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Plätze bei Akademie Überlingen

Großtagespflege für Migrantenkinder

HAMELN. Es gibt erneut Geld vom Bund für Kinderbetreuung während eines Integrationskurses: Beantragen können die finanzielle Unterstützung anerkannte Träger von Integrationskursen beim BAMF. Dort hatte man die Finanzierung vor zweieinhalb Jahren eingestellt mit der Begründung, dass der Bedarf rückläufig sei. Das hat sich geändert.

veröffentlicht am 12.04.2017 um 14:11 Uhr

Kinderbetreuung während die Eltern im Deutschkurs lernen, gab es schon mal in der Linsingen-Kaserne: Währenddessen wurden die Kinder von Flüchtlingssozialarbeitern betreut. Foto: dpa
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Gerade abgesetzt, nun wieder eingeführt: Gut zweieinhalb Jahre nachdem das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sich zurückgezogen hat, steigt es wieder in die finanzielle Unterstützung der Kinderbetreuung ein. Mit insgesamt zehn Millionen Euro fördert der Bund nun erneut integrationskursbegleitende Angebote. Beantragen können die finanzielle Unterstützung anerkannte Träger von Integrationskursen.

Doch nicht alle machen vor Ort davon Gebrauch: Die Deutsche Angestellten-Akadmie (DAA) und die Volkshochschule beispielsweise haben derzeit keinen Bedarf. „Wir haben keine nennenswerte Nachfrage“, sagt Fred Gorkow, Leiter der VHS. Wenn es dazu komme, werde man sich „um eine entsprechende Regelung bemühen“.

Ein wenig Mühe gehört insofern dazu, als dass Voraussetzungen für die Kinderbetreuung geschaffen werden müssen.

Dazu bereit ist die Akademie Überlingen (AKÜ) in Hameln. „Wir sind derzeit in der Planungsphase“, sagt Leiterin Dr. Birgit Werner. Ursprünglich wollte man schon im April an den Start gehen, doch der Beginn wird sich verschieben. Der Grund: Die Nutzungsänderung eines Raumes als Großtagespflege muss genehmigt werden. Sobald der Antrag vorliege, gehe er ins Genehmigungsverfahren, sagt eine Sprecherin der Stadt.

„Sofern alle Voraussetzungen für die Kinderbetreuung geschaffen sind, kann dort die integrationsbegleitende Kinderbetreuung eingerichtet werden.“ Inhaltlich unterstütze man , was die AKÜ vorhat und steuert auch einiges bei, wie zum Beispiel Bollerwagen. Zwei Betreuerinnen werden dann für die Kinder während des Unterrichts Ansprechpartnerinnen sein. Eine davon wird von Impuls vermittelt, die andere hat Erfahrungen als Tagesmutter und hat in diesem Bereich bereits in der Linsingen-Kaserne gearbeitet.

Bedarf gebe es vor allem für unter Dreijährige, sagt Werner. Auch die haben zwar eigentlich einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz, doch was nützt es, wenn die Liste der Wartenden lang ist.

Mit der Begründung, dass man im Zuge des gesteigerten Kita-Ausbaus Kindern mit Migrationshintergrund mehr professionelle frühkindliche Förderung ermöglichen will, war man 2014 aus der kursbegleitenden Betreuung ausgestiegen. Die Kinderbetreuung vermöge nie mehr als die reine Beaufsichtigung der Kinder zu gewährleisten, hieß es.

Die für Integration zuständigen Minister aller Länder kritisierten im Nachgang der Integrationskonferenz 2015 die Entscheidung und forderten, die Kinderbetreuung finanziell abzusichern.

Einen Platz bekommen nun diejenigen, denen kein Kitaplatz zur Verfügung steht oder denen die Inanspruchnahme aus persönlichen Gründen nicht zumutbar ist.

Für die Beratung der Kursteilnehmenden im Hinblick auf Regelbetreuungs- oder Brückenangebote bekommen die Träger eine Pauschale.

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