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Interhelp bittet um Unterstützung

Hamelner helfen in Kroatien – „Die Lage ist kritisch“

HAMELN/NOVSKA. Die Erde bebt in Kroatien – und sie kommt seit Anfang Januar nicht zur Ruhe; immer wieder gibt es teils schwere Nachbeben. Viele Menschen sind in Not – sie haben über Nacht alles verloren, was sie besaßen. Manche schon zum zweiten Mal in ihrem Leben. Denn der Krieg auf dem Balkan liegt noch nicht lange zurück.

veröffentlicht am 09.01.2021 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.01.2021 um 14:00 Uhr

Die Beben forderten Tote und Verletzte. Häuser sind eingestürzt oder teils schwer beschädigt. Hunderte Familien sind nach Angaben der Hilfsorganisation Interhelp obdachlos geworden. Aus Angst vor weiteren Erdbeben schlafen Familien im Auto, teilweise zu viert oder zu fünft. Andere liegen auf Strohballen. Es ist nass und kalt. Vor allem die Kinder und die Alten leiden. Erst am Mittwoch wurde wieder ein Beben registriert – diesmal der Stärke 5,3.

Die heimische Hilfsorganisation Interhelp – Deutsche Gesellschaft für internationale Hilfe – mit Sitz in Hameln ist um Hilfe gebeten worden. „Es gibt viele Opfer, die dringend Hilfe benötigen“, sagt Interhelp-Vorsitzender Ulrich Behmann. Die Not sei groß. Die Ehrenamtlichen rufen zu Spenden auf, sie wollen gemeinsam mit den kroatischen Gemeinden in Hameln und Hannover so schnell wie möglich einen Hilfsgütertransport zusammenstellen und auf die Reise auf den Balkan schicken. Die in Deutschland lebenden Kroaten unterstützen Interhelp bei der Planung und beim Sammeln und Sortieren der Spenden. Neben Geld werden vor allem Hygieneartikel wie Babywindeln, Vorlagen für Erwachsene, Seife, Shampoo, aber auch warme Kleidung und Konserven, Schlafsäcke und Campingkocher benötigt. Behmann hofft, dass die Menschen im Weserbergland ihre Herzen und ihre Portemonnaies öffnen werden – so, wie sie es schon in den 1990er Jahren während des Krieges im ehemaligen Jugoslawien gemacht haben.

„Wir müssen helfen in dieser schweren Zeit“, sagt auch Interhelp-Vorstandsmitglied und Schirmherr Alexander zu Schaumburg-Lippe, der gerade versucht, Sachspenden für Kinder in Not zu beschaffen. „Die Lage ist kritisch“, meint Mihaela Knezevic. „Das Wetter ist regnerisch, und Überflutungen drohen. Hilfskräfte reparieren provisorisch Häuser. Durch die Nachbeben und den Regen ist das aber nicht so einfach. Ein Helfer ist ums Leben gekommen, als er ein beschädigtes Dach reparieren wollte. Die Menschen sind verängstigt, vielen fehlt ein Dach über dem Kopf“, schildert die gebürtige Hamelnerin die Situation in ihrem Heimatland. Mindestens 50 000 Menschen sollen von Schäden an ihren Wohn- oder Wirtschaftsgebäuden betroffen sein. Das Krankenhaus in Sisak sei zum Teil geräumt worden. Seniorenheime wurden evakuiert.

„Bitte helfen Sie uns helfen. Jeder Euro hilft“, sagt Behmann. Hilfe werde auch im Landkreis Schaumburg organisiert. „Wir machen mit, tun, was wir können“, so Dr. Dieter F. Kindermann, Präsident der Interhelp-Partnerorganisation „ICH – International Children Help“. Das Schaumburger Kinderhilfswerk „ICH“ hat am Freitag spontan (über-)lebenswichtige Hilfsgüter und 500 Euro zugesagt.

Hinweis: Sachspenden-Angebote werden unter Telefon 0176/20832133 entgegenkommen. Geldspenden können auf die Interhelp-Spendenkonten (IBAN: DE32 2545 0110 0000 0332 33, Sparkasse Hameln-Weserbergland, sowie IBAN: DE49 2546 2160 0700 7000 00, Volksbank Hameln-Stadthagen) überwiesen werden. Spendenquittungen werden ausgestellt. Informationen im Internet: www.interhelp.info red



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