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„Mit mir wird es das nicht geben“

Hafen zuschütten? Oberbürgermeister sagt Nein

veröffentlicht am 22.08.2016 um 11:23 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:25 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

Er trete für den Erhalt des Hafens ein und setze alles daran, dass der Bereich in Zukunft sogar noch aufgewertet werde. „Es handelt sich um ein Kleinod, das wir bewahren müssen.“ Griese macht keinen Hehl aus seiner Meinung, dass er ein Zuschütten des Hafens nicht unterstützt. Er wisse natürlich, dass der Hochwasserschutz in Hameln verbessert werden müsse und der Hafenbereich zu den gefährdeten Gebieten gehöre. „Aber es gibt auch andere Möglichkeiten, den Hochwasserschutz zu gewährleisten, als einen Teil des Hafens aufzufüllen“, sagt der Oberbürgermeister und verweist auf seine bereits im Wahlkampf gemachten Aussagen, das Weserufer mitsamt dem Hafen attraktiver zu gestalten und das Leben und Wohnen am Fluss zu ermöglichen. „Ein Zuschütten von Teilen des Hafens passt nicht zu meinen Überlegungen.“ Damit würde die Stadt Potenzial verschenken und sich den Weg verbauen, den Hafen für Tourismus und Freizeit zu nutzen. „Schnellstmöglich“, so Griese, wolle er das Gespräch mit dem Vorsitzenden des Hafenvereins, Knut Brokate, suchen, um offiziell Entwarnung zu geben. Der Rathauschef sieht den Hafenverein, aber auch alle anderen Akteure, die sich für den Hafen engagieren, als wichtige Partner an. „Nur gemeinsam können wir den Hafen weiter aufwerten“, betont Griese. Und gemeinsam mit allen Akteuren wolle er auch diskutieren, wie der Hochwasserschutz im Hafenbereich verbessert werden könne.

Die jüngst im Umweltausschuss vorgestellten Pläne, nach denen ein Teil des Hafenbeckens aufgefüllt werden sollte, seien lediglich als Diskussionsansatz zu verstehen. „Die Verwaltung hat diese Pläne als eine von mehreren denkbaren Varianten ins Spiel gebracht“, erklärt Griese. Ziel sei es gewesen, alle Lösungsansätze und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile ergebnisoffen mit den Betroffenen und den Politikern zu diskutieren. Offene Punkte gebe es schließlich zuhauf: So müsse die Frage der zukünftigen Unterhaltungskosten für Hochwasserschutz, Kaianlagen und eine Entschlammung des Hafens geklärt werden, ebenso die Frage, wie ein Miteinander von Wohnen und Industrie ermöglicht werden könne.

Hinter vorgehaltener Hand ist zu hören, dass Griese – vorsichtig ausgedrückt – nicht gerade begeistert ist über das Vorgehen einzelner Rathaus-Mitarbeiter. In der Stadtverwaltung laufen derzeit interne Gespräche. Es geht wohl auch um die Frage, warum die Möglichkeit, den hinteren Teil des Hafenbeckens zu verfüllen, überhaupt ernsthaft in Erwägung gezogen wurde – und von wem.

Ralf Wilde, städtischer Leiter des Fachbereichs Umwelt, hatte vor einigen Wochen zwei Vorstandsmitglieder des Hafenvereins und den Reeder der „Flotte Weser“ über Gedankenspiele informiert – und zwar zu einem Zeitpunkt, als den Kommunalpolitikern (Umweltausschuss und Rat) die Vorschläge zum Hochwasserschutz noch gar nicht bekannt waren. Deshalb seien Hafenverein und Unternehmer gebeten worden, die Konzepte bis zur Vorstellung im Umweltausschuss nicht an die Öffentlichkeit zu tragen, teilte die Verwaltung auf Nachfrage der Dewezet mit. Über ein Stillschweigen bis ins kommende Jahr sei aber nicht geredet worden. „Dies ist vermutlich ein Missverständnis zwischen der Stadt Hameln und den Vertretern des Hafenvereins.“



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