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Im „Zirkus Zippolino“ lernen Grundschüler Geduld und Ausdauer / Mancher guckt zuerst skeptisch

Große Herausforderungen für kleine Leute

Haverbeck (sbr). Zirkusluft schnuppern – das steht seit zwei Tagen auf dem Stundenplan der Grundschule am Mainbach mit ihren Standorten Haverbeck und Halvestorf-Hope. Doch wie riecht Zirkusluft eigentlich? Der Schauspieler Fritz Wepper, im vorigen Jahr „Zirkusdirektor“ im Fernsehen bei „Stars in der Manege“, hat gesagt: „Für mich riecht Zirkusluft nach Stallgeruch, Süßigkeiten und Sägemehl.“ Doch beim „Zirkus Zippolino“ gibt es außer den Hunden Moritz und Nala keine Tiere, sodass es nicht nach Stall riechen kann. Auch von Sägemehl in der Manege keine Spur. Das Herzstück inmitten des Zirkuszeltes ist mit einer roten Plane ausgelegt, dem Manegenteppich. Und Süßigkeiten wurden ganz bewusst aus dem bunten Zelt verbannt, um jetzt im Spätsommer keine Wespen anzulocken und schmerzhafte Stiche bei den Kindern zu vermeiden. Beim Zirkusprojekt „Zippolino“ schlüpfen nämlich Mädchen und Jungen unter professioneller Anleitung in die Rollen der Artisten.

veröffentlicht am 03.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 07:41 Uhr

Übung macht die Meister: Elisa (7) trainiert Kunststücke auf dem
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Elisa ist sieben Jahre alt und besucht die zweite Klasse der Grundschule. Geduldig sitzt sie mit ihren Mitschülern und Mitschülerinnen auf den Rängen des Zirkuszeltes und lauscht aufmerksam den einführenden Erklärungen von Gregor Saborowski zum Zirkusprojekt. „Wir trainieren mit euch den Ablauf wie in einem richtigen Zirkus. Und am Freitag werdet ihr in der Vorstellung die Artisten und Spaßmacher sein“, kündigt der erfahrene Zirkusdirektor den zum Teil noch skeptisch dreinblickenden Kindern an. Elisa geht kein Risiko ein und entscheidet sich angesichts zu überquerender Nagelbretter und Glasscherbenhaufen lieber für den traditionellen Seiltanz. „Meine große Schwester Alina hat schon einmal bei einem Zirkusprojekt mitgemacht und erzählt, dass das Balancieren auf dem Seil viel Spaß macht“, erzählt die Siebenjährige. Sie tastet sich langsam und vorsichtig auf dem gespannten Drahtseil vor, um erste eigene Erfahrungen zu sammeln. Jan hingegen kann sich schon fast als „alter Hase“ im Zirkusgeschäft bezeichnen, und auch Zirkusdirektor Gregor Saborowski zeigt sich beeindruckt vom professionell balancierten Teller des Schülers. „Das habe ich beim Ferienpass gelernt“, verrät der Neunjährige. Vor der großen Premierenvorstellung hat der Schüler aber erst einmal den Teller samt Stab zur Seite gelegt und die Bastelschere zur Hand genommen, um mit genauso viel Geschick und Spaß wie beim Balancieren dazu beizutragen, dass unzählige bunte Wedel beim Abschluss des dreitägigen Projektes Stimmung aufkommen lassen.

„Üben, üben und noch einmal üben“

Doch bevor es soweit ist, heißt es für die Schülerinnen und Schüler „üben, üben und noch einmal üben“. „Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich schon über das Seil balanciert bin“, berichtet Elisa von ihrer Ausbildung zur Seiltänzerin. „Wir haben gelernt, dabei durch Reifen zu steigen oder auf einem Bein zu stehen und einen Knicks zu machen.“ Und hinuntergefallen sei sie auch mehrere Male. „Es begann plötzlich zu wackeln, dann habe ich das Gleichgewicht verloren und konnte mich einfach nicht mehr halten. Aber ich habe mir nicht weh getan.“

Geduld ist wohl die schwerste Prüfung für die angehenden Artisten. Davon ist gleich jede Menge gefragt. „Das dauert vielleicht lange, bis man dran ist“, ist so auch immer wieder aus den Reihen der Kinder zu hören, aber schließlich geht die Sicherheit der „Zirkus-Azubis“ vor, darauf legen Gregor Saborowski und seine Mitarbeiter Wert.

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