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Nach Reizgas-Einsatz – Kommissare überwältigen „alten Bekannten“ / Sechs Verletzte

Hamelner bewirft Polizeigebäude mit Steinen

HAMELN. Vor der Polizeiwache an der Lohstraße ist es am späten Montagnachmittag zu einem Vorfall gekommen, bei dem Polizisten Reizgas eingesetzt haben - mehreren Beamten, die zuvor einen äußerst aggressiven Mann umringt hatten, gelang es danach, den amtsbekannten Mann, zu überwältigen und zu fesseln.

veröffentlicht am 04.09.2018 um 09:13 Uhr
aktualisiert am 04.09.2018 um 12:00 Uhr

Ein Spurensicherungsteam der Tatort-Gruppe hat die Stellen, an denen Steine die Fassade des Polizeigebäudes getroffen haben, mit Pfeilen markiert. Foto: UBE
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Die Polizei vermutet, dass der 34-Jährige „psychisch gestört“ ist. Er habe das Dienstgebäude mit Steinen beworfen, teilte Hauptkommissar Jens Petersen am Dienstag mit. Um ein Haar hätte ein handtellergroßer Stein einen Oberkommissar am Kopf getroffen. Nach Recherchen der Dewezet könnte das Verhalten des Hamelners mit einem Gerichtsverfahren zusammenhängen, das am Montag in Hameln beginnt. Der Mann soll dann auf der Anklagebank sitzen. Die Polizei hat gegen den Aggressor bereits mehrere Ermittlungsverfahren - überwiegend wegen Bedrohung, Störung des öffentlichen Friedens durch Androhen von Straftaten, Körperverletzungen und Hausfriedensbruch - geführt.

Wollte sich der 34-Jährige dafür bei der Polizei rächen? Die Beamten in den Wachräumen hatten gegen 17.30 Uhr ein lautes Knallen an der Scheibe gehört. Als sie nach dem Rechten schauten, sahen die Wachhabenden einen „alten Bekannten“, der Steine in den Händen hielt. „Ein Kollege wollte die Person ansprechen. Er öffnete dazu einen Spalt weit die Eingangstür der Wache. Trotz der Aufforderung, die Steine wegzulegen, warf der Mann einen größeren Stein in Richtung Eingangstür. Der Polizeioberkommissar konnte noch rechtzeitig die Tür zuziehen, so dass der handtellergroße Stein zwar auf Höhe eines Kopfes einschlug, jedoch an der massiven Glasscheibe abprallte“, schildert Petersen die gefährliche Situation.

Wenig später trafen die zwischenzeitlich angeforderten Streifenwagen-Besatzungen ein. Der Tatverdächtige sei umstellt worden, hieß es. „Er wurde erneut aufgefordert, die Steine auf den Boden zu legen. Als er nach mehrmaliger Aufforderung die Steine nicht auf den Boden legte und seine Körpersprache eine zunehmende Aggressivität erkennen ließ, kam es zum Reizgaseinsatz gegen den Aggressor“, berichtet der Hauptkommissar. „Der apathisch wirkende Mann wurde danach überwältigt, gefesselt und in Gewahrsam genommen.“ Durch den Pfefferspray-Einsatz erlitten neben dem 34-Jährigen auch fünf eingesetzte Polizisten leichte Haut- und Atemwegsreizungen. Die Beamten konnten aber nach kurzer Behandlung ihren Dienst fortsetzen. An der Gebäudefront des Polizeigebäudes konnten bislang fünf Steineinschläge festgestellt werden. Inwieweit Schäden entstanden sind, müsse geprüft werden, hieß es.

Der Beschuldigte ist bereits in psychiatrischer Behandlung gewesen und wiederholt wegen Bedrohungshandlungen gegen Behörden und Amtsträger aufgefallen. Nach einer Begutachtung durch einen Amtsarzt wurde er in eine psychiatrische Fachklinik eingewiesen.



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