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Händler erkennen „Silbermarkt“ nur zögerlich

veröffentlicht am 12.07.2009 um 17:00 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

Von Ernst August Wolf

Hameln. Mit 65 kommt statt der Rente das große Comeback. Meint zumindest der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski. Der demografische Wandel habe die Altersgrenze verschoben. Steige die Lebenserwartung weiter, so gelte im Jahr 2030 vielleicht erst ein 86-Jähriger als alt.
 Längst haben große und kleine Unternehmen den sogenannten Silbermarkt entdeckt und erhoffen sich von altersgerechten Angeboten lukrative Geschäftsperspektiven. „Nicht nur die Werbung präsentiert uns jetzt auch Ältere, vor allem Gründerinnen und Gründer sehen in der Seniorenwirtschaft große Potenziale“, stellt Eva Löscher-Famulla von „GründerInnen Consult Hannover“ fest. 

 Traditionelle 50-plus-Geschäftssektoren wie Tourismus, Gesundheit und Wellness will GründerInnen-Consult um alternative, sorgfältig auf die einzelnen Altersgruppen abgestimmte Ideen ergänzen, „Das Alter von 50+ bis 65 ist noch durch den Erwerbsprozess bestimmt, erst danach setzt die Phase der höchsten Konsumfähigkeit ein“, stellt Löscher-Famulla fest.
 Die Zielgruppen jenseits von 50 plus rücken jedoch nur langsam ins Blickfeld der Hamelner Händler. Noch dominiert das herkömmliche Bild von den „Alten“: kränkelnd, passiv, wenig mobil. Dass die Realität eine andere ist, weiß Birgit Köpps-Padberg, Sprecherin der Hamelner Apotheken. „Es ist deutlich spürbar, dass die älteren Menschen länger fit bleiben“, sagt die Pharmazeutin. 

 Neben Apotheken haben sich auch Sanitätshäuser von je her auf ältere Kunden besonders eingestellt. Doch diese Branche leidet unter dem Rotstift der Krankenkassen und Billigangeboten der Discounter. Im Bereich Bekleidung und Mode aber wächst das Angebot für Ältere. „Vor allem auf gute Beratung kommt es dieser Gruppe an“, weiß ein Fachverkäufer eines Hamelner Bekleidungshauses.
 Auf den demografischen Wandel müssten sich die Anbieter einstellen, betont Wilhelm Bergmann vom gleichnamigen Elektrohaus an der Bahnhofstraße. Neben der einfachen und verständlichen Bedienung moderner High-Tech-Geräte sei Sicherheit das große Thema bei älteren Kunden.  Sein Fazit: Die im Zukunftsmarkt der Kundschaft jenseits von 50 plus liegenden Chancen werden in Hameln erst langsam und zögerlich entdeckt.



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