Uhr

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Hameln (CK). Brustkrebs – diese Diagnose ist für betroffene Frauen fast immer niederschmetternd. Diagnose, Therapie, und dann? „Ergänzende Angebote waren im System bisher nicht vorgesehen“, sagt Dr. Thomas Noesselt, Leiter der Frauenklinik am Kreiskrankenhaus Hameln, einem zertifizierten Brustzentrum. Hier geht man deshalb seit einem Jahr neue Wege: „Anica“ (Animum Capere = Mut fassen) heißt das Projekt, das Noesselt zum Programm machen möchte.

Andrea Hahne, eine Kinderkrankenschwester, die auch im Pflegebereich gearbeitet und Gesundheitswissenschaften studiert hat, ist selbst Betroffene. Sie ist seit einem Jahr als Patientenberaterin und -begleiterin tätig und absolviert gerade eine psychoonkologische Zusatzausbildung. „Damit können wir Frauen mit Brustkrebs langfristig betreuen, was das Krankenhaus sonst nicht leisten könnte“, freut sich Noesselt. Denn häufig wurden Frauen, wenn ihre Therapie beendet war, mit allen Sorgen und Ängsten, die diese Krankheit auslöst, allein gelassen. Noesselt: „Ambulant gab es da fast nichts.“

Umso mehr sieht Noesselt die Notwendigkeit, eine Stelle zu haben, die Betroffenen in allen Fragen rund um den Krebs berät und ihnen Mut macht. Die darüber hinaus auch als Ansprechpartner für Angehörige fungiert, die mit der Situation oftmals überfordert wären, auch das eine Aufgabe, die im Krankenhaussystem nicht vorkommt. Andrea Hahne, die eine ABM-Stelle hat, soll für Frauen mit Brustkrebs nach deren Behandlung erste Adresse sein.

Arbeitsagentur ist überzeugt

Und von der Notwendigkeit dieser Tätigkeit ließ sich auch die Arbeitsagentur überzeugen: Helga Kappmeyer, die in der Behörde als Gleichstellungsbeauftragte arbeitet, brachte gestern den entsprechenden Bewilligungsbescheid mit. Große Freude denn auch bei Noesselt, der sagt: „Wir brauchen dieses zweite Jahr, um eine dauerhafte Integration der Arbeit von Frau Hahne in unser Kliniksystem zu erreichen. Der Krankenhausträger hat sich bereit erklärt, nach Ablauf dieses zweiten Jahres eine dauerhafte Stelle zu schaffen, was wiederum Qualitätsmanager Peter Hoexter stolz macht: „Damit sind wir wegweisend.“

Manuela Steding hat von Anica profitiert. Die 45-Jährige fiel zunächst in ein tiefes Loch, als sie erfuhr, dass sie Brustkrebs hat: „Das zieht einem den Boden unter den Füßen weg.“ Andrea Hahne, so sagt sie, habe versucht, sie aus dem Loch rauszuholen und dem Krebs den Kampf anzusagen. „Ängste und Sorgen belasten auch heute noch, aber ich habe es geschafft“, meint sie rückblickend.

Zu schaffen, da sind sich Noesselt und Hahne einig, ist einiges. Durch die Stärkung des Selbstbewusstseins, durch Sport, durch kreatives Tun. 162 Beratungsgespräche hat Andrea Hahne in einem Jahr geführt, Tendenz steigend. Aber es lohnt sich, glaubt sie. Und Noesselt ergänzt: „Die Heilungschancen bei Brustkrebs sind gut. Worum wir uns jetzt aber noch mehr kümmern müssen, sind Betroffene im hohen Alter.“

Informationen unter www.ani-ca.de.

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