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Wer Ruhe, Erholung oder Sportmöglichkeiten in der Natur sucht, muss in Hameln nicht lange suchen

Hameln - umgeben von Wald und Wasser

„Typisch Hameln!“, heißt es in Internetforen schnell, wenn in Hameln irgendetwas nicht so optimal gelaufen ist. Dabei gibt es doch so viel anderes, was das Prädikat „typisch Hameln“ zu Recht und als Auszeichnung tragen könnte. Denn die Stadt hat viel Positives zu bieten. In der ersten Januarwoche soll es in der Dewezet an jedem Tag auch um die schönen und gelungenen Seiten unserer Stadt gehen.

veröffentlicht am 02.01.2018 um 18:35 Uhr
aktualisiert am 02.01.2018 um 20:30 Uhr

Rechts und links der Weser sind die Waldgebiete für die Hamelner schnell erreichbar. Foto: wfx

Autor:

Lars Lindhorst und Philipp Killmann
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HAMELN. Für die meisten Hamelner ist es eine Selbstverständlichkeit: Sie haben es nie weit in den Stadtwald und finden dort neben einem intakten Ökosystem in aller Regel auch gepflegte und freigeräumte Wander- und Spazierwege, Sitzbänke, Parkplätze, Aussichtspunkte und Infotafeln vor. Doch selbstverständlich ist das nicht.

Die Hamelner können sich glücklich schätzen, einen der größten kommunalen Stadtwälder in Niedersachsen zu besitzen. Gut 29 Prozent des Stadtgebiets bestehen aus Waldfläche. Mit dem Klüt, dem Finkenborn, einem Teil des Riepens, dem Basberg und dem Schweineberg verfügen sie über rund 1200 Hektar Stadtwald. Das städtische Forstamt, personell von der Politik auf ein Minimum reduziert, hält den Wald in Schuss, das Geschäft mit dem Holz bildet seine Haupteinnahmequelle. Schon im 19. Jahrhundert wussten die Hamelner ihren Klüt zu schätzen, vor allem Georg Gottfried Kleinschmidt und Friedrich Wilhelm Heise setzten sich für den Hamelner Hausberg als Erholungsgebiet ein, Denkmäler erinnern an die beiden engagierten Bürger. Louis Katz schwor auf den Beitrag, den der Klüt zu seiner Gesundheit beigetragen habe, und spendete den Hamelnern 1910 die Katz-Grotte.

Auch Hamelner, die in der Nordstadt wohnen, haben sattes Grün genau genommen direkt vor der Haustür: Schweineberg, Basberg und Wehl begrenzen rechts der Weser das nordöstliche Stadtgebiet. Kaum etwas ist im Hamelner Norden einfacher, als „mal eben“ für einen Spaziergang oder auch eine Wanderung die angrenzende Natur zu nutzen – und mal tief Luft zu holen. Die Märzenbecherblüte lockt Jahr für Jahr besonders viele Naturfreunde auf den Schweineberg. Mit dem Naturschauspiel im Frühjahr werben sogar Hamelns Touristiker: Wegen des großen Märzenbecher-Vorkommens sei der Schweineberg schließlich im Jahr 1947 zum ersten flächigen Naturschutzgebiet Niedersachsens ausgewiesen worden. Laut Stadtforstamt erstrecken sich die Märzenbecher am Schweineberg auf über 1,5 Kilometer Länge und 100 bis 200 Meter Breite. Das etwa 170 Hektar große Naturschutzgebiet beherberge damit das wahrscheinlich größte Vorkommen des Frühblühers in ganz Norddeutschland.

Bekannt für die Märzenbecher-Blüte: der Schweineberg. Foto: Dana
  • Bekannt für die Märzenbecher-Blüte: der Schweineberg. Foto: Dana
Beliebt für Radtouren: der Weserradweg. Foto: Dana
  • Beliebt für Radtouren: der Weserradweg. Foto: Dana
Hamelns Hausberg: der Klüt. Unterhalb des Klütturms bietet sich ein weitläufiger Blick auf die Stadt. Das Klütrestaurant steht weiterhin leer. Foto: Dana
  • Hamelns Hausberg: der Klüt. Unterhalb des Klütturms bietet sich ein weitläufiger Blick auf die Stadt. Das Klütrestaurant steht weiterhin leer. Foto: Dana

Wer nicht allein auf Wanderschaft gehen mag, kann das ganze Jahr über geführte Touren über die Touristeninformation am Bürgergarten oder das Stadtforstamt buchen. Für Jogger oder Spaziergänger, die allein unterwegs sind, hat die Stadt sechs Rundwege für Schweineberg, Basberg und Wehl aufgelistet. Die Strecken sind zwischen einem und sechs Kilometer lang – in kurzer Zeit gut zu bewältigen. Einzusehen sind die Übersichtskarten (auch für Klüt, Finkenborn und Riepen) auf der Internetseite der Stadt Hameln: „Wandern im Stadtwald“ finden Internetnutzer etwas versteckt unter „Wirtschaft, Stadt & Umwelt“/„Umwelt“/„Landschaft und Erholung“/„Hamelns Landschaften“. Auch gibt es dort eine Übersicht über Sehenswertes und Historisches am Wegesrand.

Wenn es die Hamelner zur Erholung nicht in den Wald zieht, dann ans Wasser. Die Weser lädt zu Spaziergängen an der Promenade oder zu ausgiebigen Radtouren auf dem Weserradweg ein. Wassersportler kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Sie rudern die Weser auf und ab. Im Sommer begeistern sich viele für das Drachenbootrennen. Andere gehen mit ihrem eigenen Boot im Hafen des Motorboot-Clubs vor Anker.

Nur einen Steinwurf weiter hat der Sportfischerverein sein Domizil. Das ganze Jahr über zieht es etliche Angler ans Weserufer, an die Hamel, die Humme, die Remte oder an die Baggerseen und Teiche. Die Wasserqualität der Weser hat sich in den letzten rund 20 Jahren auch deutlich verbessert, sodass sich manche Hamelner an heißen Sommertagen sogar wieder im Fluss abkühlen. Der im Umland stark vertretenen Landwirtschaft ist die Feldmark zu verdanken, in die es ebenfalls viele Hamelner zieht. Sie gehen dort spazieren, joggen, walken, mit ihren Hunden Gassi, fahren mit dem Rad und lassen den Blick über die Landschaft schweifen. Wer viel Grün hat, muss allerdings auch viel Grün pflegen – ein Umstand, der immer wieder, insbesondere von den Hamelnern selbst, bemängelt wird. In Monaten, wo es sprießt und blüht, kommt der städtische Betriebshof nicht immer hinterher mit Krauten, Jäten und Hacken. Das schmeckt nicht allen Hamelnern – regelmäßig gibt es Beschwerden über die „verwilderte“ Stadt. Weil überwiegend in den Frühlings- und Sommermonaten viel Arbeit bei der Grünpflege anfällt, sucht der Betriebshof händeringend nach geeignetem Saisonpersonal – und findet es aber immer seltener. Sollen deshalb aber städtische Beete zu Betonwüsten werden?



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