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Auch Afghanistan-Einsätze trennen die Familien / Zeitpunkt des Truppenabzugs weiter offen

Hamelner Briten sollen Olympia sichern

Hameln. Die Stimmung in der ehrwürdigen Offiziersmesse der britischen Pioniere in der Linsingen-Kaserne ist längst nicht so heiter wie üblich. Ja – es ist eine Cocktailparty, wie sie alljährlich zu Ehren des Geburtstages von Königin Elizabeth II. gefeiert wird. Doch nicht nur die Zahl der geladenen Gäste ist deutlich reduziert worden – hier macht sich vielmehr auch schon fast so etwas wie Abschiedsstimmung breit. Denn viele Soldaten des 28. Pionierregiments werden Hameln verlassen, manche vorerst nur zeitweise, am Ende aber alle und für immer.

veröffentlicht am 23.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 03:21 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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Colonel Chaz Story, Kommandeur des 28 Engineer Regiments, wie die korrekte Bezeichnung lautet, gibt kein Geheimnis preis, wenn er sagt, dass eine Kompanie im September nach Afghanistan verlegt wird, gefolgt von einer weiteren ein halbes Jahr später. Vor allem aber: Wenn in Großbritannien die Olympischen Spiele beginnen, müssen rund 100 der 700 in Hameln stationierten Soldaten, die sich hier „als Teil einer Gemeinschaft“ fühlen, auf der britschen Insel für Sicherheit sorgen. Der Kommandeur: „Das ist zwar eine gute Gelegenheit zum Training, bedeutet aber auch eine weitere Trennung unserer Leute von ihren Familien.“

Eine Trennung auf Zeit, der schon bald eine weitere, schwerwiegende folgen könnte: der komplette Abzug der britischen Pioniere aus der Rattenfängerstadt. Genaues kann der Colonel natürlich nicht sagen, nur so viel: „In Großbritannien wartet man derzeit auf das Ergebnis einer Studie zur Reform der Streitkräfte, das spätestens im Herbst vorliegen soll.“

Auch Bürgermeisterin Ursula Wehrmann (Grüne) betrachtet die Pläne für den Anzug der britischen Streitkräfte aus Deutschland – wie wohl alle in der Stadt – „mit großer Sorge“. „Die Soldaten und ihre Familien sind in den vergangenen Jahrzehnten zu unseren Freunden geworden, die wir nur ungern gehen lassen“, sagt sie nach ihrer auf Englisch gehaltenen Einleitung. Noch gebe es zwar keinen verbindlichen Zeitplan für den Abzug, doch alle wüssten, dass die Uhr laufe, so die Bürgermeisterin. Sie appelliert deshalb auch an den Bund und das Land Niedersachsen, die betroffenen Standorte in dieser Frage nicht allein zu lassen.

Trotz der Debatten um einen Truppenabzug gebe es natürlich weiterhin genügend militärische Aufgaben, so vor allem in Afghanistan“, fährt Wehrmann fort, die den Einsatz der Pioniere „hart und gefährlich nennt und versichert: „Wenn wir in den Nachrichten Meldungen aus Afghanistan hören, sind unsere Gedanken immer auch bei Ihnen.“ Ausdrücklich dankt die Grüne den britischen Pionieren im Namen der Stadt für deren Einsätze und bescheinigt ihnen, einen „wichtigen Beitrag für Frieden und Sicherheit“ zu leisten.

Nach so vielen ernsten Worten werden die Gäste ins Freie gebeten und nehmen auf den Tribünen am großen Exerziergelände Platz. Dort können sie den heiteren Melodien der „Band and Bugles of The Rifles“ folgen, die mit „quick march“ – schnellen Schritten in perfekter Formation – unterhält, bevor mit Nationalhymne und Zapfenstreich die Party ausklingt.

Schickt seine Soldaten zu den Olympischen Spielen und nach Afghanistan: Colonel Chaz Story (li.), Kommandeur des in Hameln stationierten 28 Engineer Regiments.

Perfekt in Musik und Choreografie: die „Band and Bugles of The Rifles“.

Fotos: Wal



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