weather-image
22°

Da waren’s nur noch elf – Stadt möchte mehr

Grundstücke für Gewerbe und Industrie werden knapp

veröffentlicht am 01.09.2016 um 16:11 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:46 Uhr

270_0900_11937_hm103_Wilhelm_Lampe_3108.jpg
Birte Hansen

Autor

Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Mit einem Wunschgedanken wirbt die Stadt Hameln derzeit auf ihrer Internetseite für das Gewerbe- und Industriegebiet „Afferde Ost“: „Die verkehrliche Anbindung wird künftig durch die Südumgehung Hameln, die die Räume Hannover/Südwestniedersachsen und Ostwestfalen verbinden soll, optimiert.“ Ob das so kommt, ist Zukunftsmusik, doch die verkehrliche Anbindung spielt laut Thomas Wahmes, zuständig für die Wirtschaftsförderung bei der Stadt Hameln, im digitalen Zeitalter ohnehin nicht mehr die ganz große Rolle. Wichtiger sei da schnelles Internet – ein Anliegen, dessen Umsetzung im Rathaus vorangetrieben werde.

Um Unternehmen dauerhaft in Hameln zu halten – und vielleicht sogar neue zu locken –, arbeiten Wahmes und seine Kollegen zurzeit an einem Standortmarketingkonzept für die Stadt, mit dem für Hameln geworben werden soll. Dass es das bisher noch nicht gegeben hat, kann überraschen. „Der OB“, sagt Wahmes über den Oberbürgermeister Griese, „hat die Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung“ vorangetrieben. Es bedürfe heute einfach anderer Instrumente in der Wirtschaftsförderung als vor 20 Jahren. Und als Basis eine Bestandsaufnahme.

Hameln verfügt derzeit über drei große Gewerbe- und Industriegebiete mit einer Fläche von insgesamt knapp 33 Hektar: Hottenbergsfeld, Afferde-Ost und Hastenbeck-Nord. Für das Gebiet an der Wilhelm-Lampe-Straße wird gerade die Bauleitplanung gestartet. Fast 5,4 Hektar davon sind in den drei Gebieten noch frei, je nach Zuschnitt kann diese Fläche in etwa 11 Grundstücke unterteilt werden. Hauptsächlich würden Gewerbe- und Industriegrundstücke für Unternehmen vorgehalten, die bereits in Hameln ansässig sind und sich vergrößern wollen, sagt Wahmes. „Eine Umsiedlung ist die absolute Ausnahme.“ So ist auch nicht die Neu-Akquise die Hauptaufgabe, sondern Kern der Wirtschaftsförderung sei die Bestandspflege oder lieber „Unternehmensservice“, wie Wahmes sagt.

3 Bilder
Drei große Gewerbegebiete hat Hameln zu bieten: Hottenbergsfeld. Foto: Dana

Eine Fläche von ungefähr sechs Fußballfeldern hat die Stadt Hameln in den vergangenen dreieinhalb Jahren an elf Gewerbetreibende verkauft: 4,34 Hektar. Eingenommen hat sie über den Verkauf in den vergangenen fünf Jahren 1,425 Millionen Euro.

Die Grundstückspreise variieren, je nach Lage und Anbindung. Auch, ob Erschließungsbeiträge erlassen oder verlangt werden, variiert. Im Jahr 2011 hatte der Rat beschlossen, dass der Erlass möglich sein soll, um die Ansiedlung in Hameln attraktiver zu machen. „Ohne Erlass ist eine Veräußerung von Gewerbeflächen nahezu unmöglich, da auch sämtliche Umlandkommunen auf die Erhebung dieser Beiträge verzichten“, hatte die Verwaltung damals erklärt. Wenn nun „Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen werden, können wir die anteiligen Grundstückskosten erlassen“, die für die Erschließungsanlagen aufgewendet wurden, erklärt Wahmes. Von 2011 bis jetzt werden es voraussichtlich 106 332 Euro an Erschließungsbeitrag sein, auf die Hameln verzichtet. „Die Prüfung zur Erfüllung der Voraussetzungen zum Erlass des Erschließungsbeitrages erstreckt sich im Einzelfall über Jahre, da insbesondere Arbeitsplätze nicht nur neu geschaffen, sondern auch über einen längeren Zeitraum vorgehalten werden müssen“, führt Wahmes aus.

Andere Vergünstigungen kann die Stadt kaum gewähren, weil das „EU-Recht das nicht zulässt“. Auch an den Grundstückspreisen darf die Stadt nicht drehen – Maßstab ist der gutachterliche Verkehrswert oder Bodenrichtwert. Statt auf monetäre Anreize muss die Stadt also auf Service setzen: „Wir versuchen, zu unterstützen und notwendige Verfahren so schlank wie möglich zu halten“, wenn Unternehmen beispielsweise Veränderungen vornehmen wollen. Auch bei der Beantragung von Fördermitteln hilft die Stadt.

Elf freie Grundstücke – zu wenig in den Augen der Verwaltung. Zwar kann sie nicht beziffern, wie viele sie vorhalten müsste, um die künftige Nachfrage bedienen zu können, „aber gewisse Lagen oder Zuschnitte sind durchaus schon als knapp bemessen zu beschreiben“, sagt Wahmes. „Gewisse Flächenreserven und eine „vorausschauende Flächenentwicklung“ seien erforderlich. In der Verwaltung fänden daher zurzeit Überlegungen statt, wo neue Gewerbe- und Industriegebietsflächen ausgewiesen werden könnten. Im Gespräch und schon besiegelt ist ein Teil des Bailey-Parks in der Nordstadt. Dort sollen 1,5 Hektar aus Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Ebenfalls im Gespräch ist der gegenüberliegende Gundolph-Park, wo etwa 4,8 Hektar entsprechend vorgesehen werden könnten. Und die Erweiterung des Gebietes an der Wilhelm-Lampe-Straße soll einen Hektar umfassen. Hierfür wird jetzt das Bebauungsplanverfahren eingeleitet und die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit vorbereitet.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?