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Vertrag soll kommende Woche unterschrieben werden / Technologiezentrum geplant – und über 30 neue Arbeitsplätze

Hamelner Firma „Aequitas“ will Cemag-Komplex kaufen

Hameln (wer/CK). Mehr als zwei Jahre steht das Verwaltungsgebäude der 2009 in Insolvenz gegangenen Cemag-Holding im Hottenbergsfeld leer, jetzt ist ein Ende der Durststrecke in Sicht: Nach Dewezet-Informationen will das Hamelner IT-Unternehmen Aequitas WBL GmbH die Sorgen-Immobilie erwerben. Am Freitag kommender Woche soll der Vertrag mit dem Insolvenzverwalter und den Gläubigerbanken unterzeichnet werden.

veröffentlicht am 11.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 05:41 Uhr

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Die Firma Aequitas wurde erst 2007 im Hamelner Hefehof gegründet, seitdem ist sie vor allem mit einem beschäftigt: Wachstum. Derzeit zählt das Unternehmen rund 30 Mitarbeiter, verbucht einen Umsatz von acht Millionen Euro (2011).

Das Hauptgeschäftsfeld liegt in Beratungen und Produktentwicklungen im IT-Bereich (Aequitas ist Service-Partner der SAP AG) sowie im Outsourcing von Geschäftsprozessen und der Projektentwicklung von Solar- und Windkraftwerken. Mehrheitsgesellschafter sind die Geschäftsführer Frank Beck und Jens Brakhage, außerdem halten die Aequitas Limited aus England und die Aequitas AG aus Hamburg Anteile.

Geschäftsführer Beck bestätigte gestern Abend gegenüber der Dewezet die Ambitionen des Unternehmens, den Hauptsitz ins Hottenbergsfeld zu verlegen und im alten Cemag-Gebäude weiter zu wachsen: Über 30 neue Arbeitsplätze sollen hier entstehen. Für das Unternehmen sei der Umzug ein „Meilenstein“.

Außerdem soll das Schwesterunternehmen E.V.O. (das ebenfalls von Beck und Brakhage gemanagt wird und in der Energieberatung tätig ist) perspektivisch mit weiteren rund 60 Mitarbeitern vom Hefehof an den neuen Standort wechseln. Geplant ist ein „Kompetenz- und Technologiezentrum“, an dem sich weitere Firmen beteiligen können: Nur einen Teil des künftigen „Aequitas Centers“ (der Name „Cemag“ soll möglichst schnell getilgt werden) will man selbst nutzen, komplette Etagen oder Einzelbüros sollen an innovative Interessenten vermietet werden. Außerdem ist ein „Schulungszentrum“ für Tagungen und Workshops geplant.

Die Hamelner Firma hat seit geraumer Zeit nach einem neuen Standort gesucht und sich dabei auch in Richtung Hannover orientiert. Umso euphorischer fällt die Bewertung durch den städtischen Wirtschaftsförderer Dietmar Wittkopp aus: „Es ist mehr als toll, dass wir ein Hamelner Unternehmen für das Gebäude gewinnen konnten.“ Wittkopp glaubt fest an den Erfolg: Unter den Gläubigerbanken sei eine Einigung erzielt worden, und die Finanzierung sei durch ein heimisches Kreditinstitut gesichert.

Der Wirtschaftsförderer gerät richtiggehend ins Schwärmen, wenn er über die Aequitas GmbH spricht: „Ein Unternehmen, das sich in der Kürze der Zeit so prächtig entwickelt hat, habe ich in meinen 16 Jahren hier noch nicht erlebt.“

Lange hatte Insolvenzverwalter Ralph Bünning aus Hannover vergeblich nach einem Investor für die Cemag-Hinterlassenschaft gesucht. Die Stadtsparkasse Hannover hatte das Gebäude im Auftrag der IKB-Bank angeboten – ohne Erfolg. Das allerdings war nach Angaben von Bünning-Mitarbeiter Martin Schmidt nicht dem Zustand des Gebäudes geschuldet, im Gegenteil: Es wurde im Sommer klimatisiert, im Winter wenigstens teilweise geheizt, so dass man eigentlich „nur noch einen Schreibtisch reinstellen und einziehen“ müsse, wie der Jurist sich vor wenigen Wochen geäußert hatte.

Zwar hatte es immer mal wieder Interessenten gegeben, darunter auch die Technische Akademie, die letztlich in das ehemalige Wesertal-Gebäude in der Bahnhofstraße eingezogen ist – aber auch alle anderen waren über kurz oder lang wieder abgesprungen.

Schmidt hatte das vor allem darauf zurückgeführt, dass die Lage vor den Toren der Stadt wohl nicht so attraktiv sei. Nachdem ein Verkauf also immer wieder gescheitert war, hatte der Insolvenzverwalter zuletzt noch versucht, das mit viel Glas gestaltete Haus am Hang als Mietobjekt zu vermarkten, notfalls auch etagenweise – auch das aber letztlich ohne Erfolg.


Hell erstrahlt gestern Abend das Cemag-Gebäude. Ab dem 20. Januar soll es als „Aequitas Center“ wiederbelebt werden. Foto: Dana



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