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Deutschlandradio Kultur mit Live-Sendung und buntem Programm zu Gast in der Tourist-Info

Hameln Station der „Deutschlandrundfahrt“

Hameln. Unter dem Titel „Gibraltar des Nordens“ präsentierte das Deutschlandradio Kultur live aus dem Hamelner Info-Center die Sendung „Deutschlandrundfahrt“. Jeden zweiten Samstag stellt der Berliner Schwestersender des Kölner Deutschlandfunks, so der zuständige Redakteur Ulf Dammann, „das Besondere im Alltag der deutschen Provinz“ heraus. Die Menschen vor Ort sollen zu Wort kommen. Dammann: „Ein Format ganz im Stil des guten, alten Dampfradios, das laut Umfragen wieder Aufwind hat“. Mehr als 700 Sendungen sind seit 1995 produziert worden, und Hameln war vor zehn Jahren schon einmal Station der „Deutschlandrundfahrt“.

veröffentlicht am 22.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 06:21 Uhr

Hamelns Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann überreichte Moderat

Autor:

Ernst August Wolf
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Im „warming up“, dem einstimmenden Vorprogramm, überraschte die Moderatorin der Sendung, Shelly Kupferberg, die Gäste mit einem besonderen Tondokument. In der legendären Hans-Rosenthal-Sendung „Allein gegen alle“ – Hörfunk-Kult der 60er Jahre – schickte sich die Rattenfängerstadt im Sommer 1968 an, „unschlagbare Rätselstadt“ zu werden – und scheiterte knapp. Das fand Niederschlag in einem mehr als 200 Seiten starken Aktenpaket, das Olaf Piontek vom Stadtarchiv den erstaunten Besuchern der Live-Sendung präsentieren konnte.

Punkt 15:05 Uhr dann Rotlicht für die hochschwangere Shelly Kupferberg, die nach acht Jahren bei der „Deutschlandrundfahrt“ in Hameln ihre letzte Sendung dieser Reihe moderierte. Auftrittsapplaus auch für die Hamelner „Pädagogian Harmonists“, die als musikalische Umrahmung in der blau-orangenen Deutschlandradio-Kulisse vom „Kleinen grünen Kaktus“ bis zum sehr aktuellen „Veronika, der Lenz ist das“ die Highlights ihres Programms zu Gehör brachten.

Sieben Interviews zu Hamelner Themen

Im Zentrum der Stundensendung aber standen sieben Interviews zu typisch Hamelner Themen: da jammerte der Rattenfänger Bunting alias Michael Boyer höchst gekonnt über den betrügerischen Rat und rechtfertigte die Kindesentführung von vor 725 Jahren, da entgegnete Karl-Friedrich Schmidt als wohlbeleibter Ratsherr Lars Consilius, dass der Lohn „sehr wohl gerecht“ gewesen sei, und Harald Wanger, Geschäftsführer der Hameln Marketing und Tourismus GmbH, erläuterte, wie Hameln in diesem Jahr die Legende zu feiern gedenkt.

Informativ, anschaulich und spannend auch Stadtführerin Gabriele Lingens kleine Tour durch die Geschichte der Festungsstadt Hameln, dem „Gibraltar des Nordens“, und Bürgermeisterin Susanne Lippmann präsentierte mit viel Stolz in der Stimme am Beispiel des Rattenfänger-Literaturpreises „die Kulturstadt Hameln“.

Das „große Radio“ traf an diesem Nachmittag auch das „kleine Radio“: Deutschlandradio Kultur und „Radio Aktiv“, so dessen Geschäftsführer Joachim Stracke, seien nicht nur durch die Übernahme von Nachrichten und Nachtprogramm aus Köln und Berlin, sondern auch in der Programmkonzeption eng verbunden. Das Radio für Hameln ist zugleich Niedersachsens Lokalsender Nummer eins.

„Getreu Erich Kästners Frage, wo denn das Positive bliebe, wollen wir das Gute herausstellen“, so Ulf Dammann. Großstädtische Arroganz gegenüber der „Provinz“ sei längst der „Hochachtung vor dem gewichen, was da abseits der Metropolen bundesweit geleistet werde.“

Mit reichlich Plüschratten ausgestattet, freute sich das Team um Shelly Kupferberg, Ulf Dammann und Regisseur Norbert Hansen über eine technisch und inhaltlich perfekte Sendung. Und die Hamelner Gäste waren sich einig, dass nach der unrühmlichen Niederlage von 1968 die Rattenfängerstadt diesmal einen klaren Punktsieg erringen konnte.



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