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Was Politiker und Bürger auf Facebook zu den Plänen sagen

Hafen zuschütten - so heftig reagiert das Netz

veröffentlicht am 20.08.2016 um 08:19 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:25 Uhr

Ulrich Behmann

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Chefreporter zur Autorenseite

Für den Hafen interessieren sich auffallend viele Leser. Auf der Facebook-Seite der Dewezet sorgt das Thema für reichlich Wirbel. Der Text wurde 21-mal, das Hafen-Video sogar 79-mal geteilt und von mehr als 16 000 Usern wahrgenommen.

Für Ingo Reddeck, Chef der SPD in Hameln, „ist das Thema mit der Positionierung des Hafenvereins vom Tisch“. Ihm sei kein Ratsmitglied bekannt, das eine Teilzuschüttung gegen den Willen des Hafenvereins befürworte, schrieb Reddeck als Antwort auf eine Dewezet-Nachfrage auf Facebook. Der Hamelner Chef der Grünen, Sven Kornfeld, sagt: „Ich finde es (…) etwas merkwürdig, dass der Hafenverein und die Hausboote lediglich beiläufig in den Gesamtplänen mit einem Nebensatz erwähnt werden.“ Dort heiße es lapidar, die Wohnschiffe müssten verlegt werden. „Danke. Setzen, Sechs!“, kommentierte Kornfeld, nachdem er sich das Newsroom-Video der Dewezet angeschaut hatte. Fürs Erste sei zwar verhindert worden, dass der Rat in der kommenden Sitzung auch über das hintere Hafenbecken abstimmt. „Allerdings heißt es jetzt: Dafür kämpfen, dass andere Lösungen zum Hochwasserschutz gesucht werden.“ „Ja, das Ganze ist mehr als merkwürdig“, meint Sabine Grabbe von den Grünen, die Vorstandsmitglied des Hafenvereins ist. Für Anke Blume von der FDP ist klar: „Das Potenzial eines Hamelner Hafens darf nicht zugeschüttet werden.“ Auch FDP-Mann Roman von Alvensleben legt sich fest: „Ich bin für den Erhalt der Gemeinschaft des Hafens und seiner ökologischen wie ökonomischen Eigenwelt.“ Rüdiger Zemlin, ebenfalls FDP, stellt die Frage: „Warum funktioniert das mit der Entwicklung der Einbindung der Weser und des Hafens in Hameln nicht?“ Und gibt darauf gleich eine Antwort. „Weil die Kompetenz in der Verwaltung fehlt: wirtschaftliches und planerisches Denken und die Umsetzungsfähigkeit.“

Claudia Schumann von der Piratenpartei mutmaßt: „Es geht vermutlich mal wieder um vermeintliche Fördergelder. Die Natur, die Menschen und die kulturelle Vielfalt bleiben auf der Strecke.“

Aber auch Bürger melden sich zu Wort – fast alle gehen mit der Stadt hart ins Gericht. „Gerade dieses Ambiente soll zerstört werden? Das ist so typisch Hameln“, meint Brigitta Gerecke. Frank Mußmann spricht klare Worte: „Finger weg vom Hafen!“ Das sieht auch Claudia Spatz-Matthias so: „Der Hafen muss bleiben!“ Henry Gondorff findet Hameln „wegen solcher Aktionen „hässlich“. „Nun hat die Stadt endlich einen Ort, den sogar ich mal cool finde, und dann macht sie ihn wieder platt. Behaltet euer lächerliches Pflaster, eure sterile ungemütliche Altstadt, euren Bürgergarten, der wie eine heruntergekommene Baumschule aussieht und fahrt in andere Länder, um euch anzusehen, wie man Strandbereiche baut.“ Claus Bremer ist der Einzige, der sich auf unserer Facebook-Seite gegen den Erhalt des Hafens ausspricht: „Zuschütten ist der richtige Weg, denn: Wofür braucht Hameln noch einen Hafen? Auf der Weser findet doch sowieso nur noch Personenschifffahrt statt.“

Die Frage, warum es ein Geheimgespräch mit dem Hafenverein gegeben hat und darüber Stillschweigen vereinbart wurde, konnte die Stadt Hameln am Freitag nicht beantworten. Diejenigen aus dem Fachbereich Umwelt, die dazu etwas sagen könnten, seien nicht erreichbar, hieß es dazu aus dem Rathaus. So bleibt auch ungeklärt, was der Hochwasserschutz einer Stadt mit dem Zuschütten eines Hafenbeckens zu tun hat. Der Hamelner SPD-Chef Reddeck weiß mehr: „Es geht darum, dass die Schutzmauer wohl etwas einfacher und günstiger errichtet werden könnte. Außerdem würde eine potenzielle Erweiterungsfläche für die dort ansässigen Firmen entstehen – und der Hafen weniger stark verschlicken.“



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