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Griese sieht seine Ehre verletzt

veröffentlicht am 10.07.2009 um 17:58 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

Von Hans-Joachim Weiß

Hameln. Claudio Griese ist stinksauer. Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Hamelner Rat fühlt sich durch die Verwaltung persönlich diffamiert und in seiner Ehre tief verletzt. Auch ins Fettnäpfchen will er nicht getreten sein. Insbesondere aber die Aussage des Rathaus-Pressesprechers Thomas Wahmes, der Christdemokrat solle sich bessere Berater suchen, lässt dem jungen Kommunalpolitiker die Zornesröte ins Gesicht steigen. „Das ist eine unglaubliche Respektlosigkeit meiner Person gegenüber. Einem städtischen Sprecher steht es nicht zu, ins Persönliche abzugleiten. Das ist allenfalls Aufgabe der Politik, nicht aber der Verwaltung“, schimpft Griese und stellt klar: „Die angebliche Problematik des nicht ausreichenden Kanals in der Altstadt ist im Bürgerforum von einem Teilnehmer zur Sprache gebracht worden. Die Vertreter der Veraltung haben nach diesem Sachvortrag geschwiegen, sodass im Bürgerforum der Eindruck entstand, auch der Kanal in der Altstadt sei erneuerungsbedürftig. Was ich gesagt habe, beruht also nicht auf einer unqualifizierten Aussage, denn die Stadtverwaltung hätte Stellung nehmen müssen. Doch sie schwieg“. Zudem betont Griese, dass ihm die Baumaßnahmen zur Errichtung des sogenannten Südsammlers in Höhe von rund 10,5 Millionen Euro sehr wohl bekannt seien. „Der Südsammler ist jedoch für einen anderen Stadtteil errichtet worden. Hierbei handelt es sich um ein Ablenkungsmanöver der Stadtverwaltung“, behauptet der Fraktionschef.
 Bestätigt sieht sich der CDU-Politiker durch die Aussagen des Diplom-Ingenieurs Rainer Schinke. Der Hastenbecker hat eigenen Aussagen zufolge 1985 im Auftrag der Stadt Hameln einen Sanierungsentwurf für die Kanäle in der Innenstadt erstellt und „vor 1995 zwei weitere Kanalberechnungen vorgenommen.“ Mit dem Ergebnis: Die Kanalkapazität reicht nicht aus. „Das Problem ist also seit langem bekannt, doch schon damals fehlte das Geld“, sagt Schinke.
 Der Experte bescheinigt zwar durch den jüngsten Kanalbau eine „Verbesserung der Innenstadtsituation“, hält diese aber bei weitem nicht für ausreichend und behauptet: „Überflutungen von Kellerräumen hat es gegeben. Da müssen Sie mal die Geschäftsleute fragen. Die fürchten um ihre Mieter, weil die Kellerräume als Läger genutzt werden und wirtschaftlicher Schaden entstanden ist“, behauptet der Ingenieur, ohne jedoch Namen zu nennen. Der Hamelner Feuerwehr allerdings sind entsprechende Einsätze unbekannt und auch bei den Versicherungen sind derartige Schadensfälle nicht registriert, wie eine Nachfrage ergab.
 Schinke verweist zudem auf eine EU-Verordnung namens DIN EN 1986-30, nach der bis zum Jahre 2015 alle undichten Kanäle abgedichtet oder erneuert sein müssen. Das gelte auch für die Hausanschlüsse. „Es ist davon auszugehen, dass alle Hausanschlüsse – bis auf die Neubauten – nicht in Ordnung sind. Diese im Vorfeld einer Fußgängerzonensanierung zu erneuern bietet eine Riesenchance vor etwaiger Überflutung und führt auch nicht zu Verzögerungen, denn die Behauptung der Stadt, das Kanalnetz sei ausreichend dimensioniert, ist schlicht und ergreifend falsch“, so Schinke.
 Nicht allein deshalb will Griese an seiner Forderung festhalten und mit der Stadt das Kanal-Thema erörtern. „Die CDU wird in den nächsten Tagen bei der Verwaltung einen dezidierten Fragenkatalog zum Zustand der Kanalisation in der Fußgängerzone einreichen. Dieser sollte vor der nächsten Sitzung des Bürgerforums beantwortet werden“, kündigt er an.



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