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Siegfried Kurtz geht zu Fuß nach Berlin / Filmemacher begleitet den Marsch

Hameln eine Station auf dem langen „Weg der sozialen Gerechtigkeit“

Der „Postbote“ Siegfried Kurtz macht Station an der Weser. Im Gepäck hat er 600 Unterschriften gegen soziale Ungerechtigkeit. Nun sind es noch mehr als 300 Kilometer bis Berlin.

veröffentlicht am 07.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 03:21 Uhr

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Foto: roh

Hameln (roh). Auf seinem Fußmarsch von Hellenthal in Nordrhein-Westfalen zum Bundestag nach Berlin machte Siegfried Kurtz, kurz „Siggi„, jetzt Station in Hameln. Seit dem 23. März legt der 50-jährige Hartz-IV Empfänger pro Tag zirka 20 Kilometer zurück, und das auf Schusters Rappen. 637 Kilometer insgesamt. In Hameln ist gut die Hälfte geschafft.

Hintergrund dieses „Weges der sozialen Gerechtigkeit“, wie Kurtz seine Wanderung nennt, ist eine gescheiterte Unterschriftenaktion im vergangenen Jahr, die im Internetportal „Wer kennt wen“ ihren Anfang nahm. „Damals haben über 300 Menschen per Einschreiben mit Rückschein einen Brief mit der Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit an die Bundeskanzlerin geschickt“, erzählt Kurtz und fügt mit unverhohlener Enttäuschung hinzu: „Ohne Reaktion.“ Da sei er auf die Idee gekommen, selber nach Berlin zu reisen und die Forderungen persönlich zu übergeben. „Ich bin der Postbote der sozialen Gerechtigkeit“, sagt Siggi lächelnd.

Parteien haben von ihm Absagen bekommen

Unterstützt wird Kurtz bei seinem 32 Tage währenden Fußmarsch von Menschen aus den Etappenorten, die über das Internet von der Aktion erfahren haben, so wie die Hamelnerin Diana Herbst. „Für mich war das selbstverständlich, dass ich Siggi in unserer Wohnung übernachten lasse“, sagt die 28-Jährige.

Kurtz erzählt, dass er auf seinem Weg schon viele Kontakte knüpfen konnte. Immer wieder gebe es Menschen, die sich seinem Marsch für einige Kilometer anschließen und sich mit dem Wunsch nach mehr sozialer Gerechtigkeit solidarisch zeigen. „Auch politische Parteien haben schon angefragt, aber die haben alle eine Absage bekommen“, sagt Kurtz und stellt klar: „Es geht mir nicht um Parteipolitik. Viele Menschen in unserem Land sind von Armut betroffen, auch Kinder und Senioren.“

Auf Schritt und Tritt wird Kurtz von Axel Kalhorn begleitet. Kalhorn, seines Zeichens Filmproduzent, dokumentiert Siggis Weg und hilft ihm, wo er kann. Blasen an den Füßen sind bei einem solchen Gewaltmarsch programmiert, aber Kurtz trägt es mit Fassung: „Schon nach den ersten Etappen bekam ich die ersten Blasen, aber die werden mich nicht abhalten, auch den Rest des Weges hinter mich zu bringen.“ Auf der Strecke von Reher nach Hameln feiert Siggi Bergfest, und um ein weiteres Zeichen für sein Anliegen zu setzen, pflanzte er am Ortseingang Reher eine Birke, einen „Baum für die soziale Gerechtigkeit“.

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