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Vorstand der Bürgerliste erhebt Vorwürfe gegen Fritz Rieger und seinen Wechsel zur CDU-Fraktion

„Grenzen der Respektlosigkeit überschritten“

Hameln (CK). Fritz Rieger und sein Seitenwechsel: Nachdem der umstrittene Ratsherr und Einzelkämpfer im Rat endgültig bei der von ihm gegründeten Bürgerliste das Handtuch geworfen hatte und fortan als Parteiloser die Fraktion der CDU im Kreistag und auch im Stadtrat verstärken will (wir berichteten), erhebt Stefan Schulze von der Bürgerliste schwere Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Mitstreiter.

veröffentlicht am 10.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 01:21 Uhr

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Schulze bezweifelt schon das von der CDU genannte Datum – den 1. Dezember – für den Wechsel: „Das kann so gar nicht sein. Herr Rieger ist ab Januar 2013 nicht mehr Mitglied der BL e.V.“, sagt Schulze. Das habe Claudio Griese, Fraktionsvorsitzender der Rats-CDU, vielleicht nicht gewusst. Zum Beweis legt Schulze das auf den 28. November datierte Kündigungsschreiben von Rieger vor. Darin heißt es. „Ich gehe mit Wehmut, weil die BL sich in der Form selbst auflösen wird. Es fehlen Herz, Gemeinschaft, Ehrlichkeit und politisches Niveau. Ich habe die Bürgerliste 1995 gegründet, sie vier Perioden im Stadtrat und zwei im Kreistag geführt, bis heute, mit meiner Person!“

Weiter listet Rieger Erfolge auf, darunter 63 Bürgertische, die er angeblich auf eigene Kosten bestritten hat, ebenso wie er seinen Wahlkampf aus eigener Tasche bezahlt habe. Etwas nebulös: „Wir waren 2011 die drittstärkste Kraft im Rat, und 2011 hat der Wähler die Fraktion abgestraft, hat die Selbstdarsteller nicht mehr gewählt.“ Er selbst habe im Vorjahr Schulze als seinen Nachfolger vorgeschlagen, um in diesem Jahr zurückzutreten, was er auch getan habe, unterstreicht Rieger noch und bezieht sich auf John F. Kennedy, der gesagt habe, man solle nicht fragen, was die Gemeinschaft für den Einzelnen tun könne, sondern was der Einzelne für die Gemeinschaft tun könne. Sein unbescheidenes Resümee: „Danach habe ich gehandelt.“

Schulze selbst ist auf den früheren Weggefährten nicht mehr gut zu sprechen. „Da eine konstruktive Zusammenarbeit mit Herrn Rieger nicht mehr möglich war und der Vorstand es nicht länger hinnehmen konnte, dass Vorstand und Mitglieder telefonisch und schriftlich beleidigt werden, wurde bei der letzten Vorstandssitzung beschlossen, sich von Herrn Rieger zu trennen, um weiterem vereinsschädigendem Verhalten vorzugreifen“, schreibt er. Als Beleg dafür zitiert er aus einem Schreiben Riegers an Helmut Bemer, Ehrenratsmitglied der BL, in dem dieser als „Versager“, „Schleimer“ und „Klugsch...“ tituliert wird, der ihm nur das erfolgreiche Unternehmertum neide. Bevor aber die Bürgerliste den als „Poltergeist“ bekannten Kommunalpolitiker rauswerfen konnte, kam dieser ihr zuvor und kündigte selbst.

Fritz Rieger

Dem so gescholtenen Fritz Rieger zerreist es nach eigenen Angaben schier das Herz. „Ich habe sehr lange überlegt, ob ich aus der Bürgerliste austrete“, sagt er. Es tue ihm sehr leid, so der 73-Jährige, vor allem wegen seiner Wähler. Er selbst sei angeschlagen, finanziell, aber auch psychisch, denn sein früheres Lokal, das Forsthaus am Wehl, sei von seinem Pächter heruntergewirtschaftet worden.

Was seine politische Laufbahn angeht, sieht Rieger für sich in der Bürgerliste keine Zukunft mehr: „Der Vorstand hat mich diskriminiert. Das, was dort passiert, ist nicht mein Niveau.“ Und die Grenzen der Respektlosigkeit ihm gegenüber seien überschritten, bemängelt er. Politik will er aber gern trotzdem weiter mitgestalten. Und da, so sagt Fritz Rieger, sei er froh, dass die CDU auf ihn zugekommen sei.



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