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Hameln sucht neuen Wirtschaftsförderer / Rufe nach mehr Kooperation im Sinne der Unternehmen

Gut gefördert?

Hameln. Die Stadt sucht einen neuen Wirtschaftsförderer. Andreas Seidel, bisher für die Angelegenheiten der Unternehmen zuständig, wechselte ins Ordnungsamt (wir berichteten). In Zeiten des Umbruchs liegt es nahe, den Status quo zu überdenken: Erneut sind Stimmen vernehmbar, die sich bei der Wirtschaftsförderung in und um Hameln neue Wege vorstellen könnten.

veröffentlicht am 28.04.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:02 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Zu einer Frage herrscht jedoch breiter Konsens: Ein neuer Wirtschaftsförderer müsse schnell gefunden werden – so heißt es beim Arbeitgeberverband AdU wie in der Politik. Der Wechsel von Seidel kam im vergangenen Monat auch für AdU-Geschäftsführer Dieter Mefus überraschend: „Wir haben gut zusammengearbeitet“, sagt er. Kontinuität sei wichtig. Doch das Personalkarussell im Rathaus – in Gang gekommen nach einem Todesfall in einer anderen Abteilung – wollte es anders. Nun läuft die Nachfolgersuche. Die Stelle ist intern ausgeschrieben. Als zum letzten Mal – im Jahr 2012 – ein Wirtschaftsförderer gesucht wurde, blieb eine externe Ausschreibung erfolglos. Am Ende wurde die Stelle intern besetzt – mit Seidel, zuvor Verwaltungsleiter des Theaters und des Veranstaltungsverbundes.

Sechs Mitarbeiter für die Wirtschaftsförderung

bei der Stadt Lingen

Letztlich sei jeder Wirtschaftsförderer nur so gut, wie das, „was hinterher passiert“, sagt Mefus. Wie also werden Anliegen der Unternehmen im Rathaus bearbeitet? „Frustrierend“ sei das mitunter – auch für den Wirtschaftsförderer. „Was können wir machen?“, müsse die Frage im Kontakt mit der Wirtschaft eigentlich lauten, sagt Mefus. „Und nicht: Was geht alles nicht?“

Der nun gesuchte neue Mann wird seinen Job in dem von Oberbürgermeister Claudio Griese neu geschaffenen Referat „Strategische Grundsatzfragen, Wirtschaftsförderung und Öffentlichkeitsarbeit“ antreten. Geleitet wird es von Thomas Wahmes, bekannt als Pressesprecher der Stadt. Damit trägt nun ein Referat im Rathaus die Wirtschaftsförderung im Titel. Eine Neuausrichtung deutet sich an. Das Referat müsse sich nun noch bewähren, sagt Wilfried Binder, Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat.

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Dass es auch noch ein bis zwei Nummern größer geht, beweist die Stadt Lingen. Mit gut 52 000 Einwohnern sogar etwas kleiner als Hameln, bietet die Stadt an der Ems einen eigenen Fachbereich Wirtschaftsförderung auf. In einem sechsköpfigen Team finden sich, im Internet aufgelistet, Ansprechpartner zu Ansiedlungen und Erweiterungen, zu Neugründungen und Fördermitteln. Wäre das Beispiel aus der Wirtschaftsboom-Region Emsland ein Modell für Hameln? „Wir beginnen ja jetzt mit der Verwaltungsstrukturreform“, sagt Ursula Wehrmann, stellvertretende Sprecherin der schwarz-grünen Ratsmehrheit, in dem Zuge erhoffe sie sich Antworten auf solche Fragen. Eine personelle Aufstockung ist in der verschuldeten Stadt allerdings kaum zu erwarten.

Die Grünen-Fraktionschefin Wehrmann hat sich bei der Wirtschaftsförderung in der Vergangenheit wiederholt für ein anderes Modell starkgemacht und tut es weiterhin: für mehr Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Allerdings, betont sie, sei dies eine „persönliche“ Meinung. Mehrheitsfähig war ihre Position in der Mehrheitsgruppe bisher nicht. Wehrmann sähe in der Kooperation jedoch „Synergien“, Sparpotenzial und „die Möglichkeit, den Landkreis weiter nach vorne zu bringen“.

Ähnliche Vorstellungen sind vom AdU zu hören, allerdings geht der Blick des Unternehmerverbandes noch über die Kreisgrenzen hinaus. Den jeweiligen „Kümmerer“ vor Ort müsse es weiterhin geben, sagt Geschäftsführer Mefus. Nach einem ersten „Anstoß“ durch den Wirtschaftsförderer könnten aber Routinen wie etwa das Stellen, Kontrollieren und Korrigieren von Bau- oder Förderanträgen gebündelt abgearbeitet werden – nach AdU-Vorstellungen bei der Weserbergland AG. Der städtische Wirtschaftsförderer könnte sich dann – befreit vom „lästigen Alltagskram“ – sogleich dem nächsten Projekt zuwenden.

SPD-Fraktionschef Binder ist skeptisch: „Ob sich das alles zusammenfassen ließe, wage ich zu bezweifeln“, sagt er. Auch im Rathaus hält man den AdU-Vorschlag für nicht praktikabel. Dass in der Verwaltung im Sinne der Wirtschaft manches „besser Hand in Hand gehen“ und sich dann auch in der Bearbeitung „zügiger gestalten“ könnte – das sieht der Sozialdemokrat ganz ähnlich wie der AdU-Geschäftsführer.

Tut die Stadt Hameln genug für die heimische Wirtschaft?Dana/Bilderbox (2)



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