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Anwohner in Hope über Fahrpläne verärgert

Haltestelle erst modernisiert – dann überflüssig

HOPE. Es ist erst ein paar Jahre her, dass die „Haupthaltestelle“ in Hope umfangreich modernisiert wurde. Doch kaum war sie fertig, wurde sie durch einen Fahrplanwechsel quasi überflüssig. Seitdem müssen die Hoper am Piepenbusch einsteigen, doch der Busstopp ist häufig zugeparkt. Frust und Unverständnis machen sich breit.

veröffentlicht am 10.07.2018 um 18:04 Uhr

Nichts los an der modernisierten Bushaltestelle an der Hoper Straße: Hier fährt kaum noch ein Bus ab. Foto: dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Wer auf dem Dorf wohnt, muss zumeist auch mobil sein. Gut, dass dann regelmäßig der Bus fährt. Mit dem Öffentlichen Nahverkehr ist Hameln von Hope aus tagsüber stündlich zu erreichen. So weit in Ordnung für die Halvestorfer und Hoper. Und doch bringt der Öffentliche Nahverkehr so manchen im Hamelner Ortsteil auf die Palme.

Es ist nicht die Busfahrt an sich, sondern vielmehr sind es die Umstände des Ein- und Aussteigens. Denn: Ein Großteil der Fahrgäste, die mit der Linie 4 nach Hameln wollen, muss zwischen parkenden Autos auf den Bus warten – wer mit einem Kinderwagen unterwegs ist, könnte da schon ein Problem bekommen. Die einstige „Haupthaltestelle“ Hopes, die vor einigen Jahren sogar erneuert und mit einem Hochbord sowie einem Wartehäuschen ausgerüstet wurde, ist hingegen nahezu verwaist. Trotz Erneuerung auf modernsten Stand wird sie kaum genutzt – weil sich nicht allzu lang nach der Modernisierung die Linienpläne geändert haben.

Zur Erklärung: Zum Fahrplanwechsel im August 2013 habe in Teilen eine Neuordnung des Stadtbusnetzes in Hameln erfolgt, heißt es aus dem Rathaus. Mit dieser Umstrukturierung sei auch Haverbeck erstmalig in das Stadtbusnetz eingebunden worden. Seither verkehrt die Linie 4 aus Hameln kommend über Helpensen und Haverbeck nach Hope. Über Weidehohl und Halvestorf geht es im Ringverkehr zurück in die Stadt. „Demzufolge entfiel gleichfalls die Bedienung der Haltestelle ,Hope, Sporthalle‘ an der Hoper Straße durch die Linie 4“, teilt ein Stadtsprecher mit.

Stündlich fährt am „Piepenbusch“ der Bus ab. Fahrgäste warten zuweilen zwischen geparkten Autos. Foto: ll
  • Stündlich fährt am „Piepenbusch“ der Bus ab. Fahrgäste warten zuweilen zwischen geparkten Autos. Foto: ll

Und seitdem gilt für Hoper Linie-4-Benutzer: Ein- und Aussteigen am „Piepenbusch“. Dort befindet sich die Haltestelle auf dem Parkplatz eines Dachdeckerbetriebs. Es gibt sie schon länger, und es war kein Problem, so lange nur die Linie 94 (sogenannte Freizeitlinie 94, Verkehr nach 18 Uhr) dort hielt. Zu den Fahrtzeiten haben die Dachdecker in aller Regel Feierabend – und ihre Auto sind dort nicht mehr abgestellt.

Seit aber auch Linie 4 tagsüber an der Werkhalle am Piepenbusch hält, ergibt sich eben die Sache mit dem teils problematischen Ein- und Aussteigen zwischen den parkenden Fahrzeugen. „Diese Haltestelle bietet keine optimalen Verhältnisse für die Fahrgäste, das ist auch uns klar“, räumt der Stadtsprecher ein. Auf absehbare Zeit ist eine Lösung in Sicht: Es gibt laut Stadt Überlegungen für einen Ausbau der Haltestelle am Piepenbusch. Dann würden sich zumindest Fahrgäste und Autofahrer nicht mehr in die Quere kommen. Allerdings werde ein Aus- oder Neubau voraussichtlich erst 2020 infrage kommen, heißt es weiter.

Das alles ändert aber nichts daran: Von Linienbussen angefahren wird die bereits modernisierte Haltestelle an der Hoper Straße kaum noch. Ausnahme ist die Linie 21. Sie verkehrt nur an Schultagen – und fährt zwei Mal täglich Richtung Hameln, um 8.01 und um 13.07 Uhr.

Wie viel diese Modernisierung im Jahr 2010 gekostet habe, ließ die Stadt offen. Es dürfte sich jedoch um eine Summe im mittleren fünfstelligen Bereich gehandelt haben. So veranschlagte die Verwaltung im Jahr 2017 für die Modernisierung von neun Bushaltestellen rund 270 000 Euro aus eigenen Töpfen. Zudem wird der Haltestellenausbau gewöhnlicherweise zu überwiegenden Teilen durch Gelder des Landes Niedersachsen kofinanziert.

Einen Vorteil hat das Ganze für Hope allerdings doch – wie gestern Mittag bei Regen beobachtet. Da standen mehrere Wartende an der sonst verlassenen, gut ausgebauten Haltestelle im Trockenen. Sie warteten im Holzhäuschen auf einen Bus – und der sollte auch kommen. Aber nicht von Linie 4 oder 21: Mit dem privaten Reisebus ging’s auf Kaffeefahrt ans Steinhuder Meer.



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