weather-image
14°

Sprachförderung: große Differenzen

Häppchenweises Nachbessern

HAMELN. Vor den Sommerferien war die Aufregung groß, als deutlich wurde, dass das Kultusministerium Sprachlernklassen und Sprachförderstunden erheblich reduziert. Zwar wurde seitens des Ministeriums „nachjustiert“, doch Einigkeit über das, was benötigt wird, herrscht dennoch nicht, wie die Zahlen aus Hannover belegen.

veröffentlicht am 31.08.2017 um 15:21 Uhr
aktualisiert am 31.08.2017 um 16:30 Uhr

Die Grafik zeigt‘s: Wunsch und Wirklichkeit weichen bei der Sprachförderung an den Grundschulen erheblich ab.
Birte Hansen

Autor

Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

HAMELN. Die zum Teil erhebliche Differenz zwischen den von der Schulbehörde anerkannten Stunden und den bislang tatsächlich zugewiesenen Stunden, könnte sich nach Auskunft des Ministeriums noch verringern oder aufheben. „Im Prinzip ist das ein Prozess, der nie fertig ist“, sagt Tanja Meister, Sprecherin des Kultusministeriums. Dass die Zahlen voneinander abweichen, liege daran, dass zunächst Stunden von der Schulbehörde zugewiesen und danach die Anträge der Schulen noch einmal vom Kultusministerium überprüft worden seien.

Auf Basis der jetzt noch einmal von den Schulen gemeldeten Zahlen der Schüler mit Förderbedarf werde, „wo erforderlich, in den kommenden Wochen noch einmal nachjustiert und gegebenenfalls die Anzahl der Sprachförderstunden erhöht“. Das erfolge automatisch im Ministerium, erklärt Meister; auch, wenn die Schulen sich selbst nicht noch einmal in Hannover gemeldet haben. Das hört Birgit Albrecht, Leiterin der Grundschule Rohrsen gern. Und zum ersten Mal. Die Anzahl der „anerkannten Stunden für Sprachförderung nach schulfachlicher Prüfung“ seien ihr nicht mitgeteilt worden.

Albrecht hatte 50 Stunden für Sprachförderung beantragt. Diese Zahl wurde „schulfachlich geprüft“, wie es heißt, danach sind 25 anerkannt worden, zugewiesen wurden jedoch nur 18. „Sieben Stunden fehlen danach“, sagt Albrecht; hinzu kämen Stunden für Schwimmunterricht, die weggefallen seien, sodass die Unterrichtsversorgung an ihrer Schule derzeit nur 96 Prozent betrage, erzählt die Leiterin. Und an dem von ihr ermittelten und angemeldeten Bedarf von 50 Förderstunden habe sich in ihren Augen auch überhaupt nichts geändert – nicht nach den Sommerferien, gemessen an den tatsächlichen Schülerzahlen, und auch nicht bei vielleicht noch genauerer Betrachtung der Fähigkeiten der Schüler. An der GS Rohrsen besteht die Besonderheit, dass dort viele Kinder aus rumänischen Familien angemeldet sind und wenig bis gar kein Deutsch können oder auch gar nicht alphabetisiert sind.

Im Sekundarbereich I kann Bildungssprache nicht mehr nebenbei vermittelt werden.

Britta Bödecker, Leiterin Wilhelm-Raabe-Schule

Doch nicht nur in Rohrsen ist der Unmut weiterhin groß, auch. Auch an der Wilhelm-Raabe-Schule wurde die Anzahl der Förderstunden stark eingedampft: 138 waren von Leiterin Britta Bödecker beantragt worden. In zwei Sprachlernklassen sind die Schüler, die noch kein oder kaum Deutsch konnten, bis zu den Ferien unterrichtet worden, bevor die Kultusministerium Frauke Heiligenstadt die Anzahl der Sprachlernklassen in Niedersachsen stark reduziert hat – was erheblichen Protest seitens der Schulen und Eltern und auch der Politik zur Folge hatte. Aus den Stunden, die der Wilhelm-Raabe-Schule zugewiesen wurden, 47 sind es, „speisen wir jetzt eine Sprachlernklasse“, sagt Bödecker auf Anfrage. Im Sek-I-Bereich, ab der fünften Klasse, könne die Bildungssprache einfach nicht mehr nebenbei im Unterricht vermittelt werden, erklärt Bödecker, warum sie am Konzept der Sprachlernklassen festhält.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt