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ADFC lockt 170 Delegierte in die Stadt

Hameln wird Hauptstadt der Radfahrer

Hameln (git/fh). An diesem Wochenende blickt ganz Deutschland auf die Radfahrer in Hameln: 170 Delegierte kommen zur 30. Bundesversammlung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ins Weserbergland-Zentrum. Und dass davon auch der Rest Deutschlands etwas mitbekommt, ist natürlich Ziel des ADFC. Schließlich hat man so manches Anliegen, dass man der neuen Bundesregierung gern auf die politische Agenda diktieren würde.

veröffentlicht am 05.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 02:21 Uhr

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„In Verkehrs- und Stadtplanungen wird das Fahrrad noch zu oft vergessen“, stellt Bettina Cibulski, Sprecherin des ADFC-Bundesverbandes, fest. Das Fahrrad solle ernster genommen werden, „als Verkehrsmittel, nicht nur als Freizeitgerät“, fordert sie im Namen ihres Verkehrsclubs. Schließlich hat das Rad eine Menge schlagende Argumente auf seiner Seite: Emissionsfrei, erschwinglich, gesundheitsfördernd ist das Fahrrad – und, wie das Weserbergland weiß, ein einträglicher Tourismusfaktor.

Von der neuen Bundesregierung will der ADFC deshalb in Hameln Hilfe bei der „Abkehr von der autodominierten Verkehrsplanung“ fordern. Konkret geht es dabei etwa um Mittel für die Lobbyarbeit, öffentliche Unterstützung für Fahrradverleihsysteme oder auch das Radfahrer-Ärgernis ICE. In den schnellen Zügen können Fahrräder nämlich nicht mitgenommen werden. „Im IC schon, aber die gibt es ja immer weniger“, weiß Cibulski. Später wird an diesem Wochenende dann unter anderem noch über den Sinn oder Unsinn von Fahrradhelmen und Elektrofahrräder diskutiert.

Wenn das Treffen am Samstagmittag offiziell beginnt, kann der erste Vorsitzende der örtlichen ADFC-Kreisgruppe, Horst Maler, auf eine sehr anspruchsvolle Vorbereitungszeit zurückblicken.

Für die Ausrichtung der Versammlung musste sich der Kreisverband eigens bewerben, berichten Maler und sein ADFC-Mitstreiter, Horst von Bültzingslöwen. „Wir haben alle Register gezogen, um sämtliche Kriterien erfüllen zu können“, sagt Maler.

Ein Tagungslokal mit genügend Raumkapazitäten musste her. „Die Übernachtungsmöglichkeiten“, erklärt Maler, „sollten möglichst zentral liegen und logischerweise mit dem Rad gut erreichbar sein.“ Außerdem erwarteten die Delegierten ein ansprechendes kulturelles Rahmenprogramm für die drei Tage. Die Kreisgruppe bietet ihren Gästen deshalb bereits heute Nachmittag eine Stadtführung mit dem Rattenfänger und eine Radtour auf dem Weserradweg.

Etwa 80 Prozent der ADFC-Delegierten reist zur Bundesversammlung per Bahn an. Gut die Hälfte davon bringe wohl auch das eigene Fahrrad mit, weiß Maler von anderen Bundesversammlungen – eine weitere logistische Herausforderung. Für die ortsunkundigen Anreisenden hat der Kreisverband Fahrrad-Wegebeschreibungen zu den Veranstaltungsorten und den sechs Hotels ausgearbeitet. „Dabei ist uns wieder einmal aufgefallen, wie nötig wir doch in Hameln einen öffentlichen Radwegeplan für die Innenstadt haben,“ beanstandet der Vorsitzende des ADFC Hameln-Pyrmont. Als eines darf die Ausrichtung der ADFC-Versammlung aber ohnehin nicht verstanden werden. Als Auszeichnung für die Fahrradfreundlichkeit der Rattenfängerstadt: „Was das angeht, ist die Wahl des Ortes Zufall“, sagt Bundespressesprecherin Cibulski.

„Einiges Kopfzerbrechen“ bereitete den örtlichen ADFC-Vertretern auch noch die Frage nach den Unterstellmöglichkeiten für die zu erwartende Masse an Fahrräder am Weserberglandzentrum. Eine HMT-Mitarbeitern schlug schließlich vor, die Räder in der Garderobe des Zentrums unterzustellen. „Das ist natürlich eine sehr fahrradfreundliche Geste“, lobt Maler. Und über die freut sich ein ADFC-Vorsitzender immer.

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