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Zahl der Geburten steigt damit zum vierten Mal in Folge

Hameln rechnet mit 1500 Babys in diesem Jahr

HAMELN. Der langjährige Trend zur Kinderlosigkeit scheint gestoppt: 2016 ist die Zahl der Neugeborenen in Deutschland das fünfte Jahr in Folge gestiegen. Auch Hameln folgt diesem Trend: Im Sana-Klinikum rechnet man in diesem Jahr mit 1500 Geburten. Zugleich schließen immer mehr Entbindungsstationen.

veröffentlicht am 06.04.2018 um 12:23 Uhr

2016 war ein „Rekordjahr“: 1440 Kinder erblickten im Hamelner Sana-Klinikum das Licht der Welt. In diesem Jahr sollen es sogar 1500 werden. Foto: dpa
Wiebke Kanz

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Wiebke  Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite
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HAMELN. 792 131 Kinder wurden im Jahr 2016 in Deutschland geboren, die meisten von ihnen hießen Marie oder Elias. Die Zahl der Neugeborenen sei damit das fünfte Jahr in Folge gestiegen und habe erstmals wieder das Niveau von 1996 erreicht, teilte das Statistische Bundesamt vergangene Woche mit. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Geburtszahlen um sieben Prozent gestiegen. Bundesweit scheint der langjährige Trend zur Kinderlosigkeit somit offenkundig gestoppt. Und wie ist die Lage in Hameln?

Auch bei uns war 2016 ein „Rekordjahr“, wie das Sana-Klinikum Hameln-Pyrmont auf Anfrage mitteilt. 1440 Kinder wurden in dem Jahr in dem Krankenhaus an der Weser geboren – 167 Kinder beziehungsweise gut 13 Prozent mehr als noch 2015. Noch 2014 war die Zahl der Geburten im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, seitdem aber steigen die Zahlen – dem bundesweiten Trend folgend – kontinuierlich an. Zum Vergleich: In Niedersachsen gab es 2016 10,7 Prozent mehr Geburten als 2015.

„Im vergangenen Jahr begleitete das Team von Chefarzt Dr. Thomas Noesselt und Teamleitung Silke Angerstein 1453 Geburten“, teilt das Sana-Klinikum weiter mit. In diesem Jahr erblicken bereits 387 Kinder (Stand: 4. April) im Sana Klinikum das Licht der Welt. Dr. Noesselt rechnet auf Grundlage der ersten drei Monate mit rund 1500 Geburten im Jahr 2018. Damit wird die Zahl der Neugeborenen voraussichtlich auch in Hameln zum vierten Mal in Folge steigen.

Laut Statistischem Bundesamt sei die positive Entwicklung vor allem darauf zurückzuführen, dass Frauen im Alter zwischen 30 und 37 Jahren häufiger Kinder bekommen – zum einen gibt es aktuell mehr potenzielle Mütter in diesem wichtigen gebärfähigen Alter, zum anderen seien die „familienpolitischen und wirtschaftlichen Bedingungen“ derzeit „günstig“, um einen Kinderwunsch zu realisieren. Mit 1,59 Kindern je Frau lag die Geburtenziffer 2016 so hoch wie seit den 1970er Jahren nicht mehr.

Ein weiterer Grund sei, dass die Anzahl der Frauen aus Ländern mit traditionell relativ hoher Geburtenneigung gestiegen ist – und Mütter mit ausländischer Staatsangehörigkeit 2016 sogar 25 Prozent mehr Kinder geboren hätten als 2015. Am Hamelner Sana-Klinikum gibt es allerdings keine Erhebungen zur Staatsangehörigkeit der Mütter.

Laut Chefarzt Dr. Noesselt seien die Zahlen „ein Zeichen dafür, dass unsere Vision einer familienfreundlichen, modernen und sicheren Geburtsklinik mit angrenzender Kinderklinik und Perinatalzentrum bei der Bevölkerung angekommen ist.“ Eine weitere Rolle dürfte aber auch der Fakt spielen, dass deutschlandweit immer mehr Entbindungsstationen schließen. Gab es 1993, vor 25 Jahren, noch 1164 Krankenhäuser mit Entbindungsstationen, waren es 2016 gerade noch 690. Alleine seit 2015 mussten mehr als 50 Kreißsäle in Deutschland schließen. Immer mehr Geburten finden also in immer weniger Krankenhäusern statt.

Auch das Hamelner Sana-Klinikum an der Weser sei „mit rund 1500 Geburten jährlich an vielen Tagen voll ausgelastet“. Pflegedirektorin Kerstin Heiermann sieht, wie sie sagt, „das Klinikum mit den drei Kreißsälen, weiteren Entbindungsräumen und einem eigenen Sectio-OP-Saal sowie mehreren CTG- und Überwachungsräumen gut gerüstet für die aktuelle Anzahl an Geburten.“ Mit dem Geburtenanstieg 2016 habe das Sana-Klinikum auch das ärztliche und pflegerische Personal sowie die Hebammenstellen aufgestockt. Dennoch ist der Hebammenmangel auch in Hameln nicht zu leugnen. „Aktuell würden wir gerne noch weitere Hebammen zur Teamverstärkung einstellen“, sagt Heiermann. Sie hofft, im Sommer wieder examinierte Schülerinnen aus der hauseigenen Hebammenschule in ihr Team übernehmen zu können.



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