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Geplante Hundezucht sorgt weiter für Ärger / Einwohner geben Schallgutachten in Auftrag

Halvestorfer gehen auf die Barrikaden

Halvestorf (jbr). „Das ist doch nichts weiter, als ein paar Hunde im privaten Garten zu halten.“ Als Detlef Lemke diese Worte ausspricht, geht ein Raunen durch die Zuschauerreihen bei der Ortsratssitzung in Halvestorf. Eigentlich ist Lemke geschäftsführender Gesellschafter des Maklerbüros „Rosenhof Immobilien“, doch an diesem Mittwochabend wurde er von der privaten Investorin, die im Ortsteil Weidehohl eine Hundezucht mit angeschlossener Pension etablieren will (wir berichteten), damit beauftragt, sie zu vertreten. Ursprünglich wollte die Frau aus Nordrhein-Westfalen persönlich bei der Sitzung anwesend sein, um ihr Konzept für die geplante Hundezucht vorzustellen und so den Halvestorfern, die zahlreich im „Grünen Jäger“ erschienen waren, die Angst vor ihrem Projekt zu nehmen. Es wäre eine gute Gelegenheit gewesen, bestehende Zweifel auszuräumen; denn viele Einwohner zeigen sich besorgt über das Vorhaben, auf dem ehemaligen Hof Lübbe eine Hundezucht zu führen. Doch die Züchterin nutzte diese Chance nicht: Kurz vor der Sitzung sagte sie ab. „Da sie von der Aggressivität, die ihr von den Einwohnern entgegengebracht wird, so erschrocken ist, hat sie sich entschlossen, nicht an der Sitzung teilzunehmen“, sagte Lemke. So blieb an diesem Abend so manche Frage unbeantwortet.

veröffentlicht am 09.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 05:41 Uhr

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Dennoch: Ein paar Informationen konnte Lemke den Einwohnern stellvertretend an die Hand geben. „Die Investorin hat derzeit acht Hündinnen, die sie mit nach Weidehohl nehmen will“, sagte er. Zwei davon seien bereits in „Rente“, nur mit sechs von ihnen wolle sie züchten. „Maximal 45 Tiere werden in den Räumen des Hofes leben“, verspricht Lemke – 30 eigene, 15 Pensionshunde. So zumindest habe es die Investorin, die namentlich nicht genannt werden möchte, in einer Bauvoranfrage beantragt. Eine nächtliche Ruhestörung durch die Hunde sei ausgeschlossen, so der Makler: „Die Tiere werden nur tagsüber im Außengehege sein, die Nächte werden sie im Gebäude verbringen.“

Doch ganz so locker wie Lemke sehen das viele Bürger nicht. Aus gutem Grund: Vor Jahren hatte es schon einmal eine Hundezucht im Ort gegeben – „und das war mit viel Ärger verbunden“, erinnerte Ortsbürgermeister Hartmut Binder (SPD). Deshalb haben sich einige Halvestorfer inzwischen zusammengeschlossen und ein offenes Positionspapier gegen die geplante Hundezucht verfasst. Darin äußern sie vor allem Bedenken über lautes Gebell und starken Geruch der Vierbeiner. „Wir haben einfach Angst, dass unsere Lebensqualität durch Lärm und Gestank beeinträchtigt wird“, trägt Franz Leßner, Sprecher der Gruppe, vor.

Auf das Schallgutachten, das die zukünftige Nutzerin von einem Geologen hat anfertigen lassen – mit dem Ergebnis, dass der zulässige Lärmpegel nicht überschritten werde – will sich die Gruppe nicht verlassen und hat am Mittwoch ein zweites Gutachten in Auftrag gegeben. Zudem bezweifeln Leßner und seine Mitstreiter die Aussage Lemkes über die Anzahl der Tiere: „Eine Hündin kann zweimal im Jahr trächtig werden, im Mittel bekommt sie sechs Welpen“, sagte er. Das seien bei sechs fruchtbaren Hündinnen 72 Jungtiere im Jahr. „Hinzu kommen die vorhandenen acht Tiere, macht 80 Hunde.“ 15 sollen zusätzlich in der Pension aufgenommen werden: „Dann sind wir schon bei 95 Tieren“, bilanzierte der Ingenieur.

Ob es tatsächlich so viele Hunde werden, sei dahingestellt. „Planungsrechtlich zumindest ist die Hundezucht auf dem Hof Lübbe zulässig“, sagt Volker Mohr, Fachbereichsleiter der Abteilung Planen und Bauen bei der Stadt Hameln: „Nach derzeitigem Stand ist die Bauvoranfrage genehmigt.“ Doch das sei noch lange keine Genehmigung des Bauantrages, der von der Verwaltung, wenn er denn überhaupt gestellt werde, noch einmal neu geprüft werden müsse, so Mohr.

Weil viele andere Punkte an diesem Abend auch nicht geklärt werden konnten, schlug Bürgermeister Binder vor, die zukünftige Nutzerin noch einmal einzuladen – allerdings in kleinerer Runde. Mohr erklärte sich bereit, dazu in naher Zukunft ins Hamelner Rathaus einzuladen und das Vorhaben dort noch einmal durchzusprechen.

Wie die Hundezucht auf dem alten Hof Lübbe aussehen soll, bleibt weiterhin unbekannt. Die Investorin entschied sich kurzfristig, nicht zur Sitzung des Ortsrates zu kommen.Foto: Dana/cn



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