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Im Grunde sinnvoll, aber zu teuer: Freie Fahrt für Rettungsfahrzeuge per Ampelschaltung findet keine Ratsmehrheit

„Grüne Welle“ in Hameln? Nicht nötig!

HAMELN. Julia Maulhardt wollte erreichen, dass alle Rettungsfahrzeuge bei Einsätzen im Stadtgebiet mit „grüner Welle“ fahren. Ampeln sollen künftig so gesteuert werden, dass Rettungsdienst oder Feuerwehr an entsprechenden Kreuzungen immer Grünlicht haben. Doch der Antrag ist abgelehnt worden.

veröffentlicht am 23.06.2017 um 13:34 Uhr
aktualisiert am 23.06.2017 um 14:20 Uhr

Rettungswagen im Einsatz kommen laut Stadtverwaltung in Hameln auch ohne „Grüne Welle“ gut durch den Verkehr. Foto: dpa
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Die grüne Welle verbessere die Verkehrssicherheit für die Einsatzkräfte, schrieb sie in einem Antrag an dem Hamelner Stadtrat. Maulhardt, die parteilose Einzel-Mandatsträgerin im Rat, scheiterte mit ihrem Versuch. Der Antrag wurde von den Fraktionen mehrheitlich abgelehnt. Tenor: In Hameln nicht notwendig, außerdem technisch schwierig umzusetzen und viel zu teuer.

Maulhardt hatte im Sinn, dass Rettungsfahrzeuge mit einem Satellitennavigationssystem ausgerüstet werden, das ermöglicht, Ampeln kurz vor dem Erreichen auf „Grün“ zu schalten. Die Stadt Böblingen in Baden-Württemberg hätte so ein System erfolgreich getestet. Hier sei die Feuerwehr mit entsprechenden Sendern ausgestattet worden. „Nach aktueller Einschätzung durch Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei gibt es bei Einsatzfahrten im Stadtgebiet keine nennenswerten Defizite durch Verzögerungen wegen der Ampelschaltungen“, lautet nun die Stellungnahme der Stadt dazu.

Dazu gebe es ein technisches Problem: Hamelns Ampeln werden derzeit nicht über einen Zentralrechner gesteuert, sondern sind „dezentral knotenpunkt- oder straßenbezogen geregelt“. Für eine „Grüne Welle“ aber wäre eine solche zentrale Steuerung vonnöten, was laut Stadt „mit hohen technischen und damit kostenintensiven Investitionen verbunden“ wäre. Fazit: Dem Grunde nach sei eine „Grüne Welle“ ja sinnvoll, aber sie sei zu teuer dafür und verspreche nicht, dass Rettungsfahrzeuge damit schneller am Einsatzort ankommen. Der Antrag wurde mit 40 von 42 Stimmen abgelehnt.

Information

Derzeitiges Vorgehen bei Einsätzen

Feuerwehr und Rettungsdienst, die in der Ruthenstraße untergebracht sind, wird eine schnelle Ausfahrt Richtung Stadt gewährt, indem die Fußgängerampel an der Mühlenstraße/Zollamt und die Ampel am Knotenpunkt Ohsener Straße/Hafenstraße noch aus der Leitstelle für die Einsatzfahrzeuge auf „Grün“ geschaltet werden. Danach erhalten die Retter ihre Routenempfehlung per Navigationssystem aus der Leitstelle. Laut Stadtverwaltung hat sich diese Vorgehensweise bisher bewährt.

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