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Entscheidung der Krankenkasse irritiert

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Hameln. Seit Jahrzehnten ist Vera Joachim krankenversichert bei der DAK. Und dass angesichts steigender Beiträge und einer allgemeinen Überalterung der Mitglieder alle Leistungen „wirtschaftlich und zweckmäßig“ sein sollen, versteht die 72-Jährige durchaus. Aber bei manchen Entscheidungen versteht sie die Welt nicht mehr.

veröffentlicht am 20.04.2016 um 15:47 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:46 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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Hameln. Seit Jahrzehnten ist Vera Joachim krankenversichert bei der DAK. Und dass angesichts steigender Beiträge und einer allgemeinen Überalterung der Mitglieder – mit damit verbundenen Krankheiten – alle Leistungen „wirtschaftlich und zweckmäßig“ sein sollen, versteht die 72-Jährige durchaus. Aber bei manchen Entscheidungen versteht sie die Welt nicht mehr.

Vor vielen Jahren hatte Vera Joachim einen Schlaganfall. Seither ist die Frau in ihrer Mobilität stark eingeschränkt, kann sich nur mithilfe von Krücken und eines Rollators überhaupt fortbewegen, und das auch nur langsam. Doch Vera Joachim hat ihren Lebensmut nicht verloren – sie möchte, so weit es ihr möglich ist, am Leben teilhaben. Und wollte deshalb einen anderen, weniger sperrigen Rollator bekommen. Der alte, so sagt sie, sei extrem hinderlich: Im Restaurant behindere er andere Gäste und stelle eine Stolperfalle dar, ins Flugzeug könne sie ihn ebenfalls nicht mitnehmen. Also beantragte sie einen neuen, faltbaren Rollator.

Doch die Reaktion ihrer Krankenkasse verblüffte sie: Sie müsse 360 Euro Eigenanteil dazubezahlen, hieß es. Dass sie als Patientin auch selbst zur Kasse gebeten würde, war der 72-Jährigen durchaus bewusst. Dass es einen Rollator, wie sie ihn sich wünscht, in einem Hamelner Sanitätshaus schon für 290 Euro geben würde, wusste die Frau jedoch ebenfalls. Doch die DAK verweigerte ihre Zustimmung. Mit diesem Geschäft, so die Antwort, arbeite man nun mal nicht zusammen.

Ob das „wirtschaftlich und zweckmäßig“ ist, wie es der Gesetzgeber fordert, bezweifelt die Rentnerin. Doch Dirk Büttner, Chef der DAK Hameln, verteidigt das Vorgehen seiner Kasse. Für Rollatoren (und übrigens auch für Rollstühle) habe es eine Ausschreibung gegeben, und der Anbieter, mit dem die DAK jetzt zusammenarbeite, sei aus diesem Verfahren eben als Sieger hervorgegangen. Dass seine Geräte dann teilweise teurer seien als vergleichbare im Fachhandel, spiele keine Rolle. „Das ist allein seine Kalkulation und kaufmännische Entscheidung“, sagt Büttner. Die DAK jedenfalls sei an das Ausschreibungsergebnis und damit an diesen Anbieter gebunden. In den (Miet-)kosten seien dann zudem Wartung und Reparaturen enthalten. Und im Übrigen stehe es der Patientin natürlich frei, ein ganz anderes Modell ihrer Wahl zu erwerben.



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