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„Kein Interesse“: Neuer Reiseführer lässt Rattenfängerstadt dumm dastehen / HMT widerspricht heftig

Hameln? Fehlanzeige

Hameln. Radwandern ist gerade in der heimischen Region eine tragende Säule des Tourismus – der Weser-Radweg vom Weserbergland bis zur Nordsee zählt zu den beliebtesten in Deutschland. Und so wirbt die „Info-Zentrale Weser-Radweg“ für ihre Karten und ein dazu passendes Service-Buch, das nicht nur die an der Weser liegenden Kommunen mit ihren Sehenswürdigkeiten auflistet, sondern auch auf Campingplätze, Hotels und Restaurants aufmerksam macht. „Das Infoset Weser-Radweg, bestehend aus Karte und RADgeber, bietet das umfangreichste Informationsangebot für den Weser-Radweg“, lautet die vollmundige Eigenwerbung für dieses Produkt, für dessen Ausgabe 2014 bereits die Akquise läuft.

veröffentlicht am 30.08.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 06:21 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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Doch schon die Ausgabe 2013 hat einen kleinen Schönheitsfehler: Die Stadt Hameln und ihre Sehenswürdigkeiten kommen darin – im Gegensatz zu privaten Übernachtungsmöglichkeiten – nicht vor. Aber nicht nur das. Neben einem mit roten Balken durchgestrichenen Logo steht folgender Text: „Gern hätten wir Sie, liebe Radtouristen auf dem Weser-Radweg, an dieser Stelle ausführlich über Hameln informiert – der Aufenthalt in der Stadt lohnt sich! Leider hat die örtliche Tourismusorganisation – trotz mehrfacher Anfragen – kein Interesse, Hameln den Radtouristen auf dem Weser-Radweg im RADgeber2013 zu präsentieren. Schade!“

Harald Wanger, Geschäftsführer der Hameln Marketing und Tourismus GmbH, erklärt das Fehlen von Hameln so: Es handele sich um eine zu bezahlende Anzeige, mit der das Unternehmen die Stadt Hameln aufgefordert hatte, in besagter Broschüre Eigenwerbung zu machen. Die Kosten variieren je nach Größe – Städte wie Höxter oder Holzminden lassen sich das was kosten (Holzminden buchte 2013 eine ganze Seite für 375 Euro, Höxter sogar eine Doppelseite). Aber Wanger möchte das zur Verfügung stehende Geld ohnehin anders ausgeben: „Zum einen sind wir mit einer Umlage schon bei der Weserbergland-Tourismus an Werbemaßnahmen beteiligt. Zum anderen aber bekommen wir ähnliche Anfragen hundertfach. Und denen kann man nicht allen gerecht werden.“

Was den Hamelner Tourismus-Chef aber auf die Palme bringt, ist der in der Broschüre abgedruckte Satz, wonach Hameln „kein Interesse“ habe, sich den Radtouristen zu präsentieren. Den Geschäftsführer der Info-Zentrale, Ralf Rüdiger Heinrich, kennt Wanger nach eigenem Bekunden „lange und gut“ – mit ihm habe er deswegen einen deutlichen Wortwechsel gehabt. „Dessen Wortwahl ist nicht angebracht. Und er kann nicht beurteilen, ob wir Interesse an Werbemaßnahmen haben oder nicht“, so Wanger, der zudem glaubt, dass es bessere Broschüren gibt. Sein Urteil: „Das ist kein richtiger Umgang. Hier wird der Leser instrumentalisiert!“

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In einer Mail vom 15. März dieses Jahres hatte Wanger außerdem an Heinrich geschrieben: „Eigentlich kann ich das nicht glauben, was ich hier lese und frage, ob ich da einem Missverständnis auf den Leim gehe. Andererseits: Wenn wir überall so bedacht würden, wo wir, trotz mehrfacher Anfragen keine Anzeigen geschaltet haben, wären wir ganz schön prominent …“

In seiner Antwort hatte Heinrich zwar bedauert, dass Hameln nicht dabei ist, aber auch darauf hingewiesen, dass Texte, Layout, Fotoauswahl etc. ausschließlich im Aufgabenbereich des Redaktionsteams lägen und eine Einflussnahme seinerseits nicht vorgesehen sei.

Dass Wanger, den Heinrich als einen der „positiven Touristiker“ im Weserbergland bezeichnet, keine Anzeige geschaltet hat, nennt der Bremer im Gespräch mit unserer Zeitung bedauerlich – „dann hat Herr Wanger eben ein Problem“. Ein Problem, dass der sich übrigens, was den gedruckten Guide betrifft, mit Kommunen wie Hoya, Achim, Nienburg oder der Samtgemeinde Mittelweser teilt. Übrigens: Ruft man die Seite www.weser-radweg.de im Internet auf, wird hier trotzdem charmant für Hameln geworben.

Aber Heinrich ergänzt auch: „Hameln ist im RADgeber 2012 mit einer Doppelseite vorgestellt worden – allerdings zum Nulltarif, da uns die HMT mitgeteilt hatte, alle finanziellen Mittel im Zusammenhang mit dem Weser-Radweg anderweitig zu verwenden. Wir haben daher von einer Berechnung für die Präsentation von Hameln im ,RADgeber 2012 zum Weser-Radweg‘ abgesehen.“ Das allerdings könne nicht jedes Jahr so geschehen.

Schilder weisen auf den durch Hameln führenden Weser-Radweg hin – im „RADgeber 2013“ (Ausriss oben) aus Bremen kommt die Stadt nicht vor.Dana



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