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Bekenntnis zu fairem Handel

Hameln erhält Auszeichnung als „Fairtrade Town“

HAMELN. Die Rattenfängerstadt ist ab sofort zertifizierte „Fairtrade Town“ – eine Stadt, die sich zu fair gehandelten Lebensmitteln, Kleidungsstücken und anderen Konsumprodukten bekennt und dies nach außen kundtut. Diese Auszeichnung kam nicht allzu plötzlich – gut zwei Jahre hat es gedauert, bis alle nötigen Kriterien erfüllt waren.

veröffentlicht am 13.03.2018 um 15:15 Uhr
aktualisiert am 13.03.2018 um 19:50 Uhr

Dass eine bestimmte Zahl an Hamelner Geschäften Fairtrade-Produkte anbietet, ist Voraussetzung für die Auszeichnung. Im Q’antati Weltladen gibt es ausschließlich fair gehandelte Waren. Foto: ll
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Rathaus hat der Verein Transfair, der die „Fairtrade-Town“-Kampagne initiiert hat, die entsprechende Urkunde an die Hamelner übergeben.

„Ein kleiner Beitrag für ein weltpolitisches Thema“, sagte Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese bei der Zertifikatsübergabe. Die Stadt wolle „ein Bewusstsein schaffen für diejenigen, die von der Globalisierung nicht profitieren“. In der Tat: Mit dem Fairtrade-Siegel werden nur Produkte gekennzeichnet, die etwa zu Preisen verkauft werden, die nachhaltige Produktionsweisen absichern. Kommen Produkte aus Entwicklungsländern, so soll zumindest sichergestellt sein, dass sie nicht durch Zwangsarbeit oder illegale Kinderarbeit entstanden sind. Auch bestimmte Umweltstandards stehen dabei im Vordergrund: Der Einsatz von Pestiziden und Chemikalien sowie Gentechnik bei der Herstellung ist nach den Statuten tabu.

Griese sagte, die Urkunde werde nun nicht „in irgendeiner Schublade verschwinden“, sie solle gut sichtbar im Rathaus platziert werden.

Manfred Holz üverreichte Hamelns Oberbürgermeister Claudion Griese die Urkunde. Foto: ll
  • Manfred Holz üverreichte Hamelns Oberbürgermeister Claudion Griese die Urkunde. Foto: ll

Hameln ist inzwischen die 530. Kommune in Deutschland, die Fairtrade Town-Kriterien wie ein formeller Ratsbeschluss, die Gründung einer Steuerungsgruppe und ein bestimmtes Fairtrade-Sortiment in den Geschäften der Stadt erfüllt haben. Der Landkreis Hameln-Pyrmont hat, ebenso wie die Stadt Bad Pyrmont, die „Fairtrade“-Auszeichnung bereits. Hessisch Oldendorf etwa will sie noch bekommen.

Gewiss ist beim fair gehandelten Warenangebot grundsätzlich noch „Luft nach oben“. Wie Manfred Holz vom Transfair-Verein bei der Übergabe berichtet, würden immerhin 83 Prozent der Verbraucher in Deutschland Fairtrade-Produkte kennen; davon würden wiederum 94 Prozent die Waren „als vertrauenswürdig“ einstufen.

Wie sich derzeit Fairtrade-Produkte am Markt durchsetzen, zeigt das Beispiel Kaffee, das Holz anführte. Kaffeebohnen seien „das wichtigste Produkt“ der Fairtrade-Branche. Der globale Marktanteil von fair gehandelten Kaffeebohnen liegt aber gerade einmal bei vier Prozent.



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