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Klinik-Kläranlage eingeweiht / Wasser-Projekt gestartet / Ministerpräsident Wulff dankt Interhelp

Hamelner helfen – „Euch schicken die Götter“

Hameln/Balapitiya (cla). Es ist ein Tag der Freude – Trommler und Tänzerinnen sind zur Einweihungsfeier angereist, um mit Gesängen und lautem Getöse böse Dämonen von einem Ort der Hoffnung zu vertreiben. Auf dem Gelände des Balapitiya Base Hospitals hat die Hamelner Hilfsorganisation „Interhelp – Deutsche Gesellschaft für internationale Hilfe“ im Auftrag des Landes Niedersachsen eine Klinik-Kläranlage gebaut.

veröffentlicht am 03.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 09:21 Uhr

Eingeweiht: Die von den Hamelnern gebaute Kläranlage auf Sri Lan
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Am 1. April 2008, dem Tag der Grundsteinlegung, war die Situation noch prekär: Die stinkende Brühe, die aus den maroden Sickergruben des 346-Betten-Hauses lief, bedrohte eine ganze Siedlung.

Das hat sich mit der Hilfe aus Niedersachsen geändert: Die krank machenden Abwässer verseuchen nicht mehr länger das Grundwasser, sie werden aufbereitet. „Euch schickten die Götter. Die Klinik ist froh und dankbar, und die Menschen in den Dörfern sind glücklich und können wieder lachen“, sagt Medical Director Dr. Jayantha Bandarg Senerath – und fügt hinzu: „Den Spendern gebührt unser aller Dank.“

Gesundheitsminister Agulugha Piyasiri spricht Interhelp und dem Land Niedersachsen Lob und Anerkennung aus: „Sie haben uns geholfen, als die Not am größten war. Das werden wir Ihnen niemals vergessen.“

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Vor genau einem Jahr hatte das niedersächsische Umweltministerium den gemeinnützigen und mildtätigen Hamelner Verein „Interhelp“ mit der Umsetzung der Hilfsmaßnahmen in dem fernen südasiatischen Inselstaat beauftragt. Der 42 000 Euro teure Bau wurde mit Spenden der BHW-Mitarbeiter und der Einwohner der Stadt Peine finanziert.

Verseuchte Brunnen –

Kinder werden krank

„Es macht mich stolz, dass Mitbürger aus Niedersachsen durch ihr selbstloses Engagement und ihre Spendenbereitschaft geholfen haben, die große Not der von der Tsunami-Katastrophe getroffenen Menschen auf Sri Lanka zu lindern. Das Provinzkrankenhaus in Balapitiya wird mit der neuen Kläranlage zum Wohle der Menschen, die Hilfe dringend benötigen, nachhaltig gestärkt“, sagt Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander.

Die Hilfsmaßnahmen werden fortgesetzt. „Am Montag haben wir im Dorf Pinhena auf Sri Lanka das 35 000-Euro-Projekt ,Wasser ist Leben’ gestartet – im Auftrag des Landes Niedersachsen“, sagt Interhelp-Vorsitzender Ulrich Behmann. „In unserem Ort sind alle Brunnen verseucht. Bitte helfen Sie uns. Wir sind in großer Not“, hatte Landrat Piyal Nishanta De Silva in einem Brief an Interhelp geschrieben. 300 Familien mit 900 Kindern leben in Pinhena. Viele sind schon krank. „Die einzige brauchbare Quelle liegt tief im Urwald. Wer etwas Geld hatte, ist längst weggezogen“, berichtet Reinhold Klostermann, Leiter der Medical Task Force von Interhelp.

Die Hamelner Helfer gingen professionell vor und seien sparsam mit den Spenden umgegangen, sagt Minister Sander. „Dadurch ist es möglich, nun auch noch ein Dorf mit Trinkwasser zu versorgen. Das ist nachhaltige Hilfe, wie wir sie uns vorgestellt haben.“ Interhelp-Schirmherr Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe, der auf eigene Kosten zu den Feierlichkeiten nach Sri Lanka gereist war, nickt: „Was Interhelp macht, ist gelebte Hilfe zur Selbsthilfe.“

Lob kommt auch von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff: „Interhelp leistet eine wichtige und unverzichtbare Arbeit: Unterstützung von Menschen in Not, die sich meist selbst nicht helfen können – insbesondere bei schweren Naturkatastrophen. Das humanitäre Engagement der Mitglieder von Interhelp ist beachtlich und verdient hohe Anerkennung. Eine Spende für Interhelp hilft nicht nur den Menschen in Not auf anderen Kontinenten, sondern unterstützt gleichzeitig das erfolgreiche und nachahmenswerte bürgerschaftliche Engagement von Interhelp.“

www.interhelp.info – Spendenkonto: 20313 bei der Sparkasse Weserbergland (BLZ 254 501 10)

In Pinhena startet Interhelp das Projekt „Wasser ist Leben“. Die Dorfbewohner zeigen Fürst Alexander, Reinhold Klostermann und Ulrich Behmann die verseuchten Brunnen.

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