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Unterschriftensammlung gegen neue Richtlinie für Zigaretten / „Tabak ist Kulturgut“

Händler und Kunden geben Rauchzeichen

Hameln (CK). „Noch mehr EU-Regulierung: Dann ist der Laden weg!?“ Mit dieser eindeutigen Botschaft appellieren Zigarettenläden in Hameln zurzeit an ihre Kunden, sich an einer Unterschriftensammlung zu beteiligen. Bei Cigarren-Niemeyer in der Osterstraße und in der Stadt-Galerie etwa liegen Listen aus, in die Verbraucher sich noch bis Mitte März eintragen können, um gegen besagte Tabak-Produkt-Richtlinien zu protestieren. Denn die Regulierung hat nach Meinung der Branche weitreichende Folgen – für den Handel und den Verbraucher.

veröffentlicht am 08.02.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 16:21 Uhr

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Die EU plant zum einen die Standardisierung von Verpackung und Produkten, die sogenannte „Einheitszigarette“, das Verbot ganzer Produktgruppen wie etwa Mentholzigaretten, die ebenso wie Schnupf- oder Kautabak völlig vom Markt verschwinden sollen, außerdem Schockbilder wie von Raucherlungen auf 75 Prozent der Verpackungsfläche.

Rainer von Boetticher aus Bremen, Inhaber von 73 Niemeyer-Filialen, darunter drei in Hameln, nennt das eine „diktatorische Richtlinie“, die die EU-Kommission sogar ohne Einbindung des Europarates noch weiter verschärfen könne. „Das ist eine Riesenbevormundung des Kunden, den wir deshalb zu aktivieren versuchen“, sagt von Bötticher. Denn werde die Richtlinie so umgesetzt wie geplant, hätte der Fachhandel weniger Produkte und damit auch weniger Umsatz, sprich eine geringere Rentabilität, denn gerade dieser Handel lebe von der Vielfalt seiner Produkte. „Dann muss man unsere Läden gar nicht mehr aufsuchen“, sagt er und befürchtet, dass diese Entwicklung unweigerlich den Verlust von Arbeitsplätzen und damit die Schließung besonders der kleineren Fachhändler nach sich ziehen würde.

Gegen „Einheitszwang und Existenzbedrohung“ aus Brüssel wollen sich von Bötticher und seine Verbandskollegen deshalb wehren. Mit ihrer Unterschrift, so sagt er, könnten Kunden den Protest von der Ladentheke aus unterstützen. Denn nach Ansicht des Bundesverbandes des Tabakwaren-Einzelhandels e.V. (BTWE), dessen ehrenamtlicher Präsident Bötticher zugleich ist, sei zum Beispiel mit wirkungsvollen Präventions- und Informationsmaßnahmen der Anteil jugendlicher Raucher in den vergangenen zehn Jahren mehr als halbiert worden. Außerdem würde die Umsetzung der neue Richtlinie dem illegalen Handel einen regelrechten Schub verleihen. Der Fachhandel, so heißt es, stehe zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Tabakwaren nach dem Motto: „Sinnvolle Regeln für den Tabakverkauf ja, aber keine Regulierung auf Kosten der Nahversorger.“ Bötticher abschließend: „Tabak ist außerdem ein Kulturgut, ein Genussprodukt.“

Kunden, die bei Niemeyer in der Osterstraße Zigaretten kaufen (oder aber einfach nur mal Lotto machen möchten), haben offenbar kein Problem damit, ihre Unterschrift unter die Liste zu setzen. So wie Hella Oehme etwa. Die ist zwar Nichtraucherin, möchte aber ebenfalls nicht durch Bürokraten aus Brüssel bevormundet werden.

Viele Kunden, selbst Nichtraucher, unterschreiben gegen die „Regelungswut aus Brüssel“ – hier bei Niemeyer in der Osterstraße.

Foto: Wal



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