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Warum dennoch die Reaktionen in der Politik und beim DGB eher distanziert sind

Große Sorge um die Mitarbeiter der CMP

Hameln (TT). Abwartend bis distanziert sind die Reaktionen in der Politik auf die Vorgänge der letzten Tage bei dem Hamelner Anlagenbauer CMP. Die Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) befürchtet, dass es die Mitarbeiter und die auf unbezahlten Rechnungen sitzenden Handwerker sein könnten, „die am Ende die Zeche zahlen“ müssten. Auf der einen Seite könne man sich gar nicht erlauben, einen großen Arbeitgeber wie CMP allein zu lassen, auf der anderen Seite müsse das Unternehmen aber bei einer finanziellen Unterstützung durch das Land und die NBank auch eine Perspektive bieten. Lösekrug-Möller: „Ich finde den Gesamtvorgang befremdlich. Das Geschäftsgebaren bei CMP erweckt nicht den Anschein maximaler Seriosität.“

veröffentlicht am 23.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 22:41 Uhr

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Auch der DGB sieht die Vorgänge deutlich skeptisch. So erklärte Regionssekretär Volker Eggers gestern: „Ich bedauere die erneute Gefährdung von Arbeitsplätzen bei der CMP. Wie ich feststelle, legt man bei CMP hohen Wert auf Verantwortung; dazu möchte ich darauf hinweisen, dass weder die Arbeitnehmer noch die Handwerker für die Probleme verantwortlich sind, sondern allein die Politik des ehemaligen Managements der Cemag und die neuen Manager der CMP.“ Den Versuch, die NBank für die mögliche Schließung des CMP-Standortes Hameln verantwortlich machen zu wollen, will Eggers nicht gelten lassen: „Es ist ein Schwarze-Peter-Spiel, jetzt der NBank die Schuld zuzuschieben. Wir in den Gewerkschaften sind von einem eigenen Investitionsvolumen von 20 Millionen Euro ausgegangen.“

Diese Summe hatte der ehemalige Cemag-Chef und neue CMP-Berater Ali Memari Fard Anfang Oktober gegenüber der Dewezet angekündigt; Fard sagte damals: „Der Familienrat hat beschlossen, dass sie alle in Hameln investieren. Der Businessplan sieht vor, dass 20 Millionen Euro an Eigenkapital bis Ende 2010 in das Unternehmen gegeben werden.“

Nach weiteren wochenlangen Verhandlungen und Entwicklungen sieht der Plan von CMP-Vorstandschef Mohammad Shahsavar und Finanzvorstand Volker Brinkmann so aus: Der Finanzierungsplan stehe und falle mit der Förderung durch die öffentliche Hand – der Businessplan sehe vor, dass in einer einjährigen Startphase 5,5 Millionen Euro Eigenkapital vom Investor und 4,5 Millionen Euro von den Ländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gezahlt werden sollen. Weitere zehn Millionen Euro sollen laut Fard vom Investor später folgen. Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt hat drei Millionen Euro bewilligt, jedoch an die Bedingung geknüpft, dass auch die beantragten 1,5 Millionen Euro aus Niedersachsen bewilligt werden. Dieses hat die NBank jedoch bislang abgelehnt. Shahsavar, Brinkmann wie auch Fard legen Wert darauf, dass die Angelegenheiten von Cemag und CMP getrennt betrachtet werden. Der einzige Verbindungspunkt sei, dass CMP wesentliche Teile der Cemag gekauft und große Teile der Mitarbeiter eingestellt habe.

Stiller Protest bei CMP.

Foto: Dana



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