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Guter Vorsatz zum neuen Jahr: Auch die schönen Seiten sehen

Hameln ist einfach toll, weil...

Ob nun ein Straßenschild nicht dort steht, wo es soll. Ob das Bauprojekt viel Geld verbraucht oder eine Einrichtung zu wenig bekommt. Ob ein Geschäft schließt oder Müll am Straßenbaum liegt: „Typisch Hameln“ heißt es dann so schnell wie zynisch in den Online-Kommentaren. Und auch im wirklichen – analogen – Leben wird Kritik oft zum ganz großen Mecker-Rundumschlag. Als hätte ausgerechnet die Stadt an der Weser alle Fehler, Probleme oder Problemchen allein für sich gepachtet.Dabei gibt es doch so viel anderes, was das Prädikat „typisch Hameln“ zu recht und als Auszeichnung tragen könnte. Denn die Stadt hat viel Positives zu bieten.

veröffentlicht am 29.12.2017 um 17:38 Uhr
aktualisiert am 29.12.2017 um 21:58 Uhr

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Wir haben in der Redaktion zum neuen Jahr einen simplen Vorsatz gefasst: Lasst uns die guten Seiten nicht vergessen. Natürlich wollen wir auch im kommenden Jahr kritisieren, was zu kritisieren ist. Denn das ist nicht weniger als unser Job als Tageszeitung. Aber: Das Glas als Ganzes wird – da sind wir optimistisch – auch im kommenden Jahr bestimmt häufig mindestens „halb voll“ sein und nicht „schon zur Hälfte leer“.

Also starten wir gleich ganz und gar positiv ins neue Jahr: An jedem Tag der ersten Januarwoche soll es in Ihrer Zeitung um die schöne und gelungene Seiten unserer Stadt gehen. (pk/fh)



Anne Engelhardt-Gray (63), Gastronomin („Zur Badewanne“): „Ich mag die ,Badewanne‘, das ist mein Elternhaus. Und meine Gäste, hier ist alles sehr familiär. Viele der englischen Soldaten kommen heute noch zu Besuch und schwärmen von Hameln, die wissen die Stadt zu schätzen. Als Ausgleich habe ich einen großen Garten mit Tieren, der so in einer Großstadt sicher nicht so leicht zu haben wäre.“




Lars Kugel (40), DJ: „In der Gertrudenstraße steht, fast nicht zu sehen,ein einzelnes uraltes kleines Häuschen, umgeben von üppigem Bewuchs. Darin wohnten meine Großeltern. Alle anderen Häuser dort waren sehr, sehr hoch. Denn ich war klein, und die Stadt war groß. Einholen mit Omi in einem riesigen Labyrinth, das sich ,,Hertie" nannte und dann den weiten Weg durch endlose Gäßchen und über breite Straßen, wo viele Autos fuhren, bis zum Rathaus, Opa besuchen in seinem Büro im fünften Stock. Die Nase plattdrücken am Fenster: In der Stadt ist alles groß! Heute bin ich groß und die Stadt ist klein. Aber schön.
Hameln ist wie ein Dorf, nur ohne Güllegestank. Ich komm vom Dorf, und da ist es nachts totenstill. In Hameln auch, und in dieser meditativen Stille spazieren zu gehen, macht Riesenspaß. Und man entdeckt immer wieder Neues in neuer Perspektive! Mittelalter atmen in der Innenstadt, Prunk und Pittoreskes im Klütviertel, Beschaulichkeit in der Nordstadt: Wenn man sich in der Lessingstraße die Autos wegdenkt, läuft man durch die 60er Jahre! Und wer einmal die Holtenser Landstraße hochging, sich zwischen der 6. und der 7. Kurve mal umdrehte und die Lichter der Stadt gesehen hat, der weiß: ,The City is mine.'"




Inge Nolte (65), Rentnerin: „Ich bin hier geboren. Ich mag die alten Häuser, den Klüt und den Süntel zum Wandern und Walken, das Bergige. Ich schätze die vielen Cafés im Sommer und die kleinen Geschäfte, die es nach wie vor gibt. Mir gefällt, dass es klein ist und jeder fast jeden kennt, das ist wie eine kleine Familie. ich möchte nirgendwo anders leben. Hameln ist meine Erdung."




Alpha Conteh (40), Event-Manager,DJ und Gesundheitstrainer: „Vor allem in den letzten Jahren habe ich erkannt, wie schön Hameln eigentlich ist: mit den alten Gebäuden, seiner Geschichte, der Weser … Als DJ komme ich viel rum, und dabei habe ich gemerkt, wie schön es eigentlich zuhause, in Hameln, ist. Nur wer auch mal rauskommt, erkennt die wahre Schönheit seiner Stadt. Aber früher hat man immer nur gemeckert, dass hier nichts los ist. Dabei hat Hameln viel zu bieten. Es gibt viele Feste, da hat Hameln inzwischen sogar viele andere Städte überholt. Vor einiger Zeit habe ich angefangen, Radtouren zu unternehmen und dabei in der Natur ganz tolle Stellen in der Umgebung entdeckt, von denen ich bis dahin gar nichts wusste.“




Robin Illge (27), Filmproduzent („B.O.W.“): „Mir gefällt, dass Hameln viel zu bieten hat: die Weser, die Berge, es findet sich immer ein schöner Platz. Man kennt man fast alle aus seiner Generation, alles ist sehr familiär. Die Menschen machen die Plätze zu etwas Besonderem. Das Nachtleben hat sich zuletzt durch eine neue Partyreihe verbessert, bei der auch mal Hip-Hop und R‘n‘B gespielt wird.“




Erkan Bahadir (34), Justizvollzugsbeamter: „Heute wächst mit meinen Kindern schon die vierte Generation meiner Familie in dieser wunderschönen Kleinstadt auf. Dafür gibt es reichlich gute Gründe: Wir leben seit über zehn Jahren in dem beliebten Klütviertel. Hier schätze ich besonders das liebevolle Miteinander: die Grundschule, die meine Kinder besuchen dürfen, die Bäckerei Susdorf mit ihren netten Verkäuferinnen und die Brötchen noch heute selbst gebacken werden, die nahegelegenen Maisfelder, den herrlichen Blick zum Klütturm und den in nur wenigen Gehminuten erreichbare Weserfluss. Ganz besonders gefällt mir die immer besser werdende Ausgehkultur in Hameln mit abwechslungsreichen Veranstaltungsangeboten, zum Beispiel in der Sumpfblume die Partyreihe „Out of Line“. Endlich mal eine Party auf der klassischer Hip-Hop und R’n’B gespielt wird.“




Hans Arthur Weiß (49), Selbstständiger: „Erst mal ist es meine Heimatstadt, ich bin hier groß geworden. Es ist schön hier und ich fühl mich einfach wohl in Hameln. Es ist meine Stadt und ich möchte auch nicht woanders sein. Die Stadt, die Landschaft, die Weser, das gefällt mir sehr, das war schon als Kind so. Oder wenn ich auf Reisen war und nach drei Monaten zurückkam, da hab ich erst mal gesehen, wie schön Hameln ist, da ist mir richtig mein Herz aufgegangen. In Afferde habe ich 20 Jahr gewohnt, das prägt ja, da wegzuziehen, ist mir richtig schwergefallen. Es ist meine Stadt, ich kenn alles. Hameln hat für mich das gewisse Etwas, das die anderen Städte nicht haben: Die Landschaft, ich fühl mich einfach wohl, mit dem Fahrrad an der Weser entlangzufahren und Plätze zu entdecken, die manche gar nicht kennen, weil sie nicht mit dem Fahrrad fahren. Man trifft Leute, unterhält sich mit ihnen. Natürlich kann man Hameln nicht mit einer Großstadt vergleichen, aber mir ist es auch lieber, dass hier nicht so viel los ist. Man braucht im Großen und Ganzen keine Angst zu haben. Mir langt das, ab und zu mal mit Freunden irgendwo ein Bierchen zu trinken, das langt doch. Außerdem hab ich gerade meinen Angelschein gemacht. Also kommt zum Fahrradfahren jetzt noch das Angeln als Hobby dazu.“




Gerd Siepmann (54), Booker/Barkeeper im K 3 und Ratsmitglied: „Ich bin gebürtiger Duisburger, aber in Hameln aufgewachsen. Später habe ich ein paar Jahre in Minden und Duisburg gelebt, aber seit 2005 lebe ich wieder in Hameln und will hier auch nicht mehr weg. Inzwischen engagiere ich mich ja auch in der Kommunalpolitik, sitze im Rat der Stadt. Für mich sind es vor allem die vielen Konzerte, wie sie im K3, in der Sumpfblume, im Regenbogen, im Mad oder so stattfinden, die Hameln liebenswert machen. Das K 3 ist mein zweites Wohnzimmer. Subkultur wird einfach irrsinnig intensiv gelebt in Hameln. Für eine Kleinstadt gibt es hier ein unfassbar großes Angebot. Und trotzdem klagen viele Hamelner, hier sei nix los. Dabei kommen Gäste aus bis zu 200 Kilometer Entfernung zu uns! Im Sommer bin ich gern an der Weser, sitze auf dem Werder. Und ja, Hameln ist zwar auch sehr provinziell, aber dadurch hat man auch schnell einen guten Bekanntenkreis. Das mag ich.“




Traute Römisch (68), Schauspielerin: „Das Theater und das Lalu sind für mich sehr wichtig, aber auch die anderen kulturellen Möglichkeiten, die ich aktiv sowie passiv nutze. Im Basberg verbringe ich viele schöne Stunden, indem ich dort walke – und früher auch noch schneller gelaufen bin. In den öffentlichen Bädern gehe ich gerne schwimmen, und ich schätze es, dass es jetzt im Sommer auch im Südbad möglich ist, schon um 7 Uhr schwimmen zu gehen. Ich kaufe gern auf dem Wochenmarkt mit seinem fast schon südlichen Angebot ein. Und dann sind da noch all die Menschen, denen man auf dem Wochenmarkt und im Alltag begegnet, von denen mir viele inzwischen vertraut sind. Das macht Hameln für mich liebenswert.“




Susanne Treptow (48), Geschäftsführerin der Stadtwerke: „Hameln ist eine wunderschöne Stadt mit vielen lieben, freundlichen Menschen, die mir sehr wichtig sind. Das Weserbergland ist meine Heimat, die mir vertraut ist und in der ich mich sehr wohl und geborgen fühle. Ich möchte nirgendwo anders leben. Wenn es meine Zeit erlaubt, genieße ich im Herbst / Winter lange Spaziergänge im Hamelner Klütwald und im Frühjahr / Sommer das Fahrradfahren auf dem Weserradweg. Die Natur direkt vor der Haustür ist etwas Wunderbares.“





Hameln-Liebe

„Wenn du in Hameln aufgewachsen bist, dann gibt es etwas, das dich in Hameln hält und das du auf keinen Fall missen möchtest!“ Die Mitglieder der Hamelner Facebook-Gruppe ließen nach diesem Post der Dewezet-Redaktion nicht lange auf sich warten und schilderten, was sie an ihrer Heimatstadt so lieben. Ein kurzer Auszug der vielen Gründe, aus denen die Hamelner ihre Stadt schätzen: die Altstadt, der Rattenfänger, die Weser, der Klüt, der besondere Flair, der Weihnachtsmarkt, das Pfannekuchenhaus, die Silos der alten Wesermühle, die Türme von Münster- und Marktkirche, die Brücken, die Pfortmühle, der Klütturm, die Dampfschifffahrt, die Märchenstraße, der Wochenmarkt, die Nordstadt, das Klütviertel, der Kleinstadtcharakter, die eigenen Wurzeln, Freunde und Familie. „Hameln is magic!“, schreibt der in London lebende Hamelenser Marvin Quartey. „I love my hometown!“, verkündet Nicole Vahlpagel.



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