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Sozialaktion von Jugendlichen für Senior-Schläger-Haus

Gutes tun – nicht so einfach

Hameln (sto). Sie wollten etwas für Menschen tun, mit denen es das Schicksal nicht so gut meint, mussten aber erfahren, dass Barmherzigkeit nicht überall willkommen und sozial sein zu wollen nicht einfach ist. Schon gar nicht, wenn es sich um eine spontane Aktion handelt. Trotz vieler Widerstände hat es eine Gruppe junger Leute dennoch geschafft, Geld zu sammeln für Obdachlose.

veröffentlicht am 19.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 07:41 Uhr

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Die Sammlung erfolgte im Rahmen der vom Bistum Hildesheim ins Leben gerufenen Dekanats-Jugendtage der Jugendinitiative „HotSpots – Spirit and Life“. Die Jugendtage werden derzeit von der St.-Elisabeth-Kirchengemeinde in Hameln ausgerichtet. Teilnehmer sind zwölf junge Leute aus Hameln und Umgebung. Ein sechsköpfiges „HotSpots“-Team fährt ein Jahr lang durch das ganze Bistum und bleibt in jedem der 18 Dekanate für zehn Tage, um mit den Jugendlichen kirchliches Leben zu gestalten. „Und zwar so, wie es sich die jungen Leute vorstellen“, erklärt Projektmitarbeiterin Renate Grönniger. Gemeinsam werden Veranstaltungen besucht und Jugendandachten in der St.-Elisabeth-Kirche gehalten. Während der zehn Tage ist die katholische Kirche als Jugendkirche gestaltet mit einer Ausstellung unter dem Motto „GlaubensZone“. Ein wesentlicher Programmpunkt der Jugendtage ist die „Hot-Spots-24-Stunden-Sozialaktion“. Den Projektauftrag erfuhren die Teilnehmer erst kurz vor dem Start. Er lautete: „Wir helfen dem Senior-Schläger-Haus.“ Die Umsetzung der Hilfe war einzig und allein Aufgabe der Jugendlichen.

Die Einrichtung am Ostertorwall 22/Ecke Mühlenstraße ist eine Herberge für Menschen ohne Dach über dem Kopf und eine Anlauf- und Beratungsstelle für Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen. Nach einer Besichtigung des Hauses durch Stefan Keil vom „Runden Tisch Obdachlosigkeit“ entschieden sich die jungen Leute, das Haus, von dem sie vorher noch nichts gehört hatten, mit einer selbst organisierten Geldspende zu unterstützen „Ich finde es gut, dass wir den Obdachlosen damit vielleicht ein klein wenig helfen können“, betonte Leonie (18). Allein loszugehen, um zu sammeln, würde er sich wahrscheinlich nicht trauen, aber gemeinsam mit der Gruppe falle ihm das leichter, so Patrick (18).

Frohen Mutes machte sich die Gruppe dann auf den Weg und bat bei fünf verschiedenen Einkaufszentren um die Erlaubnis, mit verschiedenen Aktionen für Obdachlose Geld sammeln zu dürfen. Die Jugendlichen wollten den Kunden den Einkauf ins Auto tragen, ihnen die Schuhe putzen und mit Gitarren- und Handtrommelmusik auf sich aufmerksam machen. Doch dazu kam es nicht. „Von jedem Einkaufsmarkt wurden sie abgewiesen; unter anderem mit der Begründung, die Aktion hätte zwei Wochen vorher angemeldet werden müssen“, bedauert Renate Grönniger. Frustriert von den Absagen, haben die jungen Leute dann am späten Nachmittag in der Fußgängerzone musiziert und einen kleinen Geldbetrag gesammelt.

Da sie zur Durchführung ihres Auftrages aber 24 Stunden Zeit hatten, entschlossen sie sich, nach den Gottesdiensten in der St.-Elisabeth-Kirche sowie in der St.-Bonifatius-Kirche in Aerzen selbst gebackene Waffeln und Kuchen zu verkaufen und um Spenden für ihr Projekt zu bitten – eine Bitte, der die Gottesdienstbesucher gerne nachkamen.

Insgesamt haben die Jugendlichen 315 Euro für das Senior-Schläger-Haus erwirtschaftet. „Für sie war die Aktion eine ganz besondere Erfahrung, die sie nicht missen möchten und die sie an die Situation der Obdachlosen erinnert, die auch häufig abgewiesen werden“, betont die Projektmitarbeiterin.



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