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Freundeskreis sammelt bundesweit Millionen für die äußere Gestaltung des Berliner Barockbaus

Hamelner bauen mit am Schloss

veröffentlicht am 05.10.2016 um 16:59 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:26 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Das Schloss war 1950 durch die DDR gesprengt worden, nun soll es am 14. September 2019 wieder eingeweiht werden. Am Dienstagabend hatte der Freundeskreis im Kunstkreis den Initiator des Projekts, den Hamburger Wilhelm von Boddien, zu Gast und dabei mehr als 150 Zuhörer, vor allem natürlich Mitglieder des Freundeskreises, aber auch des Kunstkreises und des Hamelner Museumsvereins. Um die Fassaden des Baus in alter Schönheit wieder herzustellen, fehlen dem bundesweit Geld sammelndem Freundeskreis noch rund 44 Millionen Euro.

Dietrich Burkhart, der Sprecher des Freundeskreises in Hameln-Pyrmont, startete sein Engagement nach einer Ausstellung in der Hamelner Stadtgalerie, an der Bildhauer beteiligt waren, die jetzt am neuen Berliner Stadtschloss arbeiten und hat gemeinsam mit dem Ehepaar Karin und Friedrich Lücke sowie Jescow von Puttkamer rund 40 Streiter um sich versammelt. Ihre Motivation, wie Burkhart sie am Rande der Veranstaltung schildert: „Wir wollen dazu beitragen, dass die durch die Sprengung des Stadtschlosses verwaiste Berliner Mitte wieder in Gestalt des Schlosses in ihrer ursprünglichen Schönheit hergestellt wird. Wir lieben Deutschland, wir lieben Berlin und wir lieben unsere Kultur.“

90 Minuten lang schilderte Wilhelm von Boddien, gewürzt mit vielen Anekdoten und kleinen Erzählungen, die Geschichte des Stadtschlosses und seiner Zerstörung durch die Machthaber der DDR. „Selbst die sowjetischen Kulturoffiziere waren gegen die Zerstörung“, berichtete der 74-Jährige, der sich jahrzehntelang mit der Historie des Bauwerks beschäftigt hat und über einen großen Fundus vor allem auch historischer Bilder verfügt. „Wir haben das große Glück, dass wir aufgrund von rund 4000 Fotos, die vor der Zerstörung entstanden waren, das Schloss zu 99,5 Prozent wieder in seinem Originalzustand errichten können“, erklärte von Boddien. „Deshalb ist das aber keine Kopie“, betonte er. „Kein einziger der im 13. Jahrhundert errichteten Bauten hat heute noch seine ursprüngliche Fassade und ist deshalb trotzdem keine Kopie“, wies der Hamburger allenthalben geäußerte Kritik an dem Projekt zurück. Auch am Kölner Dom werde permanent gebaut; nie sei er ohne ein Gerüst und sei deshalb doch auch keine Kopie. „Dass Deutschland auch ein solches Projekt stemmen kann, beweist die Tatsache, dass wir zeitlich und finanzielle genau im Fahrplan liegen“, erklärte von Boddien.

Für das neue alte Berliner Stadtschloss ist auch schon eine Bestimmung gefunden: es wird nach seiner Einweihung als Humboldtforum dienen und die große ethnologische Sammlung, die bislang in Berlin-Dahlem beheimatet ist, beherbergen. Der 14. September 2019 wurde ganz bewusst als Einweihungstermin gewählt – es ist der 250. Geburtstag des großen Forschers Alexander von Humboldt.

Der Hameln-Pyrmonter Freundeskreis sammelt für ein spezielles Projekt an dem Schloss; er will die Herstellung von zwei Metopen genannten figürlich gestalteten Feldern im dorischen Fries des Kranzgesimses des Schlüterhofes finanzieren.



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