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Was bedeutet der Demografische Wandel für die Stadt?

Hameln wird älter? „Keine Katastrophe“

Hameln. Angenommen, man könnte in die Zukunft schauen: Wie sieht wohl ein Gang durch Hamelns Osterstraße im Jahr 2030 aus? Welche Menschen sind dort unterwegs? Wird sich das Gehtempo entschleunigen?

veröffentlicht am 07.02.2016 um 20:25 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:14 Uhr

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Auffällig ist: Fast jeder dritte Hamelner ist ein Rentner – es sind die „Babyboomer“ der 60er und 70er, die nun ihren Ruhestand genießen und durch die Innenstadt schlendern. Vielleicht sind auch hektische Mitarbeiter der Agentur für Arbeit und heimischen Wirtschaftsunternehmen zu sehen, die jüngere Menschen ansprechen, weil sie dringend Nachwuchskräfte suchen. Was ist noch zu bemerken? Fast jeder Zweite macht keinen Familieneinkauf, sondern kauft nur Kleinigkeiten für sich selbst ein – denn über 40 Prozent lebt in einem Single-Haushalt.

„Das ist alles keine Katastrophe“, kommentiert Prof. Ruth Rohr-Zänker von der Universität Oldenburg. Sie beschäftigt sich mit der Entwicklung und Gestaltung des demografischen Wandels in Kommunen – und wird in die nächste Veranstaltung des Bürgerdialogs „Hameln 2030“ thematisch einführen. Keine Katastrophe, eine beruhigende Nachricht in Zeiten, in denen die Alterung vielen Bürgermeistern schlaflose Nächte bereiten mag. „Man muss einfach akzeptieren, dass die Gesellschaft sich ändert.“ Was nicht bedeuten soll, so Rohr-Zänker, dass man in Resignation versinken soll. Aber die Erwartung, die Deutsche könnten unter sich bleiben und trotzdem mehr werde, sei schlicht unrealistisch.

Rentner können

wertvolle Arbeit leisten

Doch was ist nun realistisch, wenn man wissen will, auf was wir uns 2030 einstellen müssen? „Prognosen sind nie die Wahrheit“, schiebt Zänker vorweg. Und es gebe auch zwei widerstreitende Prognosen: Die eine geht davon aus, dass der Bevölkerungsrückgang eher noch weiter voranschreitet, eine andere geht davon aus, dass die Städte – auch Mittelstädte wie Hameln – stabil bleiben und sich sogar eine leichte Bevölkerungszunahme zeigt. Von einer „Trendumkehr“ spricht aber niemand, im Zweifel ist das Schrumpfen der Bevölkerung nur aufgeschoben. Fest steht in jedem Fall: Die geburtenstarken Jahrgänge werden älter.

Ist es also vergebene Liebesmüh, junge Familien nach Hameln locken zu wollen? Nein, es sei schon sinnvoll, meint die Demografieforscherin, die Jungen nicht aus dem Blick zu verlieren, aber es sei ebenso „Unsinn, zu hoffen, dass mit neuen Baugebieten massenhaft neue Familien kommen“. Heimatbindung sei das Zauberwort, das schon oft in diesem Zusammenhang gefallen ist – also Jugendliche, die in Hameln aufwachsen, nach der Ausbildungs- oder Unizeit wieder in die Heimat zurückzulocken. Allerdings sei diese Heimatbindung im Westen Deutschlands ohnehin schon stärker ausgeprägt als im Osten. Auch nach langer Berufstätigkeit kämen manchmal Menschen in ihre Heimatstadt zurück.

Was aber ist für die Älteren zu tun? Rohr-Zänker schlägt exemplarisch vor, das bürgerschaftliche Engagement weiter auszubauen. „Die Rentner sind ja nicht alle bedürftig, sondern können auch noch etwas für die Gesellschaft tun.“ Ob als Mentor für Jugendliche, als Flüchtlingshelfer – hier sind die „jungen Alten“ gefragt. Die Kommune könne dies mit einer entsprechenden Infrastruktur – Räumen, Technik, Weiterbildung – unterstützen. Auch das Sana-Klinikum wird sich auf die alternden Menschen einstellen müssen – dazu wird am Dienstag Geschäftsführer Marco Kempka als Podiumsgast Stellung beziehen. Damit die jungen Leute nicht zu kurz kommen, diskutiert auch Anna-Katharina Emmel, Vorsitzende des Stadtjugendrings Hameln, mit. Welche Chancen hat ihre Generation?

Die Podiumsdiskussion „Auf die Menschen kommt es an! Wie sich die Hamelner Bevölkerung entwickeln wird“, findet am Dienstag, 9. Februar, ab 19 Uhr bei der Firma Siegfried, Langes Feld 11, in Hameln statt.



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