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Optimismus nach viel Frust

Grundsteinlegung am Schulzentrum Nord

HAMELN. Es ist bis jetzt das teuerste Bauprojekt der Stadt. 30 Millionen Euro lässt sich die Stadt Hameln das neue Schulzentrum Nord kosten. Die Diskussionen um den Bau haben sechs Jahre gedauert. Nun soll der Frust Optimismus weichen. Das zumindest war die vorherrschende Stimmung bei der Grundsteinlegung.

veröffentlicht am 12.09.2017 um 17:33 Uhr
aktualisiert am 12.09.2017 um 19:25 Uhr

Grundsteinlegung am Schulzentrum Nord 2017... Foto: Dana
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Regenschirm auf, Regenschirm zu. Reingehen oder mutig sein und hoffen, dass die Wolke vorbeizieht. Das Wetter, das gestern die Grundsteinlegung am Schulzentrum Nord begleitete, spiegelte den Werdegang des bislang teuersten Bauprojekts der Stadt Hameln perfekt. 21 Millionen Euro waren einst geplant. Sechs Jahre und viele Diskussionen später waren es 30 Millionen Euro. Als „Projekt der Superlative“ bezeichnete Oberbürgermeister Claudio Griese das bei laufendem Schulbetrieb entstehende neue Schulzentrum Nord. Teurer wurde der Bau vor allem durch die Asbest-Altlasten, in der heutigen IGS. Leicht gemacht habe man sich die Entscheidung, das Projekt dennoch durchzuziehen, nicht. Der Wermutstropfen: Die finanziellen Mittel der Stadt sind erheblich ausgereizt – andere müssen zurückstecken.

Doch an diesem Tag blicken alle optimistisch in die Zukunft. Vor allem diejenigen, die profitieren. Dem Charakter der Ganztagsschule wird das Schulzentrum mit seinen baulichen Voraussetzungen nun wohl näherkommen, als jede andere Schule. Neben der großzügigen Mensa bietet die neue Planung viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit. „Wir freuen uns darauf“, versicherten die Schulleiter Gudrun Kruppe (IGS) und Christian Schmidt (AEG). Als eine „Mischung aus Rückblick, Jetzt und Ausblick“ bezeichnete Architekt Ulrich Zech die Grundsteinlegung. Das Architekturbüro Venneberg und Zech hatte seinerzeit den von der Stadt ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen und arbeitet nun – nach politisch gewolltem Ausschluss eines Generalunternehmers – bei der Koordination des Baus eng mit der Stadt zusammen und ist bei der Planung federführend tätig.

„Es war eine Achterbahnfahrt“, sagt Zech im Rückblick. „Brutaler Frust“, habe ihn zunächst bei der Planung des unübersichtlichen Komplexes überkommen. Als alles fertig war, reichte das Geld nicht. Das Büro musste Abstriche machen beim Gewinner-Modell. Die Architekten zeigten sich konstruktiv beim Finden neuer Lösungen und bei der intensiven Zusammenarbeit mit der Bauverwaltung und der Politik sei auch gegenseitiges Vertrauen gewachsen. „Und dann kamen die Altlasten“, sagt Zech. Später die Diskussion um den Generalunternehmer. 2016 dann endlich der Ratsbeschluss zur Realisierung des Schulzentrums. Seitdem gelte das Motto: „Wir schaffen das.“

.... und Grundsteinlegung am Albert-Einstein-Gymnasium im November 1971.
  • .... und Grundsteinlegung am Albert-Einstein-Gymnasium im November 1971.

Seit August werden nun auf der Baustelle die Ärmel hochgekrempelt. Oberstes Ziel sei die Sicherheit. Das Arbeiten auf engstem Raum mit Lärm, Staub, Dreck und Erschütterung erfordere viel gegenseitige Rücksichtnahme. 20 verschiedene Bauphasen stehen dem Schulzentrum in der nächsten Zeit bevor. Nach der siebten oder achten soll Richtfest sein, wenn alles gut geht. Der erste große Abschnitt soll in eineinhalb Jahren abgeschlossen sein. Drei bis vier Umzüge stehen den Schülern bevor, bis das Projekt in rund vier Jahren endgültig abgeschlossen wird, soweit zumindest die Planung.

Für die Rolle, die traditionsgemäß eingemauert wurde, haben alle etwas beigesteuert: die Schulen, die Stadt, das Architekturbüro und auch die tagesaktuelle Dewezet war dabei.

Eine ähnliche Situation gab es 1971 schon mal: Am 23. November wurde der Grundstein für das Albert-Einstein-Gymnasium – damals noch eine Schule ohne Namen – gelegt. Grund war die eklatante Raumknappheit, die anderen beiden Gymnasien platzten aus allen Nähten. Ein wenig Raum für späte Kritik war dann gestern auch noch da: Bei der Diskussion um die IGS sei man, was den Raumbedarf betreffe, damals etwas blauäugig in die Diskussion gegangen, räumte Oberbürgermeister Claudio Griese ein.

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