weather-image
26°
Baugebiete in Hameln weiter in der Warteschleife

Grundstücke in Tündern fast vollständig weg

HAMELN. Während man dem Baugebiet Tündern beim Wachsen quasi zusehen kann, bewegt sich in der Stadt Hameln wenig. Häuslebauer die in der Stadt wohnen wollen, müssen sich weiter gedulden, obwohl es seit Längerem Überlegungen für potenzielle Baugebiete gibt (siehe Infokasten). Vorschläge für Neuausweisungen vonseiten der Verwaltung oder entsprechende Anträge aus der Politik befinden sich unverändert in der Warteschleife.

veröffentlicht am 04.12.2017 um 17:23 Uhr

Die Vermarktung des Baugebiets „Auf der Linkworth“ in Tündern läuft auch im dritten Abschnitt bestens: Von 29 sind 27 Grundstücke verkauft, die ersten Rohbauten stehen bereits. Foto: dana
Dorothee Balzereit

Autor

Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Konkret in Vorbereitung ist derzeit nur der Soziale Wohnungsbau auf der Konversionsfläche Bailey Park. Bauträger sind GSW beziehungsweise HWG.

Mehr Bewegung ist in den Ortschaften zu verzeichnen: In Tündern ging der dritte Abschnitt des Baugebiets „Auf der Linkworth“ im Juli an den Start, inzwischen stehen die ersten Rohbauten. Von 29 Grundstücken sind 27 verkauft, sagt André Horstmeyer, zuständig für die Vermarktung der Immobilien der Sparkasse, die in Tündern Bauträger ist. „Wenn alles gut geht, sind die letzten bis Ende des Jahres verkauft, so Horstmeyer, „wir sind überwältigt vom Erfolg.“

Das war längst nicht immer so. Am Anfang der Planungen – vor über zehn Jahren – glaubte ein Teil der Politiker im Rat nicht an eine schnelle Vermarktung und schob einen Riegel bei der Ausweisung des dritten tündernschen Bauabschnitts vor. Natürlich erleichtere der anhaltend niedrige Zinssatz den Häuslebauern die Entscheidung für den Bau, zugleich gebe es vor Ort einen entsprechenden Bedarf, so Hortsmeyer. In das tündernsche Neubaugebiet ziehen junge Familien, aber auch Leute von außerhalb. Der Endausbau folgt, wenn 80 Prozent der Fläche bebaut sind. Horstmeyer geht davon aus, dass das im dritten oder vierten Quartal des nächsten Jahres der Fall sein wird. Die Preise für die Grundstücke zwischen 542 und 765 Quadratmetern liegen zwischen 55 490 und 72 085 Euro ohne Vermessungs- und die Anschlusskosten. Das ist im bundesdeutschen Vergleich günstig: Nach Angaben des Internetportals „Immowelt“ liegt der Preis für 542 Quadratmeter im Schnitt bei 101 896 Euro, für 765 Quadratmeter bei 110 925 Euro (Stand November 2017).

Im Neubaugebiet „Auf dem Berge“ in Haverbeck hat die Sparkasse inzwischen fünf von neun Grundstücken verkauft.

Auch zentrumsnah in Hameln würde die Sparkasse gern mal wieder ein Baugebiet erschließen. „Das fehlt“, sagt André Horstmeyer. Daran, wie weit die letzte Bauträgerschaft in der Stadt zurückliegt, kann sich Horstmeyer gar nicht mehr erinnern, „es muss vor 2014 gewesen sein.“

Auch Oberbürgermeister Claudio Griese möchte seit geraumer Zeit mehr bewegen, als nur die Baulücken im Hottenbergsfeld zu schließen, das bekräftigte er bereits im Dezember 2016.

Ganz oben auf der Wunschliste steht das Ravelin-Camp. Die Verwaltung möchte auf dem ehemaligen Übungsgelände der britischen Armee gehobenes Wohnen installieren, bis zu 30 Wohneinheiten könnten entstehen, dazu noch einmal etwa 20 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern. Die Pläne liegen bereits in der Schublade. Für die Grünen steht dort allerdings der Naturschutz an erster Stelle.

Information

Baugebiete aktuell

Ravelin-Camp: Nicht nur die Verwaltung, auch die FDP sähe das Ravelin-Camp gerne als Baugebiet. Ein entsprechender Antrag ist im Verfahren. Demnach soll die Verwaltung das potenzielle Baugebiet mit anderen möglichen Baugebieten in der Kernstadt, (beispielsweise Rennacker, und Riesackweg) hinsichtlich der Rahmenbedingungen vergleichen. Eine entsprechende Vorlage konnte noch nicht erarbeitet werden, heißt es von der Stadt. Mit dem Antrag hat die FDP den Vorschlag unterbreitet, die Ausweisung neuer Baugebiete in der Kernstadt in die Priorität eins der städtebaulichen Maßnahmen zu übernehmen. Hierüber wird der Rat der Stadt Hameln am 13. Dezember entscheiden.
Rennacker: Das Areal hinter der Jugendverkehrsschule ist bisher nur Gesprächsthema, das aber immer wieder.
Bailey Park I: Der Bereich, der an die Straße Hohes Feld grenzt, könnte ebenfalls Baugebite werden.
Bailey Park II:Nach vorn, zum Reimerdeskamp, soll sozialer Wohnungsbau entstehen (siehe oben).
• Auch das Gelände der Elisabeth-Selbert-Schule an der Thibautstraße könnte ein Baugebiete werden. Das Areal der Schule, die derzeit auf drei Standorte verteilt ist, stände zur Verfügung, wenn die Schule auf das Gelände der Linsingen-Kaserne zieht.
Riesackweg: Möglich wäre auch ein Gebiet nördlich des Riesackwegs, das hinter den Kleingärten beginnt. Ein Baugebiet, das theoretisch schnell realisierbar sei, doch die Gegend ist ein Politikum: Schon bei der Ausweisung des ersten Baugebietes habe es Anwohnerprotest und Bedenken von Politikern und dem BUND gegeben.
• Möglich wäre auch das Kleingartengebiet nördlich der Straße Hühnerborn, welches das Wohngebiet nördlich des Reimerdeskamps begrenzt.
• In der Nähe der Kleingärten hinter dem britischen Viertel stehen einige Flächen zur Disposition.
• Die Vorbereitungen und das Bauleitplanverfahren für ein Wohnungsbauprojekt an der „Bültestraße“ durch die HWG in Holtensen laufen planmäßig.
• Der Aufstellungsbeschluss für das Baugebiet „Placken II“ in Holtensen ist gefasst, das Bauleitplanverfahren läuft planmäßig.
• Erschließung und Verkauf des aktuellen Bauabschnittes „Auf dem Berge“ in Haverbeck laufen.
• Die Erschließung des Baugebiets „Nördliche Steinebreite“ in Hastenbeck ist angelaufen.

Mein Standpunkt
Dorothee Balzereit
Von Dorothee Balzereit

Naturschutz ist schön und gut, aber man sollte die Kirche in der an Natur nicht armen Stadt lassen. Wer möchte, dass Hameln für Bauwillige attraktiv bleibt, sollte dafür sorgen, dass es nicht nur in den Ortschaften Baugrundstücke gibt.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare