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„Wichtiger Bestandteil unserer Kultur“: Heimischer „Freundeskreis“ stiftet Sandstein-Rosetten

Hamelner bauen mit am Berliner Schloss

Hameln/Berlin. Heute Mittag wird der Grundstein gelegt. Damit wird ein kühner Plan konkret: Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses beginnt. Gut 20 Hamelner bauen mit.

veröffentlicht am 12.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 20:41 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Mitgebaut wird im ideellen und finanziellen Sinne: Vor zwei Jahren gründete sich der „Freundeskreis Hameln im Förderverein Berliner Schloss“. In ganz Deutschland existieren 13 solcher Freundeskreise. In Großstädten wie Düsseldorf, Bremen, Hamburg und München – und eben in Hameln. Sprecher der Gruppe ist Dietrich Burkart, der sich auch als Kurator in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz engagiert. Er schwärmt von dem Projekt in der Berliner Mitte und sieht dringende Gründe für den Wiederaufbau: „Das Schloss ist ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur“, sagt der 78-Jährige. Alle Bauten der Museumsinsel seien auf das vor 63 Jahren auf Veranlassung der DDR-Regierung gesprengte Gebäude ausgerichtet. Nun klaffe eine Lücke in der Stadtarchitektur.

Das Projekt ist auch in finanzieller Hinsicht gigantisch: Insgesamt 590 Millionen Euro soll der Neubau kosten. Die prächtige Schlossfassade – 80 Millionen Euro sind veranschlagt – soll ausschließlich durch Spenden finanziert werden. Die Hamelner tragen ihren Teil dazu bei: Sie wollen zunächst zwei Metopen stiften – Sandstein-Rosetten, die ihren Platz unter dem Sims der Portale zum Schlossplatz finden sollen. 8790 Euro kostet jede Einzelne. Es dürften nicht die letzten Bausteine aus dem Weserbergland bleiben: 16 000 Euro hat der Freundeskreis bereits gesammelt.

Doch ist es sinnvoll, Herzblut und Geld in ein Bauprojekt in der fernen Hauptstadt zu investieren, während das nahe Hamelner Hochzeitshaus Hilfe bitter nötig hat? Für Burkart lautet die Frage: „Fühle ich mich mehr als Hamelner denn als Deutscher?“ Er beantwortet sie so: „Man kann beides.“ Das eine Projekt solle dem anderen auf keinen Fall die Mittel abziehen. So mancher könne sich Spenden für beides leisten.

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  • Die Hamelner Freunde des Schloss-Neubaus – links Sprecher Dietrich Burkart – wollen zunächst zwei Sandstein-Rosetten stiften. Wal/red
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  • Die Hamelner Freunde des Schloss-Neubaus – links Sprecher Dietrich Burkart – wollen zunächst zwei Sandstein-Rosetten stiften. Wal/red

Gut 20 Mitglieder zählt der Hamelner Freundeskreis. Hier engagiert sich beispielsweise Dr. Friedrich Lücke, der auch zum Vorstand des Bürgervereins Hochzeitshaus zählt. Der neue Verein will einen Bürgersaal im ersten und zweiten Stock des Gebäudes an der Osterstraße errichten. Nicht mal ein Hundertstel der Berliner Baukosten würde das nach Schätzung des Vereins kosten – bis zu fünf Millionen Euro.

Doch zurück in die Hauptstadt: Burkart macht sich heute mit drei Mitstreitern auf den Weg zur Grundsteinlegung. Der Sprecher rechnet nach diesem offiziellen Start mit einem Schub für das Projekt, so sei es auch beim Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden gewesen. Der Hamelner Freundeskreis könnte bald wachsen.

Kontakt: Freundeskreis Hameln im Förderverein Berliner Schloss, Dietrich Burkart, Telefon 05151/415 44.



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