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Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche / Clevere Bankangestellte bewahrt Hamelnerin vor Dummheit

„Hallo, Sie haben im Lotto gewonnen“

Hameln. Mit einer neuen Masche haben Betrüger versucht, eine Hamelnerin übers Ohr zu hauen – beinahe hätten die Täter ihr Ziel erreicht. Die 64-Jährige war bereits zur Bank gegangen, um von ihrem Konto 600 Euro abzuheben. Die Kriminellen hatten ihr am Telefon vorgegaukelt, sie habe 40 000 Euro im Lotto gewonnen. Der Gewinn könne aber erst überwiesen werden, wenn sie die Verwaltungs- und Notar-Kosten beglichen habe. 600 Euro verlangten die Kriminellen – in bar oder besser mithilfe elektronischer Zahlungsmittel.

veröffentlicht am 25.04.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 30.05.2017 um 09:32 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Als die gutgläubige Hamelnerin in dem Geldinstitut erzählte, wofür sie das Geld benötigt, wurde eine Bankkauffrau misstrauisch. Sie informierte gerade noch rechtzeitig die Polizei. Die Beamten rieten der 64-Jährigen davon ab, die 600 Euro an einen Fremden zu übergeben und klärten sie über die Betrugsmasche auf.

Auch in Hessisch Oldendorf wollten unbekannte Täter mit diesem fiesen Trick an das Geld anderer Leute kommen. Dort hatte ein Anrufer einem 69-Jährigen mitgeteilt, er habe beim Gewinnspiel „Euro-Million“ gewonnen. Weil sich der Senior nicht daran erinnern konnte, daran teilgenommen zu haben und ihm der Anruf suspekt vorkam, weil ihm „unangenehme Fragen“ gestellt wurden, beendete er das Gespräch.

Nach Angaben der Hamelner Polizei agieren die Täter meistens von Callcentern aus, die sich im Ausland befinden. Einige Anrufer stellen sich dreist als Rechtsanwälte oder Notare vor. Stets werden hohe Geld- oder Sachpreise in Aussicht gestellt. Die Gewinnausschüttung, so die Argumentation der Kriminellen, könne aber nur erfolgen, wenn vorab eine Zahlung zur Deckung von Gebühren, Auslagen und Steuern erfolgt. Diese soll entweder in bar oder auf elektronische Weise (uCash, Paysafecard etc.) erfolgen. „Wer Opfer einer solchen Betrugsmasche geworden ist, muss damit rechnen, später erneut von Betrügern angerufen und zu weiteren Zahlungen aufgefordert zu werden“, sagt Oberkommissar Jens Petersen. Der Polizei seien bereits verschiedene Betrugsmaschen bekannt. Allerdings kämen ständig neue hinzu. „Der Ideenreichtum der Täter ist unerschöpflich.“

Die Inspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden rät:

Schenken Sie telefonischen Versprechen keinen Glauben, insbesondere, wenn die Einlösung des Gewinns an Bedingungen geknüpft ist.

Lassen Sie sich von angeblichen Amtspersonen am Telefon nicht unter Druck setzen. Angehörige deutscher Strafverfolgungsbehörden würden Sie niemals am Telefon zu einer Geldüberweisung nötigen.

Bei echten Gewinnen müssen Sie kein Geld im Voraus überweisen.

Geben Sie telefonisch keine persönlichen Informationen weiter: keine Telefonnummern, Adressen, Kontodaten, Bankleitzahlen, Kreditkarten-Nummern oder Informationen zum persönlichen Umfeld.

Ändern Sie gegebenenfalls Ihre Rufnummer, um zukünftig nicht belästigt zu werden.

Wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt oder Sie bereits Opfer geworden sind, wenden Sie sich an die Polizei unter Notruf 110.

Wahllos werden Menschen von Betrügern angerufen – und abgezockt. Die Täter agieren meistens von Callcentern aus, die sich im Ausland befinden.

dpa



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