weather-image
20°
Deutsche Minenräumer führen Hospital weiter / Interhelp sammelt für den Bau einer Schule

Hameln-Einsatz auf Haiti: 7200 Opfer versorgt

Hameln / Port-au-Prince (red). Die Medical Task Force der Hamelner Hilfsorganisation „Interhelp“ ist ins Weserbergland zurückgekehrt. Drei Wochen hatten die Freiwilligen auf Haiti Menschen in Not geholfen. Die Helfer, die im Katastrophengebiet Grauenvolles erlebt haben, sind körperlich wohlauf. „Einige werden jedoch das Angebot annehmen, Gespräche mit Notfallseelsorgern und Psychologen zu führen“, sagt Interhelp-Vorsitzender Ulrich Behmann.

veröffentlicht am 07.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 19:21 Uhr

270_008_4244001_hm301_0802.jpg
Weiterlesen mit Ihrem Digital-Abonnement
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die Zeltklinik auf dem Berg der Hoffnungslosen in Port-au-Prince, die mithilfe des Vereins „Demira – Deutsche Minenräumer“ errichtet wurde und den Namen „Hameln Hospital“ trägt, wurde von den heimischen Helfern an das befreundete Team der Minenräumer übergeben. „Die Kollegen werden unsere Arbeit gemeinsam mit israelischen Ärzten und haitianischen Krankenschwestern fortführen“, sagte Interhelp-Task-Force-Leiter Reinhold Klostermann. Zudem rückt bereits Verstärkung an. „Unser Kooperationspartner ,mfs International‘ hat am Sonntag eine Notärztin, fünf Sanitäter und 4,5 Tonnen medizinische Hilfsgüter nach Haiti geschickt“, so Behmann. „Die Ehrenamtlichen aus Frankfurt werden uns ablösen und im ,Hameln Hospital‘ mitarbeiten.“ Mit „mfs“ hatten die Interhelper bereits nach dem Tsunami auf Sri Lanka eng zusammengearbeitet. Ein Rettungssanitäter und eine Krankenschwester der gemeinnützigen Organisation gehörten dem Hamelner Interhelp-Team auf Haiti an.

In dem schwer zerstörten Karibikstaat sind die Erdbebenopfer dankbar für die medizinische Hilfe, die aus Hameln kommt. „Am letzten Tag kamen 241 Patienten zu uns, auch solche aus anderen Lagern“, berichtet Lehrrettungsassistent Bernhard Mandla. „Viele Patienten konnten wir durch unsere Versorgung vor dem sicheren Tod bewahren“, sagt Klostermann – und fügt hinzu: „Über 7200 Verletzte konnten in unserem Zuständigkeitsbereich behandelt werden. Wir sind wirklich an unsere Grenzen gestoßen, und nur durch unseren Zusammenhalt im Team konnten alle Aufgaben bewältigt werden.“

Der Koordinator der riesigen Notunterkunft, in der mehr als 75000 Menschen campieren, habe am Tag der Lazarett-Übergabe eine sehr bewegende Rede gehalten, erzählt der Hamelner OP-Pfleger Jens Kladen. „Er sagte, dass Gott das Interhelp-Team in den allerschwersten Stunden geschickt habe. Wir würden immer einen Platz in seinem Herzen haben. Der Dank aller Menschen Lager sei uns sicher. Wir waren gerührt. Es sind viele Tränen geflossen.“

Interhelp will sich auch in Zukunft in Haiti engagieren. „Wir sind auf der Suche nach einem geeigneten Projekt, setzen auf Nachhaltigkeit“, sagt Behmann – und fügt hinzu: „Wir möchten eine Schule oder ein Heim für Waisen oder für Kinder, denen Arme oder Beine amputiert werden mussten, bauen. Dafür sammeln wir Spenden.“

Geld kann ab sofort auf folgende Sonderkonten eingezahlt werden: Nr. 20313 bei der Sparkasse Weserbergland (BLZ 254 501 10), Nr. 33233 bei der Stadtsparkasse Hameln (BLZ 254 500 01) und Nr. 700 700 000 bei der Volksbank Hameln-Stadthagen (BLZ 254 621 60). Stichwort: Erdbeben.

Mehr im Internet unter www.interhelp.info oder www.wesio.de/user/Interhelp.

Interhelp-Lehrrettungsassistent Bernhard Mandla hat im „Hameln Hospital“ in Haiti einen kleinen Freund gefunden. In dem Feldlazarett wurden sehr viele Kinder behandelt.

Foto: interhelp.info

Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare